In der 2. Klasse Süd haben die ASKÖ Ohlsdorf Juniors am Samstag in Runde fünf ein Spiel mit zwei ganz unterschiedlichen Halbzeiten gezeigt. Gegen den ATSV Rüstorf lag die Mannschaft von Trainer Andreas Reisenberger zur Pause noch 0:1 zurück, drehte die Partie nach dem Wechsel aber in ein 4:2. Für den Coach lag der Knackpunkt klar in den Minuten direkt nach Wiederbeginn.

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Der Beginn sprach zunächst klar für die Gäste. Lukas Zobl brachte Rüstorf schon in der 3. Minute mit 1:0 in Führung, und genau dieser frühe Rückstand war für die Juniors gleich eine erste Bewährungsprobe. Bis zur Pause blieb es beim 0:1, doch Reisenberger stellte nach dem Spiel heraus, dass seine Mannschaft in dieser Phase nicht die Nerven verloren hat. "Wir haben uns nach dem frühen Rückstand nicht aus der Ruhe bringen lassen, haben in der Halbzeit die wichtigen Dinge besprochen und einige Dinge nachgeschärft", sagte der Trainer. Gerade gegen einen Gegner, den er als "kompakte, eingeschworene Einheit" beschrieb, war das ein wichtiger Punkt. Ohlsdorf musste geduldig bleiben und durfte sich nicht aus dem eigenen Plan bringen lassen.
Entscheidend wurde dann tatsächlich die Phase direkt nach dem Seitenwechsel. Reisenberger sagte dazu sehr klar: "Gleich nach Wiederanpfiff brachten wir eine gute Energie auf den Platz. Das war die entscheidende Phase." Der Spielstand bestätigte diese Einschätzung sofort. David Tokic stellte in der 50. Minute auf 1:1, nur drei Minuten später drehte Nikolai Quirchtmayr die Partie mit dem 2:1. Der Trainer verwies dabei ausdrücklich auf die Entstehung der Treffer: "Beide Standardsituationen nach der Halbzeit, Elfmeter und Eckball." Rüstorf kam durch Lukas Zobl in der 63. Minute zwar noch einmal zum 2:2, doch Ohlsdorf antwortete sofort. Tokic traf in der 66. Minute zum zweiten Mal, und Nico Sladoje legte in der 69. Minute das 4:2 nach. Innerhalb weniger Minuten hatten die Gastgeber das Spiel damit endgültig auf ihre Seite gezogen.
Aus Sicht des Trainers lag die größte Stärke seiner Mannschaft nicht nur in der Chancenverwertung nach der Pause, sondern vor allem in der Art, wie sie das Spiel angelegt hat. "In der Ruhe, im Spielaufbau. Wir haben uns nicht aus dem Konzept bringen lassen", sagte Reisenberger. Genau das zog sich aus seiner Sicht durch die ganze Partie. Ohlsdorf wurde nach dem 0:1 nicht hektisch, blieb nach dem Ausgleich aktiv und fand selbst nach dem zwischenzeitlichen 2:2 noch einmal die passende Antwort. Dass die Juniors in einem Spiel gleich mehrere Rückschläge wegstecken und trotzdem mit klarer Linie weiterspielen konnten, war ein wesentlicher Grund dafür, warum am Ende ein Heimsieg stand und nicht nur ein ordentliches Comeback ohne Ertrag.
Trotz des 4:2 sprach Reisenberger nicht nur über das Positive. Verbesserungspotenzial sieht er "hauptsächlich gegen den Ball und im schnellen Umschalten nach hinten in die Defensive". Auch das gehört für ihn zu diesem Spiel dazu, weil Rüstorf mit seiner kompakten Art immer wieder im Spiel blieb und zwischenzeitlich noch einmal ausgleichen konnte. Diskussionen um den Unparteiischen gab es aus seiner Sicht keine, vielmehr "leitete der Schiedsrichter das Spiel souverän". Für die Tabelle ist der Erfolg jedenfalls wertvoll: Ohlsdorf hält nach fünf Runden bei zehn Punkten und liegt damit auf Rang zwei, Rüstorf folgt mit neun Zählern auf Platz drei. Es war also nicht nur ein torreiches Spiel, sondern auch eines mit Gewicht im oberen Teil der Liga.