Spielberichte

„Wenn wir unsere Chancen machen, schaut das ganz anders aus“ – Union Lembach lässt zu viel liegen

Oberneukirchen
Union Lembach

In der Bezirksliga Nord setzte sich die Union Oberneukirchen gegen die Union Lembach mit 2:1 durch, doch aus Sicht von Trainer Amarildo Zela erzählte das Ergebnis nicht die ganze Geschichte. Nach einem frühen Rückstand arbeitete sich Lembach in die Partie, glich durch Daniel Zauner aus und ließ danach weitere gute Möglichkeiten liegen. „Wenn wir unsere Chancen machen, schaut das ganz anders aus“, sagte Zela.

Fußballspieler mit weißen Stutzen, in die Löcher geschnitten sind

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Verschlafener Start kostet den frühen Rückstand

Für Lembach begann die Partie mit genau dem Verlauf, den Zela nach dem Schlusspfiff besonders ärgerlich fand. Schon in der 3. Minute brachte Stefan Burgstaller die Gastgeber mit 1:0 in Führung, nachdem die Gäste laut ihrem Trainer in der Anfangsphase nicht gut gestanden waren. „Wir haben die ersten zehn Minuten verschlafen“, sagte Zela und machte dafür vor allem das Stellungsspiel in dieser Szene verantwortlich. Den Treffer schilderte er als Folge eines langen Balls und eines Lupfers. Danach aber kam Lembach deutlich besser hinein. „Nach zehn Minuten sind wir super ins Spiel gekommen“, meinte der Trainer. Seine Mannschaft hatte nun mehr vom Spiel, wurde aktiver und kam noch vor der Pause zu mehreren guten Möglichkeiten. Zela sprach dabei von klaren Chancen für Gregor Mühlparzer, Daniel Zauner und Manuel Kainberger. Der Ausgleich fiel trotzdem nicht mehr, deshalb ging es trotz einer stärkeren Phase der Gäste mit dem 0:1 in die Kabinen.

Zauner gleicht aus, Wende bleibt aber aus

Zur Pause reagierte Zela sofort und brachte zwei frische Spieler. Der Plan war klar: noch mehr Druck, mehr Spiel über die Seiten und mehr Präsenz im Strafraum. „Wir wollten noch mehr drücken und öfter in die Box kommen. Teilweise ist uns das sehr gut gelungen“, erklärte der Lembach-Coach. Seine Mannschaft setzte das nach Wiederbeginn auch um. Lembach blieb am Drücker und belohnte sich in der 57. Minute, als Daniel Zauner per Freistoß zum 1:1 traf. Damit war die Partie wieder offen, und aus Sicht der Gäste sprach in dieser Phase einiges für eine Wende. Zela sah seine Mannschaft nun klar im Vorteil und verwies auf weitere hochkarätige Chancen. Besonders Alexander Mühlparzer und Jakob Pechmann nannte er in seiner Analyse, weil aus diesen Situationen aus seiner Sicht mehr hätte werden müssen. Genau das war für ihn der Kern des Spiels: „Wenn wir in dieser Phase ein Tor machen, schaut das ganz anders aus.“

Oberneukirchen bleibt kompakt und nutzt die nächste Möglichkeit

Statt des möglichen 2:1 für Lembach schlug Oberneukirchen noch einmal zu. In der 75. Minute erzielte Tobias Wollendorfer den zweiten Treffer der Hausherren, und genau diese Szene sorgte bei Zela für den größten Ärger des Abends. Der Trainer bewertete die Situation klar aus seiner Sicht: „Das zweite Tor war für mich zwei Meter Abseits.“ Allgemein war er mit der Spielleitung nicht einverstanden, wollte die Niederlage aber nicht nur daran festmachen. Denn auch in seiner eigenen Analyse blieb ein Punkt entscheidend: die Chancenverwertung. „Wenn du fünf, sechs hundertprozentige Chancen hast, musst du mindestens zwei Tore machen“, sagte Zela. Gleichzeitig erkannte er an, was Oberneukirchen aus seiner Sicht besser gemacht hatte. Die Gastgeber verteidigten kompakt, arbeiteten sehr aggressiv gegen den Ball und „haben ihre Halbchancen eiskalt genutzt“. Gerade diese Mischung reichte den Hausherren, um den Vorsprung über die Zeit zu bringen.

Stolz auf die Leistung, klare Aufgabe für die nächsten Wochen

Trotz der Enttäuschung wollte Zela seiner Mannschaft nach dem Schlusspfiff keinen Vorwurf machen. Im Gegenteil: „Ich bin stolz auf meine Mannschaft, weil wir bis zur letzten Minute gekämpft haben“, sagte er. Für den Trainer war die Leistung seiner Elf über weite Strecken besser als das Ergebnis, und seine Einschätzung fiel entsprechend deutlich aus: „Für mich hat die bessere Mannschaft verloren.“ Gleichzeitig verband er die Niederlage mit einer klaren Aufgabe für die kommenden Wochen. Die Union Lembach habe eine junge Mannschaft, dazu seien im Sommer einige neue Spieler dazugekommen. Deshalb brauche manches noch Zeit. Vor allem im Abschluss sieht Zela nun den wichtigsten Ansatzpunkt. „Da müssen wir in Zukunft mehr an den Abschlüssen arbeiten“, sagte er. Der Start in die Saison sei damit zwar anders verlaufen als erhofft, der Blick gehe aber trotzdem nach vorne. Wenn Lembach die Leistung aus längeren Phasen dieses Spiels bestätigt und sich vor dem Tor konsequenter zeigt, sollen auch die Punkte folgen.

Bezirksliga Nord: Oberneukirchen : Lembach - 2:1 (1:0)

  • 75
    Tobias Wollendorfer 2:1
  • 57
    Daniel Zauner 1:1
  • 3
    Stefan Burgstaller 1:0