In der 2. Klasse West hat der SV Waldzell am Sonntagnachmittag mit einem 2:1-Erfolg gegen die SPG Obernberg/Ort für eine Überraschung gesorgt. Trainer Oliver Schiessl führte den ersten Saisonsieg vor allem darauf zurück, dass seine junge Mannschaft den Matchplan diesmal über die volle Distanz durchgezogen habe. Gegen den Favoriten sei das laut Coach der entscheidende Punkt gewesen.

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Die Ausgangslage war aus Sicht der Gastgeber alles andere als einfach, und genau das sprach Schiessl nach dem Schlusspfiff auch offen an. „Für uns war das natürlich eine ganz schwere Ausgangslage. Aber das sind genau diese Spiele, die oft anders laufen als gedacht“, sagte der Waldzell-Trainer. Entscheidend war für ihn nicht ein einzelner Moment, sondern die Art, wie seine Mannschaft die Aufgabe über die gesamten 90 Minuten annahm. „Wir waren heute sehr gut eingestellt. Kompliment an meine ganze Mannschaft. Von der ersten bis zur 90. Minute haben wir den Spielplan umgesetzt“, so Schiessl. Er wollte den Erfolg deshalb auch nicht als glücklichen Ausreißer stehen lassen, sondern als verdienten Auftritt einer Mannschaft, die diesmal konsequent bei ihrer Linie blieb. „Ich glaube wirklich, dass wir heute verdient gewonnen haben“, betonte er noch einmal.
Auf dem Platz schlug sich das schon in der ersten Halbzeit im Ergebnis nieder. In der 22. Minute brachte Florian Posch den SV Waldzell mit 1:0 in Führung, und genau dieses Tor hob Schiessl im Gespräch besonders hervor. „Das 1:0 durch den Freistoß war natürlich für uns ganz wichtig, um positiv in diese Partie hineinzukommen“, erklärte er. Viel mehr wollte der Trainer an dieser Szene gar nicht festmachen, außer dass der Ball gut geschossen war und im kurzen Eck landete. Zehn Minuten später legte Lukas Schrattenecker per Elfmeter das 2:0 nach. Schiessl sprach dabei von einem „klaren Handspiel“ als Auslöser. Mit diesem zweiten Treffer hatte sich Waldzell für eine starke erste Hälfte belohnt, und der Trainer war sogar der Meinung, dass noch mehr drin gewesen wäre. „Wir hätten durchaus noch ein oder vielleicht sogar zwei Tore nachlegen können in der ersten Halbzeit. Die haben wir dann nicht mehr konsequent fertig gespielt“, sagte er. Dass es zur Pause trotzdem 2:0 stand, war für ihn aber die verdiente Folge einer sehr konzentrierten Leistung.
Nach dem Seitenwechsel kam Obernberg durch Christian Wagner in der 53. Minute auf 2:1 heran, doch auch diesen Moment stellte Schiessl nicht als große Wende oder als Nervenprobe in den Mittelpunkt. Vielmehr blieb er bei seiner Linie, dass sein Team über die gesamte Spielzeit als Einheit funktioniert habe. „Es war über neunzig Minuten eine unglaubliche konstante Mannschaftsleistung von uns“, sagte der Trainer. Genau darin sah er die größte Stärke seines Teams. „Jeder ist für den anderen gelaufen, jeder hat für den anderen gekämpft. Und wenn ein Fehler passiert ist, hat der andere Spieler ihn ausgebessert.“ Dass Waldzell nach dem Gegentor nicht auseinanderfiel, passte zu dieser Einschätzung. Der Coach wollte deshalb auch keinen Einzelnen besonders herausheben, obwohl mit Posch und Schrattenecker zwei Torschützen natürlich im Mittelpunkt standen. „Ich will keinen hervorheben. Das war von allen eine Topleistung“, sagte Schiessl, der seine junge Mannschaft ausdrücklich lobte und von einer „absoluten Top-Mannschaftsleistung“ sprach.
Trotz aller Freude beließ es der Trainer nicht bei bloßem Jubel. Er erinnerte daran, dass seine Mannschaft in den vergangenen Partien den Plan oft nur über eine Halbzeit oder rund 60 Minuten durchgebracht hatte und genau daraus Rückschläge entstanden waren. Umso größer war für ihn diesmal die Genugtuung, dass dieser Schritt gelungen ist. „Wir haben eine sehr junge Truppe, die noch in der Lernphase ist“, sagte Schiessl. Gerade deshalb ordnete er den Heimsieg hoch ein. Gleichzeitig sprach er aber auch an, wo noch Luft nach oben ist. „Die eine oder andere Aktion hätten wir vielleicht besser fertig spielen können. Dann wäre die Partie vielleicht sogar früher entschieden gewesen.“ Für den SV Waldzell war es damit nicht nur ein überraschender Erfolg gegen einen starken Gegner, sondern auch ein Auftritt, der für die nächsten Wochen als Maßstab dienen kann.