Der SV Europlan Pram hat den Abstieg in die 2. Klasse West sportlich beeindruckend verarbeitet. Die Mannschaft von Trainer Peter Mate liegt zur Saisonhalbzeit mit 29 Punkten auf Tabellenrang zwei, nur einen Zähler hinter Herbstmeister Aspach/Wildenau. Besonders auffällig ist die defensive Stabilität: Mit einem Torverhältnis von 32:8 stellt Pram die beste Abwehr der Liga. Offensiv ragte Jakub Przybylko mit 14 Treffern heraus.
Im Gespräch mit Ligaportal erklärt der Obmann und sportliche Leiter, Rainer Wöllinger, warum der Erfolg weniger mit kurzfristigen Ergebnissen, sondern vielmehr mit einer klaren Vereinsstrategie zu tun hat.
Dass Pram nach dem Abstieg sofort wieder ganz vorne mitmischt, war intern kein Muss. Wöllinger betont, dass der sportliche Ansatz ein anderer gewesen sei. „Der Plan war nicht zwingend, dass wir sofort wieder ganz vorne sind“, erklärt er. Vielmehr habe man den Schwerpunkt bewusst auf die Integration der jungen Spieler, insbesondere aus dem U16-Bereich, gelegt. „Uns war wichtig, dass die Jungen früh im Erwachsenenfußball ankommen – und das ist uns sehr gut gelungen“, so Wöllinger. Dieser Ansatz sei nicht nur in der Kampfmannschaft sichtbar, sondern auch in der 1b, die sich im Vergleich zu den Vorjahren deutlich stabilisiert habe.
Ein zentraler Faktor für die positive Entwicklung sei die Trainingskultur. Wöllinger zeigt sich vor allem von der Beteiligung und Einstellung der Spieler beeindruckt. „Die Trainingsbeteiligung hat uns richtig positiv überrascht“, sagt der Obmann. Die hohe Intensität und Motivation seien für ihn ein wesentlicher Grund, warum sowohl Kampfmannschaft als auch Reserve konstant performen. Gerade die körperliche Verfassung der Mannschaft sieht er als entscheidenden Vorteil: „Wenn du körperlich fit bist und die Einstellung passt, dann kannst du Spiele auch drehen.“ So passiert gegen Waldzell, wo man einen 0:3 Pausenrückstand noch in einen 4:3-Sieg verwandeln konnte.
Mit nur acht Gegentoren stellt Pram die beste Defensive der Liga – für Wöllinger kein Zufall. Die defensive Stabilität sei das direkte Ergebnis der Trainingsarbeit und der mannschaftlichen Geschlossenheit. „Wir sind als Mannschaft wieder kompakt“, erklärt er. Das habe in der Vorsaison gefehlt und sei einer der Gründe für den Abstieg gewesen. Heuer greife vieles wieder ineinander – hinten wie vorne. Zwar habe man offensiv nicht immer das Maximum herausgeholt, etwa in einzelnen Spielen gegen Topteams, insgesamt aber sei die Balance deutlich besser als noch im Vorjahr.
Angesichts der Tabellenposition liegt ein mögliches Mitspielen um den Titel nahe – dennoch bleibt der Verein vorsichtig. „Wenn es am Ende so kommt, hat sicher niemand etwas dagegen“, sagt Wöllinger mit Blick auf einen möglichen Aufstieg. Priorität habe jedoch weiterhin die Entwicklung der jungen Spieler. „Mir ist wichtig, dass die Jungen ihre Spielminuten bekommen und bei uns Perspektiven haben. Wenn sie bleiben und sich entwickeln, dann entsteht hier etwas richtig Gutes.“
In der Winterübertrittszeit kam es zu einem Torhüterwechsel. Milos Vuckovic hat den Verein verlassen, mit Armin Ratzinger (UFC Riegerting) wurde ein neuer Schlussmann verpflichtet. Weitere größere Kaderveränderungen sind nicht geplant.
Der Trainingsstart erfolgte am 20. Jänner, mit abwechslungsreichem Programm aus Lauftraining, Halle, Fitnessstudio und Kunstrasen-Einheiten. Auch in der Vorbereitung zeigt sich die Mannschaft engagiert. In den Semesterferien steht ein viertägiges Trainingslager in Ungarn auf dem Programm. „Das wollten die Spieler selbst und haben das in die Hand genommen. Das ist das erste Trainingslager seit längerem. Die Initiative des Teams zeigt die hohe Motivation“, erklärt Wöllinger. Neben dem sportlichen Feinschliff soll dort auch das Teambuilding nicht zu kurz kommen. „So ein Trainingslager ist sowohl für die jungen als auch für die arrivierten Spieler sicher ein Highlight“. Neben dem sportlichen Abschneiden blickt man in Pram auch auf ein besonderes Jahr: Der Verein feiert heuer sein 75-jähriges Bestehen. Ein möglicher sportlicher Erfolg würde das Jubiläum zusätzlich veredeln. „Das muss aber passieren, planbar ist das selbstverständlich nicht“, so Wöllinger abschließend.