Spielberichte

„Wir wollen nicht mehr gegen den Abstieg spielen“ – Union Lembach peilt den nächsten Schritt an

Union Lembach

In der Bezirksliga Nord blickt Union Lembach auf eine starke Rückrunde zurück. Trainer Amarildo Zela übernahm die Mannschaft im Winter in schwieriger Lage, führte sie aber noch auf Rang neun. Trotz der klar positiven Entwicklung sieht der Coach weiter Luft nach oben, vor allem im Abschluss. Vor dem Trainingsstart am 7. Juli geht es nun um Kaderfragen, verletzte Spieler und ein deutlich höher gestecktes Ziel für die neue Saison.

Fußballtor

Foto von Mike Robinson auf Unsplash

Starker Frühjahrsauftritt nach heiklem Winter

Wenn Amarildo Zela auf die vergangenen Monate zurückblickt, fällt sein Urteil deutlich aus. „Grundsätzlich muss ich sagen, das war eine gute Rückrunde“, sagt der Trainer. Er erinnert auch daran, in welcher Situation er die Mannschaft Anfang Jänner übernommen hat. Union Lembach war damals Vorletzter, hatte zwölf Punkte und steckte tief im Abstiegskampf. Umso zufriedener ist Zela mit der Entwicklung danach. „Wir hatten eine fantastische Rückrunde“, betont er. Vor allem spielerisch habe sich die Mannschaft klar verbessert. Der Coach spricht sogar davon, dass sein Team „fast jedes Spiel dominiert“ habe. Nur auswärts bei der DSG Union Naarn und gegen die SPG Katsdorf habe Union Lembach nicht das Niveau der übrigen Wochen erreicht. Selbst dort, so ordnet es Zela ein, sei der Gegner aber nicht klar besser gewesen. Dass am Ende mit 33 Punkten Rang neun herauskam, unterstreicht für ihn, wie groß der Schritt in wenigen Monaten war.

Viel Lob, aber ein klarer Auftrag im Abschluss

Bei aller Zufriedenheit nennt Zela auch sehr klar jenen Bereich, in dem Union Lembach weiter zulegen muss. „Viele Torchancen haben wir rausgespielt, aber beim Abschluss müssen wir wirklich eiskalt sein“, sagt er. Genau dort sieht er noch „viel Luft nach oben“. Der Sommer soll daher nicht nur dazu dienen, den guten Eindruck der Rückrunde zu konservieren, sondern vor allem die Effizienz vor dem Tor zu verbessern. Dazu kommt eine offene Baustelle im Kader. Der schmerzhafteste Abgang betrifft den Angriff, wo ein Spieler mit acht Toren den Verein verlassen hat. „Das ist für uns ein großes Loch im Sturm“, sagt Zela, der zugleich einräumt, wie schwierig es inzwischen geworden ist, einen Mittelstürmer zu bekommen. Bis zum 15. Juli will Union Lembach dennoch alles versuchen, um dort noch nachzulegen. Fix dazugekommen ist mit Valentin Mandl ein 19-jähriger Innenverteidiger, den Zela als passend für die eigene Linie beschreibt. „Er passt ganz genau in unsere Philosophie“, sagt der Trainer. Diese Philosophie ist klar: Union Lembach setzt bewusst auf junge, entwicklungsfähige Spieler. Außerdem kehrt Gregor Mühlparzer nach seiner Leihe wieder zurück und erweitert die Optionen im zentralen Mittelfeld.

Trainingsstart mit engem Zeitplan und mehreren Ausfällen

Ganz sorgenfrei kann Union Lembach in die Vorbereitung dennoch nicht gehen, weil mehrere Spieler aus der Vorsaison noch nicht voll einsatzfähig sind. Bernhard Timpner kämpft weiterhin mit Beschwerden an der Achillessehne, Manuel Pichler fällt nach einer Hüftoperation noch länger aus. Dazu kommt ein weiterer Langzeitausfall nach einer Knieverletzung, der nach Zelas Einschätzung wohl noch bis September oder Oktober fehlen wird. Der Trainer hätte natürlich lieber alle von Beginn an dabei, stellt aber auch fest, dass der Rest des Kaders gesund ist. „Gott sei Dank sind alle anderen gesund“, sagt er. Schon deshalb blickt er dem Auftakt am 7. Juli mit Vorfreude entgegen. Viel Zeit bleibt allerdings nicht. Die Meisterschaft beginnt bereits am 15. August und damit früher als gewohnt. „Bis zur Meisterschaft haben wir genau fünfeinhalb Wochen“, rechnet Zela vor. Im Vereinsumfeld selbst herrscht dagegen Ruhe. Im Trainerstab und auf Funktionärsebene bleibt alles unverändert, auch darüber hinaus gibt es laut Zela keine größeren Neuerungen.

Zauner, Pechmann und Traxler stehen für den Aufschwung

Dass Union Lembach die schwierige Ausgangslage noch drehen konnte, macht Zela nicht an Zufällen fest, sondern vor allem an der Entwicklung seiner Mannschaft. Er spricht von einer sehr ausgeglichenen Liga und sagt offen, dass ihn in der Rückrunde nicht eine einzelne Topmannschaft besonders beeindruckt habe. Auffällig sei für ihn vielmehr gewesen, wie stark gerade die Teams aus der unteren Tabellenhälfte aufgetreten seien. Umso größer fällt auch sein Lob an die eigene Gruppe aus. „Mit ein bisschen Glück hätten wir Minimum neun bis zehn Punkte mehr gehabt“, sagt er. Einzelne Spieler hebt er besonders hervor. Daniel Zauner und Jakob Pechmann waren für ihn „sportlich und menschlich überragend“, Sebastian Traxler habe sich seinen Platz erarbeitet und gerade in den letzten Partien stark aufgedreht. Diese Entwicklung einzelner Spieler soll nun der Maßstab für die ganze Mannschaft werden. Der Ausblick ist dabei deutlich formuliert. „Wichtig ist, dass wir eine schlagkräftige Truppe machen und nächste Saison nicht mehr gegen den Abstieg spielen, sondern vorne mitspielen“, sagt Zela. Und er ergänzt mit Blick auf die Perspektive des Vereins: „Union Lembach gehört irgendwann in die Landesliga.“