Spielberichte

Zu fahrig vor dem Tor, zu offen nach Ballverlusten: Stroheim kassiert in Enzenkirchen ein 1:4

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Union Enzenkirchen
Union Stroheim

In der 2. Klasse West-Nord hat Union Raika Enzenkirchen in Runde fünf die Union Stroheim mit 4:1 besiegt. Aus Sicht von Stroheim-Trainer Stefan Rohrhuber lag der Unterschied klar in der Effizienz. Seine Mannschaft begann ordentlich, hatte früh eine große Möglichkeit, wurde wenig später aber mit dem 0:1 bestraft und lief danach einem Rückstand hinterher, den sie trotz besserer Phase nach der Pause nicht mehr entscheidend verkürzen konnte.

Fußball auf Rasen neben gelber Markierungslinie

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Guter Beginn, dann kippt die Partie vor der Pause

Rohrhuber sah seine Mannschaft anfangs durchaus im Spiel. "Wir sind ganz gut ins Spiel gestartet, haben nach wenigen Minuten eine hundertprozentige Chance gehabt und sie leider nicht verwertet", sagte der Stroheim-Trainer. Genau dieser verpasste Einstieg tat aus seiner Sicht weh, weil Enzenkirchen kurz darauf mit der ersten Offensivaktion zuschlug. In der neunten Minute brachte Fabian Jankowski die Gastgeber 1:0 in Führung. Danach, so schilderte es Rohrhuber, habe seine Elf "ab der 20. Minute ein bisschen das Heft aus der Hand gegeben" und sei nicht mehr wirklich zu gefährlichen Situationen gekommen. Noch vor der Pause legte Enzenkirchen nach, als Moritz Reitinger in Minute 31 auf 2:0 stellte. "Das zweite Tor vor der Pause hat uns das Spiel ein bisschen über den Haufen geworfen", meinte Rohrhuber, der den Bruch im Stroheimer Auftritt klar in dieser Phase verortete.


Stroheim kommt besser heraus, kassiert aber das 0:3

Nach dem Seitenwechsel zeigte Stroheim dann jene Reaktion, die sich der Trainer schon früher gewünscht hätte. Rohrhuber sprach von einer deutlich besseren zweiten Hälfte und erklärte: "Wir haben die ersten fünfzehn, zwanzig Minuten nach der Pause nur in eine Richtung gespielt." Gerade in dieser Phase schien aus seiner Sicht der Anschlusstreffer näher zu sein als die Vorentscheidung für die Gastgeber. Statt des 2:1 fiel jedoch das 3:0. Peter Husar traf in der 59. Minute, nachdem Stroheim eine Hereingabe nicht entscheidend klären konnte. "Wir waren dem 2:1 näher, haben aber dann leider das 3:0 kassiert", sagte Rohrhuber. Seine Mannschaft gab sich trotzdem nicht auf, kam durch Alexander Kornfellner in Minute 67 auf 3:1 heran und versuchte noch einmal alles. Auch das sprach der Trainer offen an: "Nach dem 3:1 haben wir noch zwei, drei gute Möglichkeiten gehabt, um das Spiel noch einmal spannend zu machen." Der zweite Treffer gelang aber nicht, stattdessen machte Fabian Jankowski mit seinem zweiten Tor in der 80. Minute alles klar.

Ballverluste und Effizienz geben den Ausschlag

In seiner Analyse wurde Rohrhuber sehr konkret, warum die Partie aus Stroheimer Sicht verloren ging. Für ihn lag der Kern nicht in einem einzelnen Zufall, sondern in der Summe aus eigenen Fehlern und der Zielstrebigkeit des Gegners. "Enzenkirchen war über neunzig Minuten extrem effizient", sagte er, und genau das zog sich für ihn durch die gesamten 90 Minuten. Vor allem die ersten beiden Gegentore ordnete er klar ein: Beide seien nach Ballverlusten in der Vorwärtsbewegung entstanden. Stroheim habe die Bälle "zu leicht hergegeben", sei dann auf der rechten Seite zu offen gewesen und habe die Situationen nicht mehr verteidigen können. Dazu kam, dass Enzenkirchen nach seinen Worten schnell in die Spitze spielte und die Räume konsequent nutzte. "Jeder Fehler von uns ist im Konter eiskalt bestraft worden", fasste Rohrhuber zusammen. Dass der Gegner diese Möglichkeiten sauber fertigspielte, musste er "neidlos anerkennen". Positiv hob er immerhin die Leistung des Schiedsrichters hervor, die er als "außerordentlich gut" bezeichnete.

Die Ansätze mitnehmen, die Fehler abstellen

Für Stroheim bleibt damit die nächste Partie ohne vollen Ertrag, und das wiegt umso mehr, weil Rohrhuber vor dem Spiel bewusst einen anderen Zugang einforderte. "Wir haben uns nach den letzten Wochen vorgenommen, dass wir uns nicht unterkriegen lassen und trotzdem versuchen, Fußball zu spielen und uns etwas zuzutrauen", erklärte er. Über weite Strecken habe das auch funktioniert, nur die entscheidenden Mängel seien wieder da gewesen: Ungenauigkeiten im Passspiel, zu wenig Intensität in manchen Zweikämpfen und Ballverluste, von denen sich seine Mannschaft nicht mehr erholen konnte. "Wir waren zu fahrig und zu schlampig mit unseren Gelegenheiten", sagte der Trainer offen. So bleibt Stroheim nach fünf Runden bei zwei Punkten am Tabellenende, während Enzenkirchen mit zehn Zählern im oberen Bereich dranbleibt. Rohrhubers Schlussstrich fiel nüchtern aus: Man habe in der zweiten Hälfte alles probiert, "aber die Niederlage muss man auch akzeptieren."

2. Klasse West-Nord: Enzenkirchen : Stroheim - 4:1 (2:0)

  • 80
    Fabian Jankowski 4:1
  • 67
    Alexander Kornfellner 3:1
  • 59
    Peter Husar 3:0
  • 31
    Moritz Reitinger 2:0
  • 9
    Fabian Jankowski 1:0