In der 2. Klasse Süd hat Union Gschwandt 1b gegen SK Polar Neukirchen/A. eine klare 0:6-Heimniederlage hinnehmen müssen. Für Trainer Ismir Jamakovic war der Auftritt seiner Mannschaft von Beginn an eine eindeutige Sache: viel Druck, viele Chancen und ein Spiel, das nach seiner Einschätzung nie zu kippen drohte. Nur mit der Chancenverwertung war der Neukirchen-Coach trotz des deutlichen Ergebnisses nicht ganz zufrieden.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Jamakovic musste nach dem Spiel nicht lange überlegen, wie er die ersten 45 Minuten einordnet. „Es war ab der ersten Minute ein klares Spiel für unsere Mannschaft“, sagte der Trainer, der von einem sehr aktiven Beginn sprach. Neukirchen baute sofort Druck auf, brachte laut Jamakovic das Kombinationsspiel gut auf den Platz und ließ die Gastgeber kaum zur Ruhe kommen. Schon in der dritten Minute stand die erste große Möglichkeit, in den ersten 20 bis 30 Minuten seien es sogar sieben oder acht hochkarätige Chancen gewesen. Zunächst sprang daraus nur das 0:1 durch Noel Bajnok in der 11. Minute heraus, doch noch vor der Pause zog Neukirchen durch einen weiteren Treffer von Bajnok in der 28. Minute sowie durch Alexander Kaltenleithner (32.) und Martin Hauk (41.) auf 4:0 davon.
Dass die Partie irgendwann hätte kippen können, war für den Neukirchen-Coach überhaupt kein Thema. Einen einzelnen Schlüsselmoment wollte er gar nicht nennen, weil seine Mannschaft das Geschehen nach seiner Wahrnehmung durchgehend unter Kontrolle hatte. „Es war von Anfang an eine dominante Leistung meiner Mannschaft, wo man nie das Gefühl hatte, dass das Spiel kippen kann“, sagte Jamakovic. Gschwandt 1b war nach seinen Worten sehr defensiv eingestellt und suchte den Weg eher über Konter. Genau darauf sei seine Elf vorbereitet gewesen. „Die Konter haben wir gut im Griff gehabt. Wir haben immer gut abgesichert“, erklärte er. Mehr als ein oder zwei Halbchancen habe man dadurch nicht zugelassen, weshalb der deutliche Vorsprung aus seiner Sicht nie ernsthaft in Gefahr geraten sei.
Auch nach dem Seitenwechsel wollte Neukirchen nicht nachlassen, wenngleich Jamakovic offen ansprach, dass der Druck nicht mehr ganz so hoch war wie vor der Pause. „In der zweiten Hälfte haben wir versucht, weiterhin Druck aufzubauen. Das ist uns nicht ganz so gelungen wie in der ersten Halbzeit“, meinte er. Trotzdem kam seine Mannschaft weiter zu klaren Möglichkeiten und blieb über weite Strecken am Drücker. Lange fehlte nur die bessere Ausbeute, ehe Sebastian Leitner in der 77. Minute das 5:0 nachlegte. Den Schlusspunkt setzte noch einmal Noel Bajnok, der in der 86. Minute seinen dritten Treffer des Tages erzielte und damit den 6:0-Endstand herstellte. Jamakovic sprach am Ende von einem hochverdienten Sieg, hielt aber auch fest, dass das Resultat aus seiner Sicht „deutlich höher hätte werden müssen“.
Besonders hervorheben wollte der Trainer nach dem Spiel die geschlossene Leistung seiner Mannschaft und die Rolle des Kapitäns. „Vor allem unser Kapitän Sebastian Leitner hat die Mannschaft heute spielerisch geführt“, sagte Jamakovic und sprach insgesamt von einer exzellenten Vorstellung. Entscheidend sei gewesen, dass sein Team den eigenen Plan konsequent umgesetzt habe: den Gegner ernst nehmen, das Tempo hochhalten und immer wieder spielerische Lösungen suchen. Ganz ohne Kritik kam er trotz des 6:0 aber nicht aus. „Das Einzige, was ich meiner Mannschaft vorwerfen kann, ist, dass wir aus den zahlreichen Möglichkeiten noch mehr Zählbares hätten herausholen müssen.“ In zwei Szenen der ersten Halbzeit hätte er sich zwar andere Entscheidungen gewünscht, insgesamt bezeichnete er die Leistung des Schiedsrichters aber als „völlig okay“. Und weil Neukirchen nach fünf Runden mit 13 Punkten an der Spitze steht, passt auch der Ausblick des Trainers ins Bild: „Wir versuchen jetzt, uns Woche für Woche weiterzuentwickeln und an unseren Ideen zu arbeiten.“