In der Bezirksliga Nord hat sich die Union Wippro Vorderweißenbach am Sonntagnachmittag mit einem 1:1-Unentschieden gegen den SV HOLZMANN Haslach begnügen müssen. Die Gäste glichen erst in der 89. Minute durch Marcel Weichselbaumer aus, nachdem Ondrej Svoboda die Hausherren kurz nach der Pause in Führung gebracht hatte. Für Trainer Philipp Aigner war der Punkt wegen der kämpferischen Leistung und der gezeigten Moral absolut verdient.

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Aigner beschrieb die Partie als ein Spiel, in dem von Beginn an viel Feuer steckte. „Das Spiel war sehr hitzig und intensiv. Es war ein offener Schlagabtausch mit viel Tempo und Engagement von beiden Mannschaften“, sagte der Haslach-Coach. Gerade deshalb passte das 0:0 zur Pause durchaus zum Verlauf, auch wenn auf beiden Seiten Möglichkeiten da waren. Haslach hatte laut Aigner schon in der Anfangsphase nach einem Eckball einen Kopfball an die Stange, während auch Vorderweißenbach früh zu einer großen Chance kam. Dazu kam noch eine Szene, die aus Sicht der Gäste für Diskussionen sorgte: Aigner sprach von einer möglichen Notbremse eines Verteidigers der Gastgeber. Der Schiedsrichter entschied auf Gelb, was der Haslach-Trainer „auch verstehen kann“, fügte aber ebenso an, dass eine Rote Karte den weiteren Verlauf wohl verändert hätte. So blieb es bei elf gegen elf und bei einem Spiel, in dem Vorderweißenbach mehr Ballbesitz und mehr Spielanteile hatte, Haslach aber mit großem Einsatz dagegenhielt.
Unmittelbar nach der Pause bekam die Partie dann ihren ersten Treffer. In der 53. Minute brachte Ondrej Svoboda die Gastgeber mit 1:0 in Führung. Aigner meinte dazu, dass seine Mannschaft bei einem langen Ball überrascht worden sei und dieses Tor die Partie beinahe hätte entscheiden können. Genau dort setzte für ihn aber die stärkste Phase seiner Elf an. „Entscheidend war sicher, dass meine Mannschaft nach dem Gegentreffer nicht aufgesteckt hat und dann noch einmal zulegen konnte“, sagte er. Haslach riskierte in der Schlussphase mehr, was Vorderweißenbach wiederum Räume für das mögliche 2:0 gab. Gleichzeitig arbeiteten sich die Gäste aber selbst noch einmal in gute Situationen hinein. Der Lohn kam spät, aber er kam: In der 89. Minute erzielte Marcel Weichselbaumer das 1:1. Zum späten Ausgleich sagte Aigner: „Das war dann schon ein Lucky Punch.“ Er ordnete aber sofort ein, dass dieser Treffer aus seiner Sicht nicht unverdient gewesen sei. Mehr noch: Nach dem 1:1 sei Haslach laut seinem Trainer sogar fast näher am Sieg gewesen, weil die Gäste danach noch gefährlich waren.
Dass Haslach diesen Punkt überhaupt so energisch jagen konnte, war für Aigner auch eine Frage des Zusammenhalts. Der Trainer schilderte die Ausgangslage als „sehr schwierig“, weil wichtige Spieler gefehlt hätten und im Spiel zusätzlich Akteure verletzt ausgeschieden seien. Gerade deshalb hob er jene Spieler hervor, die diesmal mehr Verantwortung übernehmen mussten. „Einige Spieler aus der vermeintlich zweiten Reihe sind eingesprungen und haben das gut gemacht. Sie haben sehr viel Leidenschaft und Energie auf den Platz gebracht“, sagte Aigner. Dazu kam ein klarer Matchplan gegen eine Mannschaft, die er ausdrücklich stark einschätzt. „Vorderweißenbach ist für mich eine Top-drei-Mannschaft in der Liga“, meinte der Haslach-Coach. Besonders die Qualität von Andrii Tsopa, Philipp Haiböck und Torschütze Ondrej Svoboda stellte er heraus. Genau auf diese Spieler habe man das Augenmerk gelegt. Dass seine Mannschaft deren Spielstärke über weite Strecken in den Griff bekam, wertete Aigner daher als wichtigen Teil dieser Auswärtsleistung.
Ruhig endete diese Partie allerdings nicht. Aigner berichtete von einer sehr aufgeheizten Schlussphase, in der vor allem Abseitsentscheidungen für Diskussionen sorgten. Nach dem späten 1:1 sei die Stimmung noch einmal deutlich hitziger geworden. Der Trainer sprach davon, dass der Ausgleich nach Ansicht vieler Zuschauer und der Gastgeber nicht regulär gewesen sei und dass es danach zu Vorfällen und Beleidigungen gekommen sei. Laut Aigner war Schiedsrichter Villa deshalb sogar kurz davor die Partie abzubrechen, hat die Partie am Ende aber sportlich zu Ende führen lassen. Für die Einordnung des Ergebnisses änderte das bei ihm nichts. „Wenn man die Torchancen beider Teams betrachtet, ist das Unentschieden definitiv gerecht“, hielt Aigner fest. Noch klarer wurde er beim Blick auf die eigene Lage: „Wir sind mit dem Punkt in Vorderweißenbach zufrieden.“ Nach diesem Nachmittag mit viel Tempo, hitziger Atmosphäre und einem späten Ausgleich war genau das die klare Botschaft aus Haslacher Sicht.