In der 2. Klasse West hat der SV Schildorn bei der Union St. Johann/Walde nach einem wilden Verlauf mit 4:3 gewonnen. Die Gäste lagen zunächst 0:2 zurück, gerieten kurz nach der Pause sogar mit 1:3 ins Hintertreffen und drehten die Partie dennoch. Trainer Sebastian Strasser sah den Unterschied am Ende vor allem in der Offensive, wo seine Mannschaft „abgeklärter und präziser“ gewesen sei.

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Dass die Partie für SV Schildorn so schwer beginnen würde, kam für Sebastian Alexander Strasser nicht völlig überraschend. Der Trainer wusste laut eigener Aussage von der Systemumstellung des Gegners, trotzdem bekam seine Mannschaft die Anfangsphase kaum in den Griff. „Union St. Johann am Walde hat die ersten 25 Minuten brutal gut gemacht“, sagte Strasser und beschrieb vor allem das hohe Tempo und die vielen direkten Angriffe in die Tiefe mit Steil-Klatsch-Tief Aktionen als großes Problem. Hannes Haslinger brachte die Heimischen in der 10. Minute in Führung, Jakob Strobl erhöhte in der 23. Minute auf 2:0. Strasser sparte dabei nicht mit Kritik an der eigenen Mannschaft: „Wir haben ein sehr schlechtes Abwehrverhalten gezeigt, individuell wie auch in der Absicherung in der Kette.“ Dass SV Schildorn in dieser Phase nicht noch höher zurücklag, schrieb er auch seinem Tormann Alexander Münch zu. „Wir können von Glück sprechen, dass wir diese Phase überlebt haben“, meinte der Coach. Umso wichtiger war aus seiner Sicht das 2:1 in der 25. Minute, das eher überraschend fiel. Nach einer Balleroberung tief in der gegnerischen Hälfte durch Patrick Hargassner wurde der Ball zu Harald Winter gebracht, der sich im Strafraum durchsetzte und extrem abgezockt verkürzte.
Mit dem 2:1 zur Pause war SV Schildorn wieder halbwegs dran, trotzdem blieb für Strasser klar, dass in der Halbzeit nachjustiert werden musste. Er wollte, dass seine Mannschaft kompakter und besser verteidigt, sowie die Probleme gegen die schnellen Angriffe des Gegners besser löst. Der Neustart misslang aber. Schon in der 48. Minute stellte Lorenz Franz Feichtenschlager für Union St. Johann am Walde auf 3:1, aus Sicht des Trainers nach einfachem Doppelpass und schlechten Defensivverhalten im zwei gegen zwei. Genau an diesem Punkt begann aus seiner Sicht aber die eigentliche Wende. „Nach dem 3:1 muss ich meiner Mannschaft ein riesengroßes Kompliment für Moral, Einstellung und Mentalität machen“, sagte Strasser. Der Schlüssel war für ihn der schnelle Anschlusstreffer und das stark verbesserte Zweikampf- und Abwehrverhalten. Norbert Major setzte sich im Strafraum im Dribbling durch, wurde zu Fall gebracht und verwandelte den Elfmeter in der 53. Minute selbst zum 3:2. „Wichtig war, dass wir nach dem erneuten Rückschlag mit dem Elfmeter schnell den Anschlusstreffer erzielt haben und so wieder den Glauben wecken konnten“, erklärte Strasser. Nur vier Minuten später war die Partie dann endgültig wieder offen. Wieder konnte sich Norbert Major im Strafraum im eins gegen eins durchsetzen und abschließen, der Tormann konnte zunächst noch parieren, doch Harald Winter reagierte am schnellsten und traf zum 3:3.
In der 76. Minute war die Aufholjagd des SV Schildorn schließlich komplett. Nach einem Fehler im Spielaufbau von "Saiga Hans" schalteten die Gäste laut Strasser sehr geradlinig um. Patrick Hargassner fing den Ball ab, spielte sofort in die Tiefe, die Kugel wurde von Niklas Gruber direkt auf die zweite Stange gebracht und dort vollendete Harald Winter mit seinem dritten Treffer an diesem Tag zum 4:3. Für Strasser war genau diese Zielstrebigkeit einer der Hauptgründe für den Auswärtssieg. „Wir haben unsere individuelle Qualität in der Offensive und unsere Präzision zu den richtigen Zeitpunkten auf den Platz gebracht“, sagte er. Gleichzeitig schob er nach, dass ihm einiges nicht gefallen habe. „Was mir nicht gefallen hat, war das Abwehrverhalten in der Kette. Die Absicherung hat zu Beginn gar nicht funktioniert, und auch im Spielaufbau hatten wir nicht die Lösungen, die wir sonst auf den Platz bringen.“ Lob gab es ausdrücklich auch für den Gegner. Strasser sprach von einem „ganz, ganz starken Gegner“ und meinte, dass mit der Union St. Johann zu rechnen sei, wenn die Mannschaft ihre Fehler abstellt. Klare Abläufe, hohe Dynamik und Tempo in der Offensive, macht Sie extrem stark. Auch Schiedsrichter Fetahagic nahm er in Schutz: Trotz einer rassigen Partie und je einer nicht gegebenen Elfmetersituation auf beiden Seiten habe der Unparteiische „grundsätzlich eine sehr gute Leistung gebracht“. Für den SV Schildorn bedeutet der zweite Sieg im zweiten Spiel sechs Punkte und einen Platz in der Spitzengruppe der Tabelle.