In der 2. Klasse Süd hat der SK Polar Neukirchen/Altmünster am Samstagnachmittag beim SK Kammer 1b mit 6:1 gewonnen und damit nach dem enttäuschenden Auftritt der Vorwoche die geforderte Antwort geliefert. Neo-Trainer Ismir Jamakovic sah keine einzelne Schlüsselszene, sondern vor allem eine Mannschaft, die nach dem schnellen Ausgleich ruhig blieb, defensiv kaum etwas zuließ und sich mit einer klaren zweiten Hälfte auch in dieser Höhe verdient durchsetzte.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Der Start hätte für Neukirchen kaum besser laufen können. Schon in der 2. Minute brachte Thomas Altmaninger die Gäste mit 1:0 in Führung und unterstrich damit genau das, was Jamakovic sehen wollte: eine sofortige Reaktion. Dass Kammer 1b nur vier Minuten später durch Matthias Huemer zum 1:1 kam, laut Trainer nach einem Eckball, änderte aus seiner Sicht aber nichts an der Richtung des Spiels. "Wir sind mental stark geblieben und haben unser Spiel weiter durchgezogen", sagte Jamakovic. Gerade dieser Umgang mit dem frühen Gegentor gefiel ihm, weil seine Mannschaft diesmal nicht ins Wanken geriet, sondern bei sich blieb und weiter ihren Plan verfolgte.
Im weiteren Verlauf der ersten Hälfte hatte Neukirchen laut seinem Trainer die besseren Antworten auf die spielstarken Gastgeber. Jamakovic bescheinigte Kammer viel Ballbesitz, technische Qualität und viele junge, talentierte Spieler, sah seine Elf gegen den Ball aber sehr stabil. "Der Gegner hat natürlich versucht, mit viel Ballbesitz und langen Bällen auf die Außen Situationen zu kreieren. Aber wir haben das richtig gut wegverteidigt", sagte er. Offensiv belohnte sich Neukirchen dann auch: Alexander Kaltenleithner stellte in der 24. Minute auf 2:1, ehe Noel Bajnok kurz vor der Pause das 3:1 nachlegte. Gerade dieses Tor hob Jamakovic besonders hervor: "Das 3:1 vor der Halbzeit war für die Psyche ein ganz wichtiges Tor."
Nach dem Seitenwechsel versuchte Kammer noch einmal Druck aufzubauen, doch auch diese Phase beschrieb der Neukirchner Trainer als kontrolliert. "Wir sind sehr gut gestanden. Wir haben keine Chancen zugelassen und haben immer wieder nach vorne Akzente setzen können", sagte Jamakovic. Entscheidend war für ihn nicht eine einzelne Szene, sondern "die mentale Stärke und die stabile Formation und das stabile Gesamtspiel" seiner Mannschaft. Als Noel Bajnok in der 72. Minute auf 4:1 erhöhte, war die Partie aus Sicht der Gäste endgültig auf ihre Seite gekippt. Jamakovic nannte genau dieses Tor neben dem 3:1 als besonders wichtig, weil der Gegner danach "ein Stück weit den Glauben an eine Wende verliert".
In der Schlussphase baute der SK Neukirchen das Ergebnis noch deutlich aus. Martin Hauk traf in der 83. Minute zum 5:1, Patrick Ennsbrunner setzte in der 89. Minute den Schlusspunkt zum 6:1. Jamakovic verwies in diesem Zusammenhang auch auf den Einfluss seiner Bank: "Wir haben mit unseren Einwechslungen für Gefahr sorgen können und von der Bank wirklich Qualität gebracht." Trotz der klaren Niederlage wollte er den Gegner nicht auf das Ergebnis reduzieren. Kammer 1b sei "eine spielstarke, technisch starke Mannschaft" mit guter Zukunft, meinte der neue Trainer. Dazu passte für ihn auch der faire Rahmen der Partie: "Die Leistung von Schiedsrichter Rathner war souverän. Es gab überhaupt keine Diskussionen." Für Neukirchen war der deutliche Auswärtssieg damit mehr als nur drei Punkte. Mit sieben Zählern aus drei Spielen bleibt die Mannschaft in der Spitzengruppe und hat genau das Zeichen gesetzt, das sich ihr Trainer nach der Vorwoche gewünscht hatte.