In der Bezirksliga Nord hat die DSG Sportunion Altenberg gegen die Union Thaller Fassaden Julbach einen 3:2-Heimsieg eingefahren, auch wenn eine klare 3:0-Pausenführung am Ende noch einmal heftig wackelte. Sportchef Patrick Baumgartner sah nach einer heiklen Anfangsphase eine starke erste Halbzeit seiner Mannschaft, danach aber einen deutlichen Bruch. Entscheidend war für ihn in der Schlussphase, „dass wir den Einwurf am Ende noch clever verteidigt haben“.
Der Auftakt verlief aus Altenberger Sicht noch keineswegs so klar, wie es das Halbzeitergebnis später vermuten ließ. Baumgartner erinnerte daran, dass die erste Chance der Partie an Julbach ging und Tobias Landl mit einer starken Abwehr das frühe 0:1 verhinderte. „Sonst wären wir hier schon im Rückstand gewesen“, machte der sportliche Leiter deutlich. Erst danach kam Altenberg immer besser in die Partie. Mit viel Bewegung und zahlreichen Positionswechseln gewann die Heimelf an Sicherheit und übernahm das Kommando. In der 18. Minute sorgte Sebastian Hahn nach einem geklärten Standard mit einem sehenswerten Volley für das 1:0. Nur drei Minuten später legte Hahn über die rechte Seite nach, seine Hereingabe verwertete Mathias Ramerstorfer per Kopf zum 2:0. Als Paul Weissengruber in der 30. Minute einen direkten Eckstoß im Tor unterbrachte, war die starke erste Halbzeit der Gastgeber auch auf der Anzeigetafel deutlich zu sehen.
Gerade deshalb fiel der Leistungsabfall nach dem Seitenwechsel umso mehr auf. Baumgartner sprach es offen an: „Wir haben überhaupt nicht mehr ins Spiel gefunden.“ Eine endgültige Erklärung dafür hatte er unmittelbar nach dem Schlusspfiff noch nicht, er nannte aber zwei Punkte ganz klar. Zum einen sei bei seiner Mannschaft zu wenig Bewegung gewesen, zum anderen habe Julbach das „sehr clever gemacht“ und immer wieder schnell umgeschaltet. Damit veränderte sich das Bild der Partie spürbar. Fabian Pils verkürzte in der 57. Minute auf 3:1, und plötzlich war die Leichtigkeit der ersten Halbzeit auf Altenberger Seite weg. Die Gastgeber kontrollierten das Spiel nicht mehr in derselben Form, Julbach blieb dran und machte bis in die Schlussphase Druck. Als Michael Kasper in der 90. Minute noch das 3:2 erzielte, war aus einem lange komfortablen Vorsprung endgültig ein Zittersieg geworden.
Den wichtigsten Moment des Spiels wollte Baumgartner deshalb nicht nur an einem der drei Tore festmachen. Natürlich sei das 3:0 „ein ausschlaggebender Punkt“ gewesen, sagte er, weil es den Vorsprung vor der Pause weiter ausbaute. Noch bedeutender war für ihn aber die letzte Drangphase der Gäste. „Julbach hat auf das 3:3 gedrängt, und dass wir diesen Einwurf am Ende noch clever verteidigt haben, das war für mich der ausschlaggebende Punkt, um die drei Punkte mitzunehmen“, erklärte er. Diese Aussage passt auch zur gesamten Dramaturgie der Partie. Altenberg hatte sich im ersten Durchgang mit guten Abläufen und konsequenter Chancenverwertung ein Polster geschaffen, konnte dieses Niveau danach aber nicht halten. Baumgartner verwies auch darauf, dass seine Mannschaft nach dem 1:0 noch weitere Möglichkeiten herausgespielt habe. „Wenn wir da vielleicht sogar das vierte machen, dann kann das ganz in eine andere Richtung gehen“, sagte er.
Neben der Kritik an der eigenen zweiten Halbzeit fand Baumgartner auch klare und faire Worte für den Gegner. Vor dem Spiel sei bekannt gewesen, dass die Union Julbach ersatzgeschwächt anreise, „Sie haben mich aber extrem überrascht“, sagte er. Vor allem die Umschaltmomente der Gäste seien immer brandgefährlich gewesen, besonders über die linke Seite und in der Spitze. Dazu bezeichnete er Julbach als „sehr, sehr fairen Gegner“. Für die Union Altenberg bleibt damit ein Sieg, der in der Tabelle Gewicht hat, denn mit 22 Punkten steht die Mannschaft nach elf Runden vorerst wieder an der Spitze der Bezirksliga Nord. Ganz ohne Mahnung wollte Baumgartner den Samstagnachmittag aber nicht abhaken. „Zwei Gegentore ist immer etwas, worüber man reden muss“, stellte er fest. Trotzdem überwog unter dem Strich die Zufriedenheit, weil Altenberg die starke erste Hälfte letztlich gerade noch über die Zeit brachte: „Wir sind zufrieden. Wir haben wieder gewonnen.“