2. Klasse West

„Wir waren oft die bessere Mannschaft“ – Penninger sieht St. Johann/Walde trotz Rang sieben auf Kurs

St. Johann/Walde

In der 2. Klasse West geht Union St. Johann am Walde als Tabellen-Siebenter mit gemischten, aber keineswegs schlechten Gefühlen in die neue Phase. Trainer Philipp Penninger spricht von einer stabilisierten Mannschaft, ärgert sich aber über liegengelassene Punkte und die weiterhin offene Baustelle in der Defensive. Dazu kommt im Sommer Bewegung im Kader, ohne dass der Stamm des Teams auseinanderbricht.

Spieler ziehen auf der Ersatzbank ihre Schuhe an

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Vieles war ordentlich, die Ausbeute passte nicht immer

Penninger blickt auf die bisherige Saison differenziert zurück, und genau das passt auch zur Platzierung. St. Johann/Walde war in der Tabelle immer wieder im vorderen Bereich dabei, rutschte zwischendurch aber auch nach hinten und steht nun mit 32 Punkten auf Rang sieben. Für den Trainer ist das Bild deshalb nicht schwarz oder weiß. „Grundsätzlich kann man es mit gemischten Gefühlen analysieren. Ich glaube schon, dass wir uns stabilisiert haben und in vielen Spielen die bessere Mannschaft waren“, sagt er. Gerade dieser Satz erklärt seine Sicht gut. Penninger sieht nämlich eine Mannschaft, die sich in vielen Partien ordentlich präsentiert hat, die gegen starke Gegner mithalten konnte und die sich insgesamt gefestigt hat. Gleichzeitig bleibt bei ihm hängen, dass sich das nicht oft genug in Zählbares übersetzt hat. „Gegen die Topmannschaften haben wir sehr, sehr gut mitgehalten, aber am Ende des Tages aus meiner Sicht zu wenige Punkte geholt“, sagt der Trainer. Dass zuletzt ein 6:0 gegen Waldzell möglich war, auf der anderen Seite aber auch ein 2:6 gegen Obernberg/Ort und davor ein 3:4 gegen Aspach/Wildenau zu Buche standen, passt zu dieser Einordnung. Gute Phasen waren da, aber die Konstanz über mehrere Wochen hinweg noch nicht.

Defensive als offenes Thema, Entwicklung der Mannschaft als Pluspunkt

Der größte Kritikpunkt kommt von Penninger selbst, und er formuliert ihn ohne Umschweife. „Dass wir die Defensivschwäche nicht in den Griff bekommen haben, war leider ein Problem“, sagt er. Damit benennt er genau jenen Bereich, der aus seiner Sicht den Sprung weiter nach vorne verhindert hat. Wenn eine Mannschaft laut Trainer in vielen Spielen die bessere war und trotzdem zu wenige Punkte holt, dann liegt ein Teil der Erklärung eben oft darin, dass sie hinten zu viel zulässt oder gute Auftritte nicht sauber über die Zeit bringt. Gleichzeitig will Penninger die bisherige Entwicklung aber nicht kleinreden. Im Gegenteil: Er hebt deutlich hervor, dass intern einiges aufgegangen ist. „Ansonsten ist es sehr, sehr positiv, weil sich viele Spieler sehr, sehr gut entwickelt haben“, sagt er. Einen Einzelnen will er dabei bewusst nicht herausheben. Auch das ist eine klare Botschaft. „Sportlich hat sich jeder weiterentwickelt. Ich will jetzt keinen Spieler extra herausheben, sondern ich finde, dass sich die ganze Mannschaft sehr, sehr gut entwickelt hat. Es macht riesig Spaß, mit den Jungs zu arbeiten.“ Dazu passt auch sein Eindruck abseits des Platzes: „Das sind alles Top-Jungs. Die Mentalität und der Charakter passen perfekt.“

Keine Abgänge, zwei Neue und wichtige Rückkehrer

Im Sommer bleibt das Grundgerüst in St. Johann/Walde zusammen, und auch das bewertet der Trainer als wichtigen Punkt. „Den Verein hat kein Spieler verlassen“, sagt Penninger. Eine kleine Einschränkung gibt es bei Julian Haslinger, der privat nach Wien zieht und deshalb nicht mehr immer zur Verfügung stehen wird. Ganz weg ist er aber nicht, denn Penninger sagt klar, dass Haslinger „auf Abruf“ weiterhin verfügbar ist. Bei den Zugängen kommt mit Jakob Strobl von Pattigham-Pramet ein Offensivspieler, den der Trainer als „Zehner oder auf den Seiten“ beschreibt. Außerdem stößt Andreas Leitner dazu, der zuletzt in Tirol aktiv war. Penninger ordnet ihn als defensiven Spieler ein, der als Sechser oder Innenverteidiger eingesetzt werden kann. Fast noch wichtiger als die Neuen könnte die Rückkehr zweier Routiniers werden. Kapitän Christoph Gerner steigt nach einer rund halbjährigen Verletzungspause wieder ein und soll dem zentralen Mittelfeld gut tun. Dazu kommt mit Hermann Haas der etatmäßige Stammtormann nach seinem Handbruch zurück ins Training. Penninger macht daraus keinen Automatismus, sondern kündigt ein offenes Rennen an: Haas werde sich „mit den aktuellen Tormännern matchen um den Stammplatz“. Auch im Trainerteam bleibt im Kampfmannschaftsbereich alles beim Alten, neu ist nur der Reservetrainer.

Im Verein läuft vieles rund, sportlich soll es in Richtung Top fünf gehen

Dass Penninger nicht nur auf die Tabelle schaut, merkt man auch dann, wenn er über das Umfeld spricht. Beim Verein selbst sieht er viel Kontinuität und viel Engagement. Er verweist auf ein großes U9-Turnier mit mehr als 30 Mannschaften am Sportplatz und auf einen Frühschoppen, beides laut seiner Schilderung bestens organisiert und stark besucht. „Da muss man schon sagen: Hut ab vor den Leuten, die das bei uns bewerkstelligen“, sagt der Trainer. Sportlich ist der Blick nach vorne ebenfalls klar. Penninger nennt die Liga „ganz gut“ und sieht mit Aspach/Wildenau und Pram die verdienten Aufsteiger der vergangenen Saison, dazu traut er Obernberg und Schildorn nach einem starken Frühjahr wieder einiges zu. Verstecken will sich St. Johann/Walde aber nicht. „Wir wollen natürlich auch ein Wörtchen mitreden“, sagt er. Den Druck, unbedingt aufsteigen zu müssen, baut er dabei nicht auf. Die Richtung ist trotzdem klar formuliert: „Wir wollen schon im vorderen Drittel, im Top-fünf-Bereich dabei sein.“ Nach Rang sieben ist das eine nüchterne, aber durchaus selbstbewusste Ansage.