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Union Lembach vs. DSG Sportunion Altenberg 4:4 – Amarildo Zela: „Ich bin wirklich stolz auf diese Mannschaft“

Union Lembach
Union Altenberg

Im intensiven Duell von Union Lembach und DSG Sportunion Altenberg in der Bezirksliga Nord erlebte Amarildo Zela ein Wechselbad der Gefühle. Viele Chancen, viel Tempo – am Ende, so der Trainer, „nehmen wir einen Punkt mit“, zugleich seien es „zwei verlorene Punkte“. Nach defensiven Umstellungen und mit dem Startelf-Debüt des 16-jährigen Niklas Höfler hob der Coach die Moral hervor: Seine Elf dominierte die Schlussphase, belohnte sich spät und zeigte die erhoffte Reaktion auf die Vorwoche.

Nahaufnahme Flutlichtmast

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Ein Spiel auf Messers Schneide

Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit Umschaltmomenten im Minutentakt. Lembach begann furios und ging in der 13. Minute durch Daniel Zauner mit 1:0 in Führung. Altenberg antwortete umgehend: Paul Daxecker stellte in der 14. Minute auf 1:1, ehe Simon Mayr nur drei Minuten später (17.) zum 1:2 drehte. Lembach schlug noch vor der Pause doppelt zurück – beide Male traf Adnan Nocic, zunächst zum 2:2 (24.) und danach zur 3:2-Führung (37.). Kurz vor der Halbzeit glich Simon Mayr in der 44. Minute zum 3:3 aus, und Oliver Pfarrhofer traf in der 45. Minute zum 3:4-Halbzeitstand. Nach dem Wechsel drängte Lembach lange auf den Ausgleich – und bekam ihn spät: Adnan Nocic erzielte in der 88. Minute das 4:4 und schnürte damit den Dreierpack. Zelas Fazit zur Dramaturgie blieb zweigeteilt: Sein Team habe Charakter gezeigt und sei am Ende für den Aufwand belohnt worden, zugleich fühlte es sich wegen der verpassten Schlussoffensive wie eine vertane Gelegenheit an.

Umstellungen, Jugend und Wucht bei Standards

Zela ordnete die Leistung in einen anspruchsvollen Rahmen ein. Er sprach von elf Ausfällen, stellte die Defensive um und verwies darauf, dass ein Innenverteidiger gesperrt war. Besonders hob er das Vertrauen in die eigene Jugend hervor: Der 16-jährige Niklas Höfler feierte sein Startelf-Debüt und „hat eine souveräne Partie gespielt, 70 oder 72 Minuten“. In Summe standen mehrere sehr junge Kräfte auf dem Platz – ein Detail, das die Bedeutung der Vorstellung zusätzlich unterstrich. Auch die Bedingungen prägten das Spiel: „Die Platzverhältnisse waren noch nicht optimal“, weshalb beide Teams vermehrt auf zweite Bälle setzten. Im eigenen Ballbesitz verortete Zela dennoch ein Übergewicht von rund 60:40 zugunsten seiner Mannschaft, die hoch presste und viele Aktionen nach vorn suchte. Besonders bei Standards entwickelte Lembach enorme Wucht: „Bei Ecken und Freistößen aus dem Halbfeld waren wir brandgefährlich“, so der Coach. Prägend blieb eine Szene, als nach einer Ecke ein Kopfball aus kurzer Distanz über das verwaiste Tor ging – stellvertretend für mehrere dicke Gelegenheiten, die den Spielausgang hätten kippen können. Die Härte in der Luft hinterließ Spuren: Infolge von Luftduellen gab es zwei Blessuren nach Zusammenstößen. Trotz allem blieb Zelas Grundtenor positiv: Die Umstellungen griffen, die Mannschaft trug die Idee mit, und die Mischung aus Pressing, Standards und Physis sorgte dafür, dass Altenberg nach der Pause kaum mehr zur Entfaltung kam.

Schlussphase, Paraden und Ausblick

Die letzten 20 Minuten gehörten klar Lembach. Zela schilderte, sein Team habe in dieser Phase praktisch nur auf ein Tor gespielt und die Begegnung endgültig an sich gerissen. Zwei Momente ragten heraus: Zunächst lief Jakob Pechmann in der 81. oder 82. Minute allein auf den Torhüter zu, versuchte den Lupfer, doch im letzten Moment lenkte der Schlussmann zur Ecke. Kurz darauf hatte der Lembacher Torjäger die Entscheidung auf dem Fuß – frei im Fünfmeterraum, flach abgeschlossen, und wieder blieb der Altenberger Keeper Sieger. Nach Zelas Eindruck „hat der junge Tormann heute Altenberg einen Punkt gerettet“. Insgesamt sah er die zweite Halbzeit klar auf Seiten seiner Elf: Altenberg kam vornehmlich über Konter, Lembach ließ defensiv kaum mehr etwas zu, dominierte Zweikämpfe und generierte aus Standards permanent Gefahr.

Seine Gesamtbilanz blieb dennoch ambivalent – sportlich wertvoll, emotional bitter: „Für mich waren es zwei verlorene Punkte.“ Gleichzeitig strich er die Entwicklung des Teams heraus und lobte die gute Reaktion auf die Vorwoche. Zur Leitung auf dem Feld meinte er, sie sei „im Großen und Ganzen in Ordnung“ gewesen. Mit Blick nach vorn verwies Zela auf personelle Rückkehrer und mehr Stabilität: „Wichtig ist, dass nächste Woche Felix Hofmann zurückkommt. Dann werden wir hinten noch besser stabilisieren.“ Das Ziel bleibt klar umrissen: Auftreten konservieren, das Tempo weiter anziehen und die Erträge maximieren – „wenn man so weiterspielt, bin ich sicher, das die Ergebnisse auch komme werden.“

Bezirksliga Nord: Lembach : Altenberg - 4:4 (3:4)

  • 88
    Adnan Nocic 4:4
  • 45
    Oliver Pfarrhofer 3:4
  • 44
    Simon Mayr 3:3
  • 37
    Adnan Nocic 3:2
  • 24
    Adnan Nocic 2:2
  • 17
    Simon Mayr 1:2
  • 14
    Paul Daxecker 1:1
  • 13
    Daniel Zauner 1:0