In der Bezirksliga Nord beginnt für die SPG Print&Wear Putzleinsdorf/Hofkirchen ein Sommer der Neuordnung. Nach dem Abstieg mit beiden Mannschaften zieht Obmann Bernhard Prechtl eine klare, selbstkritische Bilanz und legt zugleich die Richtung fest: keine externen Neuzugänge, dafür mehr Spieler aus dem eigenen Nachwuchs, ein Trainerteam in Arbeit und das klare Bekenntnis, das gemeinsame Projekt der beiden Orte weiterzuführen.

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Bernhard Prechtl redet die vergangenen Monate nicht schön. Der Obmann sagt offen: „Wir sind in der vergangenen Saison mit beiden Mannschaften sowohl aus der Landesliga als auch aus der 1. Klasse Nord abgestiegen und das war natürlich nicht gemäß unseren Zielsetzungen.“ Genau diese Offenheit zieht sich durch seine ganze Einschätzung. Für ihn ist der doppelte Rückschlag kein Thema, das man rasch abhakt, sondern der Ausgangspunkt für eine ehrliche Aufarbeitung. „Da muss man natürlich einen Prozess der Reflexion starten und entsprechende Rückschlüsse daraus ziehen“, sagt Prechtl. Dass sportlich einiges nicht gereicht hat, zeigt auch der Blick auf das Saisonende der Kampfmannschaft: Aus den letzten fünf Spielen sprang nur ein Punkt heraus, auf das 0:0 gegen Rohrbach/Altenf. folgten Niederlagen gegen Gunskirchen, St. Ulrich, St. Valentin und Gallneukirchen. Gewisse Entscheidungen würde ich heute anders treffen sagt Prechtl und ergänzt dass du mit sachlicher Distanz deine Fussballheimat kennen musst. Gerade deshalb wirkt die Analyse aus Putzleinsdorf und Hofkirchen nüchtern und glaubwürdig.
Bei der Kaderplanung ist die Richtung klar vorgegeben. Die SPG will nicht mit frischen Namen von außen reagieren, sondern mit Spielern aus dem eigenen Verein. „Wir planen für die kommende Saison nicht mit Neuzugängen“, sagt Prechtl ohne Umschweife. Noch wichtiger ist der zweite Teil seiner Aussage, weil er viel über den Weg der Spielgemeinschaft verrät: „Wir werden verstärkt mit unseren eigenen Nachwuchsreihen arbeiten.“ Das passt auch zu jener Seite, die der Obmann trotz der Abstiege ausdrücklich positiv hervorhebt. „Das Einspielen der Spielgemeinschaft, das gemeinsame Arbeiten in drei Teams, das war sehr positiv. Auch die Kameradschaft hat sich sehr gut entwickelt“, erklärt Prechtl. Es entsteht ein junger Kern der uns in Zukunft viel Freude bereiten wird! Zwei Spieler werden den Kader der Kampfmannschaft verlassen, Namen wollte der Verein dazu noch nicht nennen. Damit wird umso deutlicher, dass die sportliche Antwort in erster Linie aus dem Inneren des Klubs kommen soll und nicht über schnelle Transferlösungen.
Wer mit Prechtl spricht, merkt schnell, dass bei der SPG Putzleinsdorf/Hofkirchen nicht nur die Mannschaften Thema sind. Der Obmann verweist auch auf die Arbeit abseits des Rasens und macht deutlich, wie stark der Verein auf eigene Kraft setzt. „Wir sind ein sehr aktiver Verein“, sagt er und zählt auf, womit die Spielgemeinschaft ihre Mittel erwirtschaftet: Nachwuchsturniere, die diesjährige Mini-WM, das große Hallenturnier im Winter, das traditionelle Oktoberfest und Bubble Soccer beim Partner in Hofkirchen. „Daraus generieren wir unsere finanziellen Mittel, um die Saison zu bestreiten. Und das werden wir auch im nächsten Jahr wieder tun“, so Prechtl. Dies funktioniert nur Dank der vielen langjährig helfenden Hände im Verein. Dazu kommt die personelle Arbeit im sportlichen Bereich. Das Trainerteam sei noch nicht 100% komplett, zugleich steht für den Verein fest, dass der bisherige Trainer der zweiten Mannschaft, Leander Jomrich, die Kampfmannschaft übernehmen soll. Auch darin zeigt sich, dass die SPG auf Kontinuität und auf Leute aus dem eigenen Umfeld setzt.
Zum Gesamtbild gehört aus Sicht des Obmanns auch, dass personell nicht nur über Abgänge und Trainerfragen gesprochen wird, sondern ebenso über jene Spieler, die zuletzt länger gefehlt haben. „Wir haben noch den einen oder anderen Langzeitverletzten aus der vorangegangenen Saison zu beklagen“, sagt Prechtl. Gleichzeitig klingt auch hier Zuversicht durch. „Wir sind aber mehr als zuversichtlich, dass diese allesamt mit Beginn der Meisterschaft im Sommer am Start stehen. Der Genesungsprozess ist sehr zufriedenstellend.“ Auffällig ist zudem, wie sehr der Verein den Gemeinschaftsgedanken betont. Einen einzelnen Spieler wollte Prechtl bewusst nicht herausheben. „Bei uns im Verein sind wir auf jeden einzelnen Spieler, egal in welcher Klasse, in welcher Mannschaft er spielt, stolz und sind froh, ihn bei uns zu haben“, sagt er. Der Schlusssatz passt zur gesamten Ausrichtung für die neue Saison: „Mit dieser großen Familie wollen wir auch im nächsten Jahr weiterarbeiten.“ Und genau darauf soll nach zwei Abstiegen nun alles aufbauen, denn für Prechtl ist klar: „Das Projekt haben wir in der letzten Saison gestartet und wir sind absolut gewillt, beide Vereine aus beiden Orten dieses Projekt auch in der Zukunft fortzusetzen.“