Trotz eines engagierten Auftritts musste sich der ATSV ökotherm Neuzeug im Heimspiel gegen Aufsteiger SK Kornspitz Asten mit einem 1:1-Remis begnügen. Nach zwei Runden liegt man mit vier Punkten auf dem starken zweiten Platz der Bezirksliga Ost. Trainer Stefan Reifenauer zeigte sich vor allem mit dem Auftritt nach der Pause zufrieden – und blickt vorsichtig optimistisch auf die kommenden Aufgaben.
Das Spiel begann denkbar ungünstig für die Hausherren: Nach einem individuellen Patzer geriet Neuzeug früh in Rückstand. Asten nutzte die Gelegenheit und ging durch Cihan Koc in Führung. Danach zogen sich die Gäste tief zurück, verteidigten diszipliniert und konzentrierten sich auf Kompaktheit und das aggressive Gewinnen von zweiten Bällen. „Wir sind gleich durch einen Eigenfehler in Rückstand geraten, und Asten hat sich dann vor allem aufs Verteidigen konzentriert. Die waren im Zentrum extrem kompakt – da war für uns in der ersten Halbzeit spielerisch wenig möglich“, analysierte Reifenauer den ersten Durchgang. Zwar hatte sein Team viel Ballbesitz, gefährliche Szenen blieben aber zunächst Mangelware.
Nach der Pause präsentierte sich Neuzeug stark verändert: „Wir haben in der Halbzeit ein paar Feinjustierungen vorgenommen. Die Vorgabe war, das Spiel mehr über die Seiten zu verlagern. Das hat dann auch sehr gut funktioniert“, so der Coach. In Minute 57 fiel dann der verdiente Ausgleich durch Danijel Dragosavljevic. Danach erspielte sich die Heimelf mehrere Topchancen, doch die Möglichkeiten blieben ungenutzt. „Wir haben es nicht geschafft, unsere Überlegenheit in ein zweites Tor umzumünzen. Und kurz vor Schluss hatten wir sogar noch Glück, dass Asten nicht erneut trifft.“
Trotz des verpassten Sieges zeigte sich Reifenauer mit dem Auftritt seiner Mannschaft keineswegs unzufrieden – ganz im Gegenteil: „Die Intensität war sehr hoch, das Tempo war gut. Vor allem in der zweiten Halbzeit haben wir wenig mit hohen Bällen gearbeitet, viele gute Kombinationen gezeigt und uns richtig reingebissen. Die Mannschaft ist über die Schmerzgrenze gegangen.“ Allerdings bleibt die Chancenverwertung ein Thema: „Der letzte Pass oder der Abschluss waren oft nicht konsequent genug. Daran müssen wir arbeiten.“
Nach dem letztjährigen Mittelfeldplatz formuliert Reifenauer diesmal bewusst keine klaren Ziele, was die Tabelle betrifft. „Man sieht jetzt schon, wie ausgeglichen diese Liga ist. Es gibt viele enge Spiele, viele Unentschieden – da kann jeder jeden schlagen“, so der Trainer. Das erklärte Ziel: Möglichst schnell möglichst viele Punkte sammeln. „Wir wollen uns im oberen Drittel festsetzen, aber mit der Abstiegszone so früh wie möglich nichts mehr zu tun haben. Wenn wir in einen Lauf kommen, ist sicher einiges möglich – aber das definieren wir nicht über eine Tabellenposition. Der Fokus liegt auf dem nächsten Spiel. „Aber natürlich muss es vor jedem Spiel das Ziel sein, dieses zu gewinnen“, so Reifenauer.
Die Personalsituation beim ATSV Neuzeug gestaltet sich grundsätzlich positiv. „Julian Jezercic ist auf dem besten Weg zurück, auch Dominik Dora wird wieder in den Kader rücken. Nur Muhammed Tepegöz hat sich das Knie verdreht und wird ausfallen. Jezercic kam im Sommer neu zum Verein und soll der Offensive mehr Durchschlagskraft verleihen – ebenso wie Dora, der ein entscheidender Mann im Sturm ist. „Beide können uns in der Offensive noch einmal einen echten Push geben, wenn sie fit sind“, so Reifenauer.
In den kommenden beiden Spielen trifft Neuzeug zunächst auswärts auf Amateure Steyr, ehe ASKÖ Leonding auf eigener Anlage gastiert. Beide Gegner haben sich im Sommer verstärkt und sind schwer einzuschätzen. „Ich habe das Spiel zwischen Steyr und Leonding gesehen – da war viel Kompaktheit auf beiden Seiten. Beide Teams sind gut organisiert und bringen Qualität mit. Ich erwarte zwei intensive Spiele, in denen es auf Kleinigkeiten ankommen wird.“