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SV Waldzell: „Wir wollen eine neue Mannschaft mit jungen Spielern aufbauen“

SV Waldzell

Der SV Waldzell steht vor einem Herbst, in dem weniger der Tabellenplatz als vielmehr ein personeller und sportlicher Umbau im Mittelpunkt steht. In der 2. Klasse West will der Verein nach einer enttäuschenden Saison bewusst auf die eigene Jugend setzen. Ligaportal sprach mit Trainer Oliver Schiessl über den Rückfall in der vergangenen Spielzeit, anhaltende Ausfälle, einen kleinen Umbruch im Kader und die Idee, mit einer jungen Mannschaft wieder etwas aufzubauen.

Fußball und Fußballschuh bei Eckball

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Viele Ausfälle brachten den Rhythmus durcheinander

Die abgelaufene Saison ist in Waldzell nicht schönzureden. Schiessl nennt vor allem die personellen Probleme als Hauptgrund dafür, dass die Mannschaft den Schwung nicht halten konnte. „Es war eine schwierige Saison mit sehr vielen Ausfällen, gerade von Leistungsträgern“, sagt der Trainer. Aus seiner Sicht erklärt das auch den deutlichen Rückgang im Vergleich zur Vorsaison. Zufrieden ist man damit im Verein nicht.

Besonders ins Gewicht fiel, dass junge Spieler früher und in größerem Ausmaß Verantwortung übernehmen mussten, als es eigentlich geplant war. „Die Jungen müssen wir erst richtig heranführen. Dieser Aufgabe waren sie noch nicht ganz gewachsen“, sagt Schiessl. Genau daraus leitet sich nun aber auch der Kurs für die kommende Saison ab: Waldzell will den Umbruch nicht bremsen, sondern bewusst annehmen.

Abgänge treffen den Kern, Jugend soll nachrücken

Im Kader hat sich bereits einiges getan. Mit Philipp Erhart und Manuel Salhofer haben zwei Spieler ihre Karriere beendet, auch wenn beide laut Schiessl im Notfall noch in der Reserve aushelfen könnten. Dazu hat Tormann Derian Stancu den Verein verlassen. Ein Nachfolger ist zwar vorgesehen, Schiessl wollte dessen Namen zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht nennen.

Der einzige bisher fix genannte Zugang ist Tobias Wenger, der vom SV Zell/Pettenfirst auf Leihbasis nach Waldzell kommt. Viel mehr Bewegung von außen wird es vorerst nicht geben. Stattdessen setzt der Verein auf Spieler aus den eigenen Reihen. „Wir starten mit jungen Waldzellern durch, denen wir die Bühne geben wollen und die in der Mannschaft Fuß fassen sollen. Die Zeit wollen wir ihnen auch geben“, sagt Schiessl. Der Herbst soll daher vor allem dazu dienen, dass sich eine neue Hierarchie und ein neues Mannschaftsgefüge entwickeln.

Ganz ohne Risiko ist dieser Weg nicht, zumal der SVW weiterhin auf wichtige Kräfte verzichten muss. Zwei Leistungsträger fallen noch aus, ihre Rückkehr erwartet man frühestens zur Mitte der Herbstsaison. Zum Start stehen sie jedenfalls nicht zur Verfügung. Damit wird der Kaderumbau zusätzlich erschwert.

Aufbauarbeit auf dem Platz – und daneben

Auch sportlich gibt es einen klaren Schwerpunkt. In der Vorbereitung beschäftigt die Waldzeller vor allem die Chancenverwertung. „Wir müssen uns ganz klar verbessern. Im ersten Vorbereitungsspiel hatten wir sicher acht oder neun super Torchancen und machen nur zwei Tore“, sagt Schiessl. Gerade bei einer jungen Mannschaft kann Effizienz ein entscheidender Faktor sein, weil enge Spiele sonst schnell kippen.

Das große Ziel ist deshalb nicht an einer bestimmten Platzierung festgemacht. Vorrang hat, eine Elf zu formen, die auf Sicht konkurrenzfähig werden kann. Schiessl formuliert es so: „Primär ist das Ziel, eine neue Mannschaft mit jungen Spielern aufzubauen, in weiterer Folge konkurrenzfähig zu machen und irgendwann wieder vorne mitmischen zu können.“ Im Moment gehe es aber darum, nach den Abgängen und Ausfällen überhaupt wieder eine stabile Basis zu schaffen.

Zum Neuaufbau passt auch ein Projekt im Vereinsumfeld, das seit Längerem Thema ist. Zwischen Lohnsburg und Waldzell soll auf Waldzeller Seite ein neuer Sportplatz entstehen. Geplant sind ein Hauptfeld, ein Trainingsfeld und eine Tribüne. Der Baustart könnte laut Schiessl noch im Herbst erfolgen, spätestens aber im Frühjahr. Für den Trainer hängt das durchaus mit dem aktuellen Kurs zusammen: Die jungen einheimischen Spieler sollen jetzt ihre Chance bekommen – und später auf der neuen Anlage mit einer eigenen Mannschaft auflaufen können. In Waldzell geht es damit derzeit nicht nur um die kommende Saison, sondern um die Basis für die nächsten Jahre.