In der 2. Klasse Süd musste sich der FC ASKÖ Pinsdorf am Samstagnachmittag beim ATSV Timelkam mit 1:3 geschlagen geben. Trainer Marcus Esser machte nach dem Spiel vor allem die frühe Entwicklung verantwortlich: den Elfmeter zum 0:1 und die Gelb-Rote Karte in der Anfangsphase. Trotzdem hob er hervor, wie sich seine Mannschaft trotz langer Unterzahl in die Partie hineingekämpft und bis zum Schluss dagegengehalten hat.

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Was Esser besonders ärgerte, war nicht nur das nackte Ergebnis, sondern die Art, wie die Partie aus seiner Sicht schon sehr früh in eine ungünstige Richtung lief. „Das, was wir uns vorgenommen haben, konnten wir nicht abrufen“, sagte der Pinsdorf-Trainer. Schon in der 6. Minute brachte Alexander Oberperfler die Gastgeber per Elfmeter in Führung, und damit stand Pinsdorf sofort unter Druck. Noch schwerer wog für Esser aber, dass seine Mannschaft laut seiner Schilderung bereits ab der 17. Minute mit einem Mann weniger auskommen musste. Aus einer hitzigen Szene wurde eine Gelb-Rote Karte für Armin Hrustanovic, und damit war der Matchplan der Gäste früh beschädigt. Auch wenn Esser mit der Auslegung haderte, blieb er in einem Punkt klar: „Auf der einen Seite muss ich das akzeptieren. Auf der anderen Seite darf das meinem Spieler nicht passieren.“
Timelkam machte aus dieser Lage in der Folge viel. Zur Pause führten die Gastgeber 2:0, weil Alban Dauti kurz vor dem Seitenwechsel nach einem guten Lochpass erhöhte. Esser beschrieb die Szene so, dass Dauti „einen Schritt schneller“ gewesen sei als sein Torwart und den Ball dann sauber gelupft habe. Auch nach dem Wechsel blieb die Aufgabe für Pinsdorf enorm schwierig. In der 52. Minute legte erneut Oberperfler das 3:0 nach und schnürte damit seinen Doppelpack. Für Esser war das auch ein Hinweis auf die Qualität des Gegners in der Offensive. „Mit der Offensivqualität von Timelkam war es vor unserem Tor natürlich öfter brenzlig“, sagte er. Gleichzeitig betonte der Trainer, dass sein eigener Tormann seine Mannschaft mit zwei starken Paraden zunächst überhaupt im Spiel gehalten habe.
Ganz erledigt war die Partie damit aber noch nicht. Als Timelkam in der 58. Minute nach einer Roten Karte gegen Lotfi Al-Chaer selbst in Unterzahl geriet, kam noch einmal Bewegung hinein, und Pinsdorf nutzte diese Phase sofort. Florian Neubauer verkürzte zwei Minuten darauf per Freistoß auf 1:3, und plötzlich war wieder ein kleiner Funken Hoffnung da. Gerade dieser Abschnitt war es, den Esser später seiner Mannschaft hoch anrechnete. „Meiner Mannschaft absolutes Chapeau, wie sie gekämpft und trotz der Unterzahl gegengehalten hat“, sagte er. Mehr als das Anschlusstor sprang allerdings nicht mehr heraus. Die beste Möglichkeit auf ein noch engeres Finish sah der Trainer bei einem Kopfball von Felix Winterbacher nach einer Ecke. „Wenn das 3:2 geworden wäre, hätte es vielleicht noch spannend werden können“, meinte Esser. So blieb es bei einer Phase, in der Pinsdorf noch einmal dran war, die lange Unterzahl aber sichtbar viel Kraft gekostet hatte.
Entsprechend eindeutig fiel auch das Gesamtfazit des Coaches aus. „Die Gelb-Rote Karte war spielentscheidend, hundertprozentig“, sagte Esser, der dem ATSV Timelkam gleichzeitig fair zum Sieg gratulierte. Den Unterschied brachte er mit einem einfachen Satz auf den Punkt: „Sie haben drei Tore geschossen.“ Trotzdem wollte der Trainer die Niederlage nicht losgelöst von der Entwicklung seiner Mannschaft betrachten. Er sprach seinen Spielern großen Respekt aus, verwies auf die Arbeit der vergangenen Wochen und hob hervor, wie groß derzeit der Einsatz im Training sei. „Wir setzen den Kopf nicht in den Sand, wir arbeiten weiter“, sagte Esser. Dazu passte auch sein Blick auf den Kader: viele junge, hungrige Spieler, die noch lernen müssten, denen er den nächsten Schritt aber zutraut. Nach sechs Runden bleibt die ASKÖ Pinsdorf zwar weiter im unteren Bereich der Tabelle, die Botschaft des Trainers war aber klar: „Was die Jungs arbeiten und wie willig sie sind, verdient wirklich ein Chapeau."