Zwischen der SPG Katsdorf und Union Wippro Vorderweißenbach entwickelte sich in der Bezirksliga Nord ein geduldiges, kontrolliertes Spiel – mit klaren Worten danach von Josef Příhoda. Der Trainer sah sein Team zwar lange am Ball, aber ohne Durchschlagskraft im letzten Drittel. Er sprach offen über vergebliche Angriffe, wechselhafte Standards und den späten Ausgleich nach einer Ecke, betonte die faire Gangart auf dem Platz – und richtete den Blick mit deutlicher Erwartungshaltung bereits auf das kommende Heimspiel gegen Freistadt.

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Příhoda beschrieb das Spiel seiner Mannschaft als kontrolliert, aber zu ungefährlich: „Wir waren das ganze Spiel über klar überlegen am Ball. Wir hatten deutlich mehr Ballbesitz, aber im letzten Drittel haben wir es nicht geschafft, gefährlich zu werden. Solche Spiele müssen wir einfach für uns entscheiden.“ Nach seiner Einschätzung lag der Ballbesitz deutlich auf Seiten Vorderweißenbachs – er sprach von rund 70 Prozent und einem klaren Plus an Pässen –, doch der Ertrag blieb aus. „Wir haben uns einfach keine Chance herausgespielt“, hielt er fest und zog die zentrale Lehre des Abends: „Ohne herausgespielte Chance gibt es kein Tor.“ In der Bewertung blieb er konsequent: Qualität sei vorhanden, doch die letzte Konsequenz habe gefehlt, um solche Partien „normal“ für sich zu entscheiden.
Der Start verlief unglücklich: Bereits in Minute 3 lag Vorderweißenbach 0:1 zurück – ein Eigentor von Fabian Schimpl. Die Gäste mussten dem Rückstand bis zur Pause beim Stand von 0:1 hinterherlaufen und fanden lange kaum zwingende Wege in den Strafraum. Příhoda erinnerte an wenige Gelegenheiten auf beiden Seiten, mit leichten Vorteilen der Heimelf zu Beginn. In der 80. Minute traf Philipp Haiböck nach einer präzise getretenen Ecke zum 1:1. „Wir haben das Tor nach einer Ecke erzielt, obwohl uns die Ecken das ganze Spiel über nicht gelungen sind“, ordnete der Trainer den Ausgleich ein. Trotz des wichtigen Treffers blieb die Bilanz nüchtern: viel Kontrolle im Mittelfeld, aber zu selten Dynamik und Präsenz in den entscheidenden Zonen.
Bei den ruhenden Bällen sah Příhoda Licht und Schatten. Defensiv stand sein Team solide: „Der Gegner hatte einige Ecken, aber wir haben sie geklärt.“ Offensiv haderte er mit der Ausführung: „Wir hatten einige Ecken, aber wir haben sie richtig schlecht ausgeführt – wir haben oft nur niedrig den ersten Spieler getroffen.“ Dass der Ausgleich ausgerechnet nach einer vorbildlich getretenen Ecke fiel, passte zu diesem widersprüchlichen Abend. Positiv verbuchte er die faire Atmosphäre: „Es war ein faires Spiel, keine besonderen Fouls, über die man reden müsste.“ Den Blick richtete er sofort nach vorn: „Wir spielen zu Hause und wollen unbedingt drei Punkte holen. Im Frühjahr zeigen wir große Qualität, aber wir müssen mehr in den Strafraum kommen – dort werden Spiele entschieden, nicht beim sicheren Querpassen rund um die Mittellinie.“ Seine Erwartung an die nächste Aufgabe ist eindeutig: Gegen Freistadt soll die Offensive zulegen, vor allem im letzten Drittel.