In der Bezirksliga Nord musste sich der SV HOLZMANN Haslach am Samstagnachmittag der Union M-TEC Arnreit mit 1:3 geschlagen geben. Trainer Philipp Aigner sah dabei kein Spiel, in dem seine Mannschaft chancenlos war, sondern eines, in dem vor allem die Effizienz den Unterschied machte. Haslach hatte laut Aigner viel Ballbesitz und musste trotzdem erleben, wie Arnreit mit tiefer Ordnung, Standards und schnellen Gegenstößen eiskalt zuschlug.
Dass Haslach über weite Strecken mehr vom Spiel haben würde, hatte Aigner schon erwartet. „Wir sind auf sehr starke und effiziente Arnreiter getroffen“, sagte der Trainer nach der Partie. „Der Gegner hat sich wie erwartet sehr tief reingestellt und uns das Spiel machen lassen.“ Genau daraus entwickelte sich auch die erste Halbzeit. Die Gastgeber mussten viel investieren, fanden aber zunächst keinen Weg durch die kompakte Gästeabwehr. Arnreit hingegen nutzte früh eine seiner klaren Waffen: In der 12. Minute brachte Kevin Aiglstorfer die Gäste nach einer Freistoßflanke aus dem Halbfeld mit 1:0 in Führung. Aigner sprach von einer Szene, auf die man vorbereitet gewesen sei. „Da haben wir leider geschlafen und schlampig verteidigt“, sagte er rückblickend.
Mit dem 0:1 zur Pause war aus Haslacher Sicht noch alles offen, zumal Aigner seine Mannschaft trotz des Rückstands nicht schlecht sah. Umso schwerer wog dann die Phase direkt nach dem Seitenwechsel. „Entscheidend war sicher der Doppelschlag nach der Halbzeit“, sagte der Coach. Haslach sei mit „einem guten Plan und viel Elan“ aus der Kabine gekommen, ehe Arnreit innerhalb weniger Minuten ein zweites und drittes Mal zuschlug. Zunächst erhöhte Jakob Simader in der 49. Minute auf 2:0, danach legte Benedikt Leibetseder in der 56. Minute das 3:0 nach. Für Aigner passten diese beiden Treffer überhaupt nicht zum Bild dieser Phase. „Das war entgegen dem Spielverlauf, aber zwei sehr gut vorgetragene Konter“, sagte er.
Gerade darin sah der Haslacher Trainer am Ende auch den größten Unterschied zwischen den beiden Mannschaften. „Definitiv in der Effizienz“, lautete seine klare Antwort. Aigner sprach davon, dass Arnreit aus 5 bis 6 Torchancen drei Tore gemacht habe, während seine Mannschaft bei derselben Anzahl nur einmal erfolgreich gewesen sei. Im Ballbesitz und in der Spielanlage sah er seine Elf sogar klar vorne, nur fehlte eben die Belohnung. Erschwerend kam dazu, dass Haslach in der Defensive mehrfach umstellen musste. Laut Aigner wurde bereits in der 15. Minute verletzungsbedingt gewechselt, außerdem gab es weitere Ausfälle und es mussten in der Defensive Leistungsträger wie Weichselbaumer, Feldler und Brunninger vorgegeben werden. „Da durften auch einige junge und neue Spieler ran, die ihre Sache sehr beherzt gemacht haben“, sagte der Trainer. Gleichzeitig habe man in manchen Momenten die fehlende Erfahrung gemerkt. Arnreit habe seinen Plan dagegen konsequent verfolgt, tief und diszipliniert verteidigt und mit schnellen Spielern wie Simader, Leibetseder und Thomas Grubhofer auf Umschaltmomente gewartet.
Trotz des 0:3 gab sich der SV Haslach nicht auf. Aigner betonte mehrfach, dass seine Mannschaft „nie aufgegeben“ habe und weiter das Spiel machen wollte. Belohnt wurde das in der 80. Minute zumindest noch mit dem Anschlusstreffer von Julian Friedl zum 1:3. Mehr ging danach nicht mehr, auch weil „der Faktor Zeit dann der Union Arnreit in die Karten gespielt hat“, wie es der Trainer formulierte. Diskussionen rund um die Spielleitung wollte Aigner keine aufmachen, im Gegenteil: Er sprach von einer „sehr souveränen“ Leitung von Schiedsrichter Smolinski. Beim Blick auf die nächsten Wochen bleibt der Coach trotz des Fehlstarts mit null Punkten aus drei Runden ruhig. „Wir vertrauen auf unseren Weg. Wir wissen, was wir können“, sagte Aigner. Die Ergebnisse seien bisher nicht nach Wunsch verlaufen, die Spiele aber knapp gewesen. Genau deshalb ist die Richtung in Haslach klar: weiterarbeiten, geduldig bleiben und sich die entscheidenden Momente wieder auf die eigene Seite holen.