Spielberichte

Philipp Aigner (Trainer SV HOLZMANN Haslach): „Ein Punkt wäre verdient gewesen“

SV HOLZMANN Haslach
Union Julbach

In der Bezirksliga Nord blieb das Derby zwischen SV HOLZMANN Haslach und Union Thaller Fassaden Julbach bis zum Schluss eng – am Ende stand ein 0:1. Haslach rannte nach dem Rückstand an, Julbach verteidigte die knappe Führung mit viel Disziplin über die Zeit. „Aus meiner Sicht wäre mindestens ein Punkt verdient gewesen“, meinte SVH-Trainer Philipp Aigner nach einer Partie, die erst in Minute 32 ihren einzigen Treffer sah und danach vom offenen Schlagabtausch lebte.

Spieler rutscht mit Ball auf Rasen

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Frühes Duell auf Augenhöhe, Julbach nutzt die erste Chance

Rein vom Gefühl her war rasch klar, dass es ein Derby wird, in dem zunächst keiner zu viel Risiko nimmt. „Es war ein typisches Derby mit vielen Zweikämpfen, Tempo und hoher Intensität“, schilderte Philipp Aigner. Seine Elf kam ordentlich rein, doch dieser gute Beginn trug nicht allzu weit: „Wir sind ganz gut ins Spiel gekommen, haben dann aber etwas den Faden verloren.“ Genau in diese Phase hinein fiel das 0:1 – und zwar mit der ersten echten Julbacher Möglichkeit. In Minute 32 traf Michael Kasper, nachdem Haslach auf der Außenbahn den Ball verloren hatte. „Das Gegentor ist aus dem Nichts gefallen und war die einzige Chance des Gegners aus dem Spiel“, ärgerte sich Aigner, der Julbachs kurze Drangphase vor der Pause anerkennen musste: „Mit der Führung waren sie bis zum Halbzeitpfiff etwas besser.“ Bei 0:1 ging es in die Kabinen.

Haslach legt nach der Pause zu, Julbach mauert clever die Null

Aus der Pause kam Haslach verändert – nicht nur personell, sondern vor allem in der Art, das Spiel anzupacken. „Nach taktischen Umstellungen und Wechseln haben wir deutlich besser gespielt und die entscheidenden Räume gefunden“, so Aigner. Der Gastgeber hatte mehr Ball, kombinierte mutiger und erspielte sich die Möglichkeiten, die vor der Pause gefehlt hatten. „Wir hatten zwei, drei große Chancen – da müssen wir mindestens einen Punkt mitnehmen.“ Doch Julbach blieb in seiner Linie konsequent: tief stehen, kompakt verschieben, in den Zweikämpfen zupacken. „Mit der Führung im Rücken haben sie sehr diszipliniert, tief und konsequent verteidigt und waren in den Zweikämpfen präsenter“, erklärte Aigner. Den Unterschied fasst er so zusammen: „Julbach wollte die Null halten, wir wollten das Spiel gestalten.“ Auch wenn Haslach laut Aigner in der zweiten Halbzeit „deutlich besser war, mit viel mehr Ballbesitz“, blieb die Belohnung aus. „Aus meiner Sicht wäre mindestens ein Punkt verdient gewesen“, betonte der Coach.

Lob für den Referee, Sonderlob für Straußberger und Rückkehrer Gahleitner

Ein Aufreger-Thema gab es an diesem Nachmittag nicht. „Der Schiedsrichter, Herr Oberlaber, ist sehr erfahren und hat das Spiel souverän geleitet. Er hatte eine klare Linie“, stellte Aigner klar. Stattdessen verteilte der Haslach-Trainer lieber Lob in den eigenen Reihen – und das ausdrücklich. „Unser junger Innenverteidiger Sebastian Straußberger bringt seit Wochen sehr gute Leistungen und Stand bis jetzt jede Minute in dieser Saison am Platz“, sagte er. Besonders freute ihn auch ein Comebacker: „Sehr erfreulich ist, dass Lukas Gahleitner nach langer Verletzungspause zurück ist und mit seiner Erfahrung für Stabilität sorgt – heute zum zweiten Mal in der Startelf.“ Bei aller Enttäuschung über das 0:1 blieb Aigner fair: „Julbach kann man zu drei sehr wichtigen Punkten gratulieren. Aufgrund des Zusammenhalts und der Einzelspielerqualität werden sie den Klassenerhalt schaffen.“

Was Haslach mitnimmt – und woran gearbeitet wird

Für Haslach bleibt unterm Strich die Erkenntnis, dass die zweite Halbzeit die Richtung vorgibt. „Der Matchplan war grundsätzlich gut und hat speziell nach der Pause funktioniert“, bilanzierte Aigner. Was gefehlt hat, benennt er ohne Umschweife: „In der ersten Halbzeit haben wir die Grundtugenden vermissen lassen – Laufbereitschaft, Zweikampfverhalten. In den 15, 20 Minuten vor der Pause war uns der Gegner da überlegen.“ Genau dort will der SVH ansetzen: die Intensität von Hälfte zwei von Beginn an auf den Platz bringen, die Räume wieder so konsequent finden – und die Chancen nutzen. Denn an Gelegenheiten mangelte es nach dem Seitenwechsel nicht, nur der Ball wollte einfach nicht rein. Bleibt es beim Auftritt der zweiten 45 Minuten, wird sich Haslach in den kommenden Wochen wieder belohnen.

Bezirksliga Nord: SV Haslach : Julbach - 0:1 (0:1)

  • 32
    Michael Kasper 0:1