Spielberichte

„Eindeutig in der Chancenverwertung“: Union Lohnsburg vergibt zu viel, Obernberg trifft dreimal

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Union Lohnsburg
Obernberg/Ort

In der 2. Klasse West hat der FußballClub Union Lohnsburg gegen die SPG Obernberg/Ort mit 0:3 verloren. Das Ergebnis fiel aus Sicht von Sportchef Tobias Streif allerdings klarer aus, als es der Verlauf hergab. Lohnsburg startete gut, ließ mehrere Chancen ungenutzt und bekam dann von einem Gegner, der seine Möglichkeiten konsequent verwertete, die Rechnung präsentiert.

Spieler in gelben Stutzen und türkisen Schuhen mit Ball

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Starker Beginn bleibt ohne Ertrag

Für Tobias Streif war gleich nach dem Schlusspfiff klar, woran dieser Nachmittag aus seiner Sicht hing. "Leider haben wir unsere Chancen nicht genutzt und Obernberg war sehr effektiv", sagte der sportliche Leiter. Gerade die Anfangsphase untermauerte diese Einschätzung. Lohnsburg war sofort im Spiel, hatte nach wenigen Minuten den Stangenschuss von Sandro Wienroither und legte kurz darauf mit einer weiteren guten Aktion nach, bei der Jonas Grüll im Strafraum nicht erfolgreich abschließen konnte. Dazu kam noch ein weiterer gefährlicher Abschluss nach einer gut ausgespielten Kombination, den der Gästetormann über die Latte drehte. Streif sprach deshalb von "drei hochkarätigen Chancen" in den ersten rund 20 Minuten und meinte: "Wir sind sehr gut in die Partie gestartet." Obernberg hatte in dieser Phase laut Streif nur eine nennenswerte Offensivaktion, ehe die Partie mit dem Elfmeter in eine andere Richtung lief. Nach einem Foul von Manuel Grüll im Strafraum trat Petr Palenik an und brachte er die Gäste in der 31. Minute mit 1:0 in Führung. Für Streif fiel dieser Rückstand "entgegen des Spielverlaufs" und damit genau in einer Phase, in der Lohnsburg eigentlich mehr vom Spiel hatte.


Nach der Pause wieder dran, dann folgt 0:2

Auch nach dem Seitenwechsel war aus Lohnsburger Sicht noch längst nichts entschieden. Streif betonte sogar, dass seine Mannschaft "extrem stark aus der Halbzeit" gekommen sei. Die Gastgeber blieben nach Standards gefährlich, einmal wurde laut seiner Schilderung auf der Linie geklärt, ein weiteres Mal zeichnete sich der Tormann der Gäste nach einem Kopfball aus. Gerade diese Minuten nach Wiederbeginn sah Streif als gute Phase seiner Mannschaft. "Wir konnten uns hier steigern und haben ein besseres Passspiel aufgezogen als in der ersten Halbzeit", sagte er. Umso bitterer war aus seiner Sicht der zweite Gegentreffer. In der 59. Minute unterlief Lohnsburg im Spielaufbau ein Fehler, Mario Sommer nutzte die Situation und erhöhte auf 2:0. Trotzdem gab sich die Heimelf noch nicht auf. Eine weitere große Möglichkeit blieb jedoch ebenfalls ungenutzt, als Thomas Fery und Jonas Grüll in einer Kontersituation nicht zum Torerfolg kamen. Genau dort setzte Streif mit seiner Analyse an: "Da hätten wir teilweise noch konsequenter und konzentrierter die einfache Lösung suchen sollen, um das Tor zu erzielen."

Obernberg nutzt seine Chancen, Lohnsburg bleibt nur Lob für den Auftritt

Spätestens mit dem dritten Treffer war die Entscheidung gefallen. In der 70. Minute war erneut Petr Palenik zur Stelle und stellte auf 3:0, danach war nach Streifs Eindruck "die Luft etwas draußen". Die letzten Minuten liefen ohne große Möglichkeiten aus, doch in seiner Gesamtbewertung blieb der sportliche Leiter dabei, dass das Resultat zu hoch ausgefallen sei. "Während des Spielverlaufs konnte man keinen Unterschied erkennen. Man konnte nicht sehen, wer Dritter und wer Siebter in der Tabelle ist", sagte Streif. Gleichzeitig sprach er Obernberg genau jene Stärke zu, die an diesem Tag den Unterschied machte. "Ein großer Vorteil von Obernberg ist einfach die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. Die haben die nötigen Spieler und die nötigen Stürmer, die die Chancen dann einfach verwerten." Spielerisch hatte er sich von den Gästen sogar mehr erwartet, entscheidend war für ihn aber nicht die Spielanlage des Gegners, sondern dessen Effizienz. Dass die Schiedsrichterleistung Einfluss auf das Ergebnis gehabt hätte, sah Streif ausdrücklich nicht: Er sprach von einer "soliden Schiedsrichterleistung", die mit dem Ausgang der Partie nichts zu tun hatte.

Leistung macht Mut, Ausbeute bleibt Thema

So blieb unter dem Strich eine Niederlage, aus der Streif trotz allem auch positive Punkte mitnahm. Er hob hervor, dass die Union Lohnsburg in der zweiten Halbzeit spielerische Akzente gesetzt, sich gesteigert und in den Zweikämpfen aus seiner Sicht sogar die Oberhand behalten habe. "Die Einstellung war grundsätzlich sehr gut", sagte er. Genau deshalb schmerzt das 0:3 aus seiner Sicht umso mehr. Für Streif ist die Erklärung letztlich einfach: "Eindeutig in der Chancenverwertung, in der Offensive." Dort fehlten seiner Mannschaft diesmal das nötige Glück, aber auch die letzte Konsequenz. Sein Gesamturteil fiel deshalb deutlich aus, obwohl es gegen einen Top-Drei-Gegner ging: "Es war aus meiner Sicht ein sehr unglücklicher Spielverlauf für unsere Burschen." Wenn Lohnsburg an die Anfangsphase und an die ordentliche zweite Halbzeit anknüpfen kann, bleibt die Aufgabe klar umrissen: Die Leistung muss sich endlich auch auf der Anzeigetafel niederschlagen.

2. Klasse West: Lohnsburg : Obernberg/Ort - 0:3 (0:1)

  • 70
    Petr Palenik 0:3
  • 59
    Mario Sommer 0:2
  • 31
    Petr Palenik 0:1