Aus Sicht von Amarildo Zela dominierten an diesem Nachmittag vor allem verpasste Momente und klare Erkenntnisse. Im Duell der Bezirksliga Nord zwischen der SPG Katsdorf und Union Lembach sprach der Lembacher Trainer von einem insgesamt ausgeglichenen Spiel – und dennoch einem bitteren Tag in puncto Effizienz. Frühphase verschlafen, danach Druckphase ohne Ertrag, dazwischen eine Doppelchance, die das Spiel hätte drehen können: Zelas Bilanz ist nüchtern, sein Blick nach vorn klar formuliert.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
„Wir sind nicht ins Spiel reingekommen. Die Einstellung hat nicht gepasst.“ Zelas Fazit zur Anfangsphase ist deutlich. Katsdorf nutzte genau da die Unordnung: Nach einem Fehlpass auf der rechten Seite und einem präzisen Tiefpass lief der Stürmer allein durch und schob ein – Michael Scheweder traf in Minute 15 zum 0:1. Lembach brauchte rund 20 Minuten, um Zugriff zu bekommen, dann folgte die Szene, die für Zela das Spiel definierte: eine Doppelchance kurz vor der halben Stunde. Jakob Pechmann lief alleine auf den Tormann zu, der parierte, der Abpraller landete bei Jonathan Altendorfer, dessen Kopfball aufs leere Tor ein Katsdorfer Verteidiger akrobatisch auf der Linie klärte. „Das war der Schlüsselmoment, glaube ich – zwei Topchancen binnen zehn Sekunden.“ Ausgleich verpasst, Wirkungstreffer ausgeblieben – und zur Pause stand es 0:1. Zelas Credo dazu: „Wenn du solche hundertprozentigen Torchancen nicht machst, wirst du im Fußball bestraft.“
Mit Wiederanpfiff suchte Lembach den schnellen Ausgleich, doch das Tor fiel auf der anderen Seite: Nach einem weiteren schnellen Umschaltmoment stellte Mattias Kerschbaummair in Minute 62 auf 0:2. Lembach antwortete prompt, drückte und kam „verdient“ zurück – Martin Schinkinger verkürzte in Minute 64 auf 1:2, der Anschluss gab dem Team spürbar Schub. Genau in dieser aktiven Phase folgte der Nackenschlag: Eine unsauber verteidigte Standardsituation brachte die Entscheidung. „Wir sind in der Szene nicht gut gestanden. Zwei Gegenspieler waren frei – das haben die Katsdorfer eiskalt ausgenutzt“, schildert Zela. Paul Raab vollendete in Minute 78 zum 1:3. In Summe sah der Trainer eine Partie ohne klares Ballbesitzübergewicht: „Ich muss sagen, es war ausgeglichen, weil beide Teams nicht großes Risiko gegangen sind. Beide Teams haben auf Pressing gespielt.“ Der Unterschied lag für ihn im Detail: „Katsdorf war beim zweiten Ball konsequenter und hat den letzten Pass sauberer gespielt.“ Sein Grundsatz an diesem Tag: „Wenn du deine Chancen nicht nutzt, bekommst du sie hinten.“
Ungeachtet des Ergebnisses hob Zela Spieler heraus, die das Spiel prägten. Bei den Gastgebern imponierten ihm besonders die Nummer 7 und die Nummer 14 – Akteure, die nach seiner Wahrnehmung entscheidende Momente setzten. In den eigenen Reihen ragte ein Duo heraus: „Für mich in unserem Spiel war Jonathan Altendorfer (Nummer 12) unser bester Mann. Er hat gekämpft, gerackert, war für mich an diesem Tag top.“ Zudem würdigte er Daniel Zauner, der konstant Leistung bringe. Gleichzeitig machte Zela die Problemzonen konkret: „Unsere Viererkette war nicht kompakt, wie in den ersten drei Partien.“ Stellungsfehler hätten die ersten beiden Gegentreffer begünstigt, dazu kam eine zu große Distanz zwischen Abwehr und Mittelfeld. „Die Aggressivität hat in diesem Spiel gefehlt und die Abstände waren zu groß.“
Auch die Effizienz bleibt Baustelle – personell nicht ohne Grund: „Bernhard Timpner, unser Vizekapitän, fehlt aktuell – er ist der Einzige, der bei uns bisher fünf Tore geschossen hat. Zauner hat vier Tore erzielt und Adnan Nocic drei.“ Was folgt, ist ein klarer Trainingsauftrag: defensive Kompaktheit schärfen, Chancen entschlossener verwerten. Zela bringt es auf den Punkt: „Wir müssen dieses Spiel abhaken und uns auf nächste Woche vorbereiten. Ganz einfach.“