In der Bezirksliga Nord hat USV St. Oswald/Freistadt die Saison auf Platz zwei abgeschlossen. Co-Trainer Bernhard Bauer zieht ein knappes, aber klares Fazit: Defensiv war die Mannschaft vor allem im Herbst stabil, vorne fehlte später jene Treffsicherheit, die lange ein Trumpf gewesen war. Dazu steht im Sommer einiges an Bewegung an, weil es mehrere Abgänge, neue Spieler und auch einen Trainerwechsel gibt. Das macht die nächsten Wochen beim Tabellenzweiten besonders interessant.

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Beim sportlichen Rückblick bleibt Bauer zwar kurz, seine Linie ist aber klar erkennbar. "Es hat gut funktioniert", sagt der Co-Trainer zunächst über die abgelaufene Saison. Danach wird er konkreter und verweist auf jene Punkte, die in St. Oswald trotz des starken Endergebnisses weiter Thema bleiben. "In der Verteidigung gibt es Potenzial und auch vorne ist noch etwas offen", erklärt Bauer. Gleichzeitig erinnert er daran, worauf sich die Mannschaft in ihrer besten Phase verlassen konnte: "Im Herbst sind wir hinten gut gestanden." Dass USV St. Oswald/Freistadt die Spielzeit mit 47 Punkten auf Rang zwei beendet hat, passt zu dieser Einschätzung. Der Endspurt mit Siegen gegen SPG Katsdorf und Union Altenberg, dem 3:3 gegen SV HOLZMANN Haslach sowie Niederlagen gegen Steinprofis Oepping-Peilstein und Vorderweißenbach zeigt aber auch, warum Bauer trotz einer insgesamt starken Saison nicht einfach nur zufrieden zurückblickt.
Gerade weil die Basis stimmt, wird der Sommer beim Tabellenzweiten kein ruhiger. Bauer bestätigte einen Wechsel an der Seitenlinie und formulierte es ohne große Umschweife: "Neuer Trainer ist Milen Valkov." Dazu kommt spürbare Bewegung im Kader. Als Abgänge nannte der Co-Trainer Lukas Peirlberger, Benjamin Krempl, Lukas Wurzer und Jakob Mascher. Bei Benjamin Krempl ergänzte er, dass dessen Weg nach Pregarten führt. Für eine Mannschaft, die sich in der Bezirksliga Nord lange im Spitzenfeld gehalten hat, ist das keine kleine Veränderung. Wenn mehrere Spieler gehen und gleichzeitig ein neuer Trainer übernimmt, verschieben sich automatisch Aufgaben, Hierarchien und Abläufe. Umso wichtiger ist aus Sicht des Vereins, dass die Vorbereitung nicht auch noch von Ausfällen begleitet wird. Bauer brachte das in einem Satz auf den Punkt: "Gott sei Dank gibt es keine Verletzten."
Passend dazu fällt auch die Liste der Zugänge nicht kurz aus. Bauer nannte Nikolas Krenziv, der aus Esternberg ins Mittelfeld kommt, Tormann Alex Kuttner aus Sandl, Tobias Auer aus Rainbach für das Mittelfeld, Tobias Tober aus Sandl für die Verteidigung sowie Tristan Sengstbratl von Pregarten 1B, ebenfalls für das Mittelfeld. Schon diese Verteilung verrät, wo der Klub ansetzen will. In der Defensive soll mehr Stabilität entstehen, im Mittelfeld kommen mehrere neue Möglichkeiten dazu, und auch im Tor gibt es eine zusätzliche Option. Das deckt sich direkt mit Bauers Einschätzung, dass in der Verteidigung noch Potenzial liegt und auch nach vorne noch nicht alles ausgereizt ist. Der Umbruch fällt damit nicht völlig radikal aus, aber er ist deutlich genug, um den Sommer in St. Oswald zu einer wichtigen Phase für die kommende Saison zu machen.
Interessant ist auch, wie Bauer auf das Umfeld blickt. Auf die Frage, welcher Verein ihn in der Liga zuletzt besonders beeindruckt habe, antwortete er knapp mit "Lembach". Viel Ausschmückung braucht er dabei nicht, und genau das zieht sich durch das ganze Gespräch. Bauer beschreibt die Lage ohne große Schlagworte, sondern so, wie sie sich im Verein darstellt. Auch bei den Spielern, die er besonders hervorheben wollte, blieb er bodenständig und sprach von "sympathischen Spielern". Nach außen wirkt das unspektakulär, sagt aber viel über den Zugang beim Tabellenzweiten aus. Nach Rang zwei ist die Ausgangslage für USV St. Oswald/Freistadt jedenfalls ordentlich. Entscheidend wird nun sein, wie schnell Trainerwechsel, Abgänge und Zugänge zu einer neuen, funktionierenden Mischung zusammenfinden.