In der 2. Klasse West hat sich SV Riedau 1b am Samstag mit einem 1:1 von UFC Mettmach getrennt. Nach torloser erster Hälfte brachte Tobias Gerhard Gumpinger die Gastgeber in der 55. Minute in Führung, ehe David Stastny in der 89. Minute noch ausglich. Für Mettmachs Co-Trainer Simon Pillichshammer blieb vor allem ein Eindruck hängen: Seine Mannschaft ließ vor der Pause zu viel liegen und machte sich das Spiel damit selbst schwer.
Aus Sicht der Gäste war genau dort der Knackpunkt zu finden. Pillichshammer sprach nach dem Spiel von einer neuerlichen Umstellung auf einen großen Platz, sah darin aber keineswegs ein Problem für seine Mannschaft. Im Gegenteil: "Wir konnten unsere Möglichkeiten ausspielen und hatten wieder die Chance, Fußball zu spielen." Vor allem über die Seiten wurde Mettmach nach seiner Einschätzung immer wieder gefährlich. Dass es zur Pause trotzdem nur 0:0 stand, wurmte den Co-Trainer sichtbar. "Im Großen und Ganzen müssen wir in der ersten Halbzeit schon deutlich führen", sagte er, und schob die Erklärung gleich nach: "Wir haben in der ersten Halbzeit wirklich drei, vier Tausender-Chancen liegen gelassen." Besonders bitter aus Mettmacher Sicht war dabei, dass laut Pillichshammer sogar zwei oder drei Hochkaräter ungenutzt blieben, darunter Möglichkeiten "vorm leeren Tor".
Dass Riedau dann nach dem Seitenwechsel vorlegte, passte aus Sicht der Gäste genau ins Bild eines Nachmittags, an dem vieles gegen den eigenen Spielverlauf lief. In der 55. Minute traf Tobias Gerhard Gumpinger zum 1:0 für die Heimelf. Pillichshammer ordnete die Entstehung des Treffers sehr konkret ein und sah die Ursache auch bei seiner Mannschaft: "Das 1:0 war vielleicht ein Eigentor von uns, weil es eine Ecke für uns war und wir hinten Probleme mit der Restverteidigung hatten. Dann haben sie einen Konter gefahren und dadurch ist das 1:0 passiert." Für Mettmach sei das ein Moment gewesen, in dem man "ein bisschen selber schuld" gewesen sei. Danach wurde das Spiel aus seiner Sicht unruhiger. "Dann waren wir nervös und zu ungeduldig", sagte der Co-Trainer. Gerade diese Phase kostete Mettmach nach seiner Einschätzung die Klarheit, die vor der Pause noch vorhanden war. Die ganz großen Chancen kamen nach dem Rückstand nicht mehr in derselben Häufigkeit, auch wenn Pillichshammer betonte, dass seine Elf weiter an ein Tor glauben durfte. Gleichzeitig zollte er auch der jungen Riedauer Mannschaft Respekt. Sie sei "sehr präsent im Mittelfeld" gewesen und über die Flügel immer wieder gefährlich geworden, vor allem mit Chipbällen nach außen.
Ganz leer gingen die Gäste am Ende aber nicht aus. In der 89. Minute war es David Stastny, der noch zum 1:1 traf und Mettmach damit zumindest einen Punkt sicherte. Pillichshammer beschrieb die Szene schlicht, aber passend: "Das war dann Pingpong im Strafraum, und da haben wir das Tor gemacht." Es war jener "Lucky Punch", von dem er direkt nach dem Spiel sprach. Trotzdem klang in seinen Aussagen klar durch, dass das Remis nicht nur Erleichterung, sondern auch ein vergebener Sieg war. "Gefehlt hat uns eigentlich das nötige Glück, dass wir das Tor schießen und in Führung gehen", meinte er. Selbst nach dem Rückstand habe er daran geglaubt, dass noch mehr möglich sei. "Wenn wir den Ausgleich früher machen, dann hätten wir mit mehr Zeit sicher auch noch den Siegestreffer gemacht." So blieb es beim 1:1, mit dem beide Teams nach fünf Runden bei sieben Punkten halten. Für Mettmach ist es ein Auswärtspunkt, der spät kam, für Pillichshammer aber vor allem einer, der die ausgelassenen Möglichkeiten vor der Pause noch schwerer wiegen lässt.