In der 2. Klasse Süd hat der ATSV Rüstorf am Sonntagnachmittag gegen die ASKÖ Raiffeisen Gosau mit 2:3 verloren. Für Gosau war es laut Trainer Josip Lucic ein hart erkämpfter, aber verdienter Auswärtssieg, weil seine Mannschaft über weite Strecken die klareren Chancen hatte und ihre Tore diesmal sauber herausspielte. Nach dem 3:1 schien die Partie in die richtige Richtung zu laufen, ehe es in der Schlussphase noch einmal eng wurde.

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Die Gäste nahmen den Schwung mit, den ihr Trainer schon vor dem Anpfiff sehen wollte. Lucic sprach nach der Partie von einer Mannschaft, die „mit dem absoluten Willen“ in dieses Auswärtsspiel gegangen sei, und genau das war für ihn die Grundlage dieses Erfolgs. Zur Pause führte Gosau mit 1:0, weil Christoph Kreßl in der 23. Minute einen Konter zur Führung abschloss. Der Trainer hob diese Szene besonders hervor und schilderte sie als Angriff, der „von der linken Seite bis zum Schluss ausgespielt“ worden sei. Für ihn war dieses 1:0 nicht nur wichtig für den Spielstand, sondern auch ein Beleg dafür, dass die Mannschaft im Offensivspiel den Schritt gemacht hat, den sie zuletzt eingefordert hatte. „Wir mussten uns im Offensivspiel steigern, und das taten wir“, sagte Lucic. Dass der Absteiger nach Wiederbeginn durch Lukas Zobl zum 1:1 kam, änderte an seiner grundsätzlichen Einschätzung nichts. Er sprach von einer spannenden Partie mit Chancen auf beiden Seiten, in der Gosau seiner Meinung nach dennoch die besseren Möglichkeiten vorfand.
Den Moment, in dem die Begegnung auf die Seite der Gäste kippte, verortete Lucic sehr klar in der Mitte der zweiten Halbzeit. Nach dem Ausgleich stellte zuerst Miroslav Grom in der 60. Minute auf 2:1, nur drei Minuten später legte Lorenz Wallner das 3:1 nach. Für den Gosauer Trainer war genau diese Phase der Schlüssel zum Auswärtssieg. „Da wussten wir, mit dem 3:1 könnten wir über die Runden kommen“, erklärte er. Gleichzeitig machte er aber auch deutlich, dass es kein Spaziergang wurde. Rüstorf kam in der 69. Minute durch Sebastian Stieglbauer noch einmal auf 2:3 heran, und damit war die Partie wieder offen. Lucic sprach davon, dass es danach noch einmal richtig spannend geworden sei. Gerade deshalb ordnete er den Erfolg auch nicht als lockeren Sieg ein, sondern als Arbeitssieg, den sich seine Mannschaft mit Konzentration und Disziplin holen musste. Unterm Strich, so seine klare Meinung, „geht der Sieg in Ordnung“.
Am meisten gefiel dem Trainer, dass seine Mannschaft geschlossen auftrat. „Die größte Stärke war das Kollektiv“, sagte Lucic, und er führte das weiter aus: Alle seien fokussiert und hochkonzentriert in diese Partie gegangen, nachlässig sei sein Team aus seiner Sicht zu keiner Phase gewesen. Dass Rüstorf dennoch zweimal traf, wollte er nicht überdramatisieren. Lucic verteilte vielmehr auch Lob an den Gegner, sprach von einer fairen Mannschaft und von „zwei sehr guten Stürmern vorne, die richtig Wirbel gemacht haben“. Gerade deshalb sei es notwendig gewesen, über 90 Minuten aufmerksam zu bleiben. Ganz ohne Kritik ging der Trainer nach dem 3:2 aber nicht vom Platz. Bei den Gegentoren sieht er weiter Arbeit für die kommenden Wochen. „Man kann Standardsituationen besser verteidigen. Man kann Absicherungen besser in der Viererkette machen“, sagte er. Ansonsten wollte er keinem seiner Spieler ein negatives Zeugnis ausstellen, weil sich laut Lucic „alle von der ersten bis zur letzten Sekunde professionell verhalten haben“.
Für die ASKÖ Gosau war dieser Erfolg deshalb mehr als nur ein Ergebnis, weil Lucic darin auch eine Bestätigung für den eingeschlagenen Weg sieht. Er sprach davon, dass aktuell viele Wechsel notwendig seien und die Mannschaft regelmäßig rotieren müsse. Trotzdem habe er das Gefühl, dass der gesamte Kader mitziehe. „Momentan gehen alle zwanzig Spieler, die im Kader sind, einen sehr guten Weg. Ich kann auf alle zählen, wenn es so weit ist“, sagte der Trainer. Auch für das nächste Spiel rechnet er wieder mit zwei oder drei Veränderungen. Gleichzeitig machte er klar, dass sich eine echte Stammelf erst dann einspielen kann, wenn alle fit und verfügbar sind. Der Auftritt in Rüstorf zeigt für ihn aber schon jetzt, dass seine Mannschaft auch unter diesen Voraussetzungen bestehen kann. Drei Tore, sauber herausgespielt, dazu ein Sieg in einer engen Auswärtspartie: Für Gosau war das in der sechsten Runde genau die Art von Antwort, die Lucic sehen wollte.