In der 2. Klasse West-Nord schien die Union Stroheim beim SV Schwarzmüller Freinberg lange auf Kurs zu sein, am Ende stand aber eine bittere 1:2-Niederlage. Nach dem frühen Führungstor von Christoph Kalista und einer aus Stroheimer Sicht starken ersten Hälfte kippte die Partie nach dem Ausgleich. Neo-Trainer Stefan Rohrhuber brachte den Ärger nach Schlusspfiff auf den Punkt: „Wir hätten es selbst in der Hand gehabt.“

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Für die Gäste begann die Partie genau so, wie man sich das auswärts wünscht. Schon in der 4. Minute brachte Christoph Kalista Stroheim mit 1:0 in Führung und legte damit den Grundstein für eine erste Halbzeit, mit der Rohrhuber trotz der späteren Niederlage viel anfangen konnte. „Wir sind super in die Partie hineingestartet, bald in Führung gegangen“, sagte der Trainer. Danach entwickelte sich nach seiner Einschätzung eine offene Begegnung mit Möglichkeiten auf beiden Seiten. Trotzdem hatte er das Gefühl, das seine Mannschaft vor der Pause sogar leicht im Vorteil war. „Wir haben uns in der ersten Hälfte sehr, sehr gut verkauft“, meinte Rohrhuber, der seine Elf in dieser Phase eher als die bessere Mannschaft gesehen hatte. Bis zum Halbzeitpfiff blieb es beim 0:1, und aus Stroheimer Sicht war das auch deshalb ärgerlich, weil aus dieser guten Ausgangslage mehr hätte werden können. Rohrhuber sprach davon, dass seine Mannschaft nach dem Führungstor auch noch die Chancen gehabt habe, nachzulegen und damit schon früher in eine noch bessere Position zu kommen.
Der Knackpunkt kam aus Sicht der Gäste kurz nach Wiederbeginn. In der 54. Minute fiel durch ein Eigentor von Hannes Eckmayr das 1:1, und genau ab diesem Moment veränderte sich das Spiel für Rohrhuber spürbar. „Ab dem Zeitpunkt und spätestens ab dem Ausschluss unseres Spielers haben wir kaum mehr Entlastung zustande gebracht“, fasste er die Phase nach dem Ausgleich zusammen. Besonders der Ausschluss stieß ihm auf, weil er aus seiner Sicht die Partie zusätzlich in eine hektische Richtung schob. „Der Ausschluss unseres Spielers, der in einer Aktion zwei Gelbe Karten kassiert hat, war für uns irritierend und unverständlich“, sagte Rohrhuber. Unabhängig davon sah er den Hauptgrund für den Kontrollverlust aber im eigenen Spiel mit Ball. „Danach ist es daran gescheitert, dass wir für Entlastung sorgen, die Bälle halten, sichern und unnötige Ballverluste vermeiden. Das ist uns leider nicht so geglückt“, erklärte der Stroheim-Coach. Freinberg kam damit immer besser ins Spiel, während bei den Gästen in Unterzahl die Wege länger und die Ballbesitzphasen kürzer wurden.
Mit dem 1:1 musste sich Stroheim in der Schlussphase fast nur noch aufs Verteidigen konzentrieren. Rohrhuber schilderte, dass seine Mannschaft versucht habe, das Remis „so gut es geht über die Zeit zu bringen“, weil nach dem Platzverweis kaum mehr Luft für offensive Entlastung da gewesen sei. Gleichzeitig merkte er an, dass Freinberg nach dem Seitenwechsel mit mehr Nachdruck auftrat. Die Gastgeber hätten, so seine Einschätzung, „mit mehr Power und Zug“ versucht, die Partie noch zu drehen. Genau das gelang dann tief in der Nachspielzeit. In der 90.+3. Minute erzielte Benjamin Geier das 2:1 für Freinberg und drehte damit das Spiel endgültig. Für Stroheim war das ein besonders harter Schlusspunkt. „Dass wir in der Nachspielzeit das Gegentor kassieren und die Partie aus der Hand geben, ist doppelt bitter“, sagte Rohrhuber. Trotz seines Ärgers wollte er die Niederlage aber nicht nur an äußeren Umständen festmachen. „Wir hätten es selbst in der Hand gehabt, das Spiel zu entscheiden. Das ist uns nicht gelungen“, stellte er klar.
So groß die Enttäuschung über den späten Nackenschlag auch war, ganz ohne positive Punkte wollte Rohrhuber den Auftritt seiner Mannschaft nicht stehen lassen. Vor allem den Beginn, die erste Halbzeit und die Moral hob er deutlich hervor. „Die Leistung in der ersten Hälfte und der Spielstart waren sehr positiv“, sagte er. Dazu kam aus seiner Sicht, dass die Union Stroheim über weite Strecken bis rund zur Stundenmarke sogar ein Chancenplus hatte. „Ich glaube, dass wir gerade die ersten 60 Minuten ein Chancenplus gehabt haben, wo wir mit mehr Effizienz eigentlich für klare Verhältnisse hätten sorgen können“, meinte der neue Trainer. Genau dort sieht er nun auch den Hebel für die nächsten Wochen. Engere Spiele müssten besser verwaltet werden, vor allem dann, wenn man einmal unter Druck gerät. Auch beim Blick auf den Gegner blieb Rohrhuber sachlich. Der SV Freinberg habe nach dem kippenden Momentum an Druck zugelegt. Für die Tabelle bedeutet der Heimsieg, dass der SV nach zwei Runden bei sechs Punkten hält, während die Stroheimer vorerst bei einem Zähler bleiben. Für Rohrhuber ist aber ebenso klar, dass aus diesem Auftritt trotz allem etwas mitzunehmen ist, wenn seine Mannschaft lernt, gute Phasen konsequenter in Zählbares umzuwandeln.