In der 2. Klasse West-Nord hat der UFC Raika Hartkirchen das Duell mit der Union Stroheim mit 1:0 gewonnen. Nach einer torlosen ersten Hälfte sah lange vieles nach einem Remis aus, ehe Valentin Neißl in der Nachspielzeit doch noch den Unterschied machte. Aus Sicht der Gäste war vor allem bitter, dass die Partie nicht nach klarer Überlegenheit des Gegners kippte, sondern nach einem eigenen Fehler.

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Der Spielverlauf ließ aus Stroheimer Sicht durchaus Raum für etwas Zählbares. Bernhard Berger, Sektionsleiter-Stellvertreter der Gäste, sah zunächst Vorteile bei den Gastgebern, betonte aber ebenso, dass sich das Bild nach der Pause veränderte. „In der ersten Halbzeit war Hartkirchen die bessere Mannschaft. In der zweiten Halbzeit sind wir besser ins Spiel gekommen und haben mehr Chancen gehabt“, sagte Berger. Das 0:0 zur Pause passte daher zu einer Partie, in der Hartkirchen zunächst mehr vom Spiel hatte, Stroheim dann aber besser hineinfand. Gerade deshalb war die späte Entscheidung für die Gäste besonders schwer zu schlucken, weil sie sich nach dem Seitenwechsel stabilisiert hatten und das Spiel offenhalten konnten.
Dass die Niederlage am Ende in der 93. Minute zustande kam, machte den Abend für Stroheim noch bitterer. Berger schilderte die Szene, die zum Siegtor führte, sehr klar: „Es war ein Rückpass von einem Verteidiger von uns, der leider zu schwach war. Der Tormann konnte ihn nicht mehr erreichen und der Stürmer ist alleine aufs Tor gelaufen.“ Laut Spielbericht nutzte Valentin Neißl diesen Moment zum 1:0 für Hartkirchen. Viel mehr als der späte Zeitpunkt störte Berger dabei die Art und Weise, wie das Spiel entschieden wurde. Für ihn lag der Unterschied nicht in einer langen Druckphase des Gegners, sondern in einem eigenen Patzer, der eine bis dahin ordentliche Defensivleistung auf einen Schlag entwertete.
Berger machte nach dem Schlusspfiff keinen Hehl daraus, wo er den Hauptgrund für die Niederlage sah. „Hinten defensiv sind wir gut gestanden, aber nach vorne hatten wir leider nicht das nötige Glück“, sagte er. Es war damit nicht nur der Fehler vor dem Gegentor, der Stroheim zu schaffen machte, sondern auch die fehlende Durchschlagskraft im letzten Drittel. Besonders knapp und treffend fiel seine Antwort auf die Frage aus, was Hartkirchen besser gemacht habe: „Das Tor gemacht.“ Mehr brauchte es aus seiner Sicht nicht, um dieses Spiel zusammenzufassen. Auch abseits des Resultats beschrieb Berger eine intensive Begegnung: „Im Großen und Ganzen war es ein faires Spiel. Es waren viele Zweikämpfe drin, wie bei einem Derby gespielt wird.“ Den Schiedsrichter bewertete er dabei als „mittelmäßig“, sprach aber gleichzeitig nur von kleineren Fehlern.
Am Ende blieb bei der Union Stroheim vor allem Enttäuschung darüber, dass der eigene Aufwand erneut ohne Ertrag blieb. Berger hob hervor, dass die Mannschaft gut auf das Spiel eingestellt worden sei. „Der Trainer hat uns vor dem Spiel sehr heiß gemacht und eine sehr gute Ansprache gehalten, wie wir uns verhalten und wie wir spielen sollen. Er hat uns Mut zugeredet, weil wir in den letzten Spielen auch schon Pech gehabt haben“, erzählte er. Umso größer war danach der Frust, weil die Mannschaft laut Berger wieder leer ausging: „Leider haben wir uns selbst nicht belohnt und den Trainer auch nicht.“ Für Stroheim bleibt damit nach sieben Runden die ernüchternde Ausbeute von drei Punkten. Die Leistung nach der Pause und die stabile Defensivarbeit dürften Mut machen, das 0:1 in der Nachspielzeit aber wird noch nachhängen.