Spielberichte

„Wir hatten eine Achterbahnsaison“ – Julbach zieht nach Rang acht eine ehrliche Bilanz

Union Julbach

In der Bezirksliga Nord hat Union Thaller Fassaden Julbach eine Spielzeit hinter sich, die Christoph Auberger-Kochs treffend als „Achterbahnsaison“ beschreibt. Nach einem starken Beginn, einer langen schwierigen Phase und einem versöhnlichen Finish stand am Ende Rang acht mit 34 Punkten. Der Sektionsleiter erklärt, warum Julbach zwischenzeitlich tief hineingerutscht ist, was sich im Sommer im Trainerteam verändert und warum man trotzdem mit einer klaren Linie in die neue Runde gehen will.

Spieler steht mit einem Fuß auf einem Ball

Foto von Jonathan Ward auf Unsplash

Starker Start, tiefer Fall und ein versöhnlicher Schlusspunkt

Wer auf die Saison von Julbach schaut, erkennt den Verlauf auch in der Tabelle sehr deutlich. Nach den ersten Runden war die Mannschaft voll dabei, nach Runde vier stand sie sogar an der Spitze. Danach ging es aber Schritt für Schritt nach hinten, erst auf die Plätze im Mittelfeld, später noch weiter hinunter. Nach Runde 24 und auch noch nach Runde 25 lag Julbach nur noch auf Rang elf, ehe am Ende doch noch Platz acht herausschaute. Genau dieses Bild meinte Auberger-Kochs mit seiner Einschätzung: „Wir hatten eine Achterbahnsaison mit einem sehr guten Start, sind dann aufgrund von einigen Verletzungen sehr aus dem Tritt gekommen, waren lange Zeit in akuter Abstiegsgefahr. Am Ende konnten wir uns aber stabilisieren und ein versöhnliches Ende feiern.“ Auch die letzten fünf Spiele passen zu dieser Beschreibung. Auf das 5:2 gegen DSG Union Naarn folgten Niederlagen gegen SV Freistädter Bier und Oberneukirchen, dazu ein 2:2 gegen Union Schweinbach. Zum Abschluss gelang dann noch ein 2:1 gegen SK Admira Linz, das den positiven Schlusspunkt unter eine unruhige Saison setzte.

Im Kader bleibt vieles gleich, nur der Kapitän hört auf

Bei aller Bewegung in der Saison wird sich personell im Sommer nicht viel ändern. Auberger-Kochs machte klar, dass Julbach auf Kontinuität setzt und keine größere Umstellung plant. „Unser langjähriger Kapitän im zentralen Mittelfeld hat sein Karriereende bekanntgegeben. Ansonsten wird der Kader so bleiben wie bisher, punktuelle Ergänzungen können aber immer möglich sein“, sagte der Sektionsleiter. Das ist für den Verein eine wichtige Aussage, weil damit der Grundstock der Mannschaft zusammenbleibt. Einen markanten Abgang gibt es auf dieser Position trotzdem, denn gerade ein langjähriger Kapitän hinterlässt naturgemäß eine Lücke. Gleichzeitig ist aber auch klar, dass Julbach keinen großen Umbruch anstoßen will. Das gilt auch für mögliche Verstärkungen, denn „derzeit gibt es noch keine Neuzugänge zu vermelden“. Dazu kommt eine weitere Beobachtung aus dem Verein: Auberger-Kochs hob hervor, dass sich einige Youngsters in den vergangenen Monaten deutlich weiterentwickelt haben. Auch das passt zu einer Mannschaft, die nach einer schwierigen Phase versucht, aus dem bestehenden Kader heraus den nächsten Schritt zu machen.

Neuer Mann an der Linie, Hoffnung auf Bogner

Die auffälligste Veränderung gibt es nicht im Spielerkader, sondern im Trainerteam. Julbach bedankte sich beim bisherigen Trainer Peter Hain für dessen Einsatz, gleichzeitig wurde mit Tobias Koblmüller ein neuer Cheftrainer präsentiert. Auberger-Kochs formulierte das klar: „Wir möchten uns beim bisherigen Trainerteam für das Engagement bedanken. Als neuer Cheftrainer konnte mit Tobias Koblmüller eine Art Spielertrainer engagiert werden. Ihm zur Seite hat weiterhin Lukas Schörgendorfer die Zügel in der Hand.“ Beide sind und waren Spieler im eigenen Verein. Später ergänzte er auch die genaue Aufteilung im Staff: „Tobias Koblmüller ist neuer Cheftrainer. Ja, er bleibt aber auch weiterhin im Kader gemeldet. Das Tagesgeschäft übernimmt weiterhin Lukas Schörgendorfer“. Damit setzt Julbach auf eine Lösung, bei der der neue Cheftrainer auch als Spieler verfügbar bleibt. Für einen Unterhausverein ist das ein wichtiges Detail, weil Erfahrung und Präsenz auf mehreren Ebenen helfen können. Dazu kommt die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr der Verletzten, vor allem von Niklas Bogner. „Wir hoffen auf ein schnelles Comeback von Niklas Bogner, der sich Anfang der letzten Saison schwer verletzt hat“, sagte Auberger-Kochs. Nach einer Saison, in der Verletzungen laut Verein ein wesentlicher Grund für den Rückschlag waren, ist genau dieser Punkt für die neue Runde von besonderer Bedeutung.

Haslach als Maßstab und ein Sommertermin im Meran-Stadion

Mit Blick auf die kommende Saison hat man in Julbach auch die Konkurrenz im Auge. Besonders beeindruckt zeigte sich Auberger-Kochs vom SV HOLZMANN Haslach. „Ich denke, der SV Haslach wird zur neuen Saison ein Topkandidat für die vorderen Plätze sein“, sagte er. Für Julbach ist das zugleich eine Einordnung der Liga, denn die Bezirksliga Nord bleibt eng und verlangt Konstanz über viele Wochen. Genau daran fehlte es in der vergangenen Saison über längere Zeit, auch wenn das Ende wieder besser aussah. Abseits des sportlichen Bereichs gibt es im Sommer ebenfalls einen fixen Termin im Vereinskalender. Am 18. Juli findet im Meran-Stadion ein großes Boccia-Turnier der Union Julbach statt. Auberger-Kochs verband damit auch gleich eine Einladung: Man freue sich über viele Gäste und Spieler. Weitere Informationen dazu findet man auf den Online-Kanälen des Vereins. So geht Julbach nach einer Saison mit Ausschlägen in beiden Richtungen, mit personeller Kontinuität, neuem Trainerteam und einem halbwegs ruhigen Schlussbild in die Vorbereitung.