Die Union Schiedlberg ist als dominanter Meister der 1. Klasse Ost in die Bezirksliga Ost aufgestiegen – doch die Hinrunde verlief nicht nach Wunsch. Mit 13 Punkten überwintert der Aufsteiger nur auf Rang 11, wobei die Tabelle insgesamt extrem eng ist und viele Partien knapp entschieden wurden. In fast jedem Spiel hatte Schiedlberg die Chance auf Zählbares, am Ende standen jedoch zu oft enge Niederlagen zu Buche. Konsequenz: In der Winterpause trennte sich der Verein von Meistertrainer Fabian Leitner, der neue Mann an der Seitenlinie heißt Thomas Hinterreiter.
Martin Hüttner aus dem Team der sportlichen Leitung spricht offen von einem Herbst, der „nicht ganz das war, was wir uns erwartet haben“. Man habe im Verein gemerkt, dass nach der überragenden Vorsaison eine gewisse Selbstverständlichkeit eingekehrt sei. „Nach der letzten Saison ist zum Teil etwas die Spannung verloren gegangen und es war nicht der letzte Zug zu spüren“, erklärt Hüttner. Dazu sei auch die Vorbereitung nicht optimal gewesen, was sich in den ersten Wochen auf den gesamten Herbst ausgewirkt habe. Umso ärgerlicher sei es, weil man vom Kader weiterhin überzeugt sei. „Ich glaube, das sieht jeder gleich: Der Kader ist ganz gut – auch in der Breite. Aber wenn man sich die Spiele anschaut, war es für das zu wenig.“
Dass Schiedlberg im Herbst nicht komplett den Faden verloren hat, zeigt ein Blick auf die Spielverläufe. Hüttner betont, dass die Mannschaft selten klar unterlegen war. „Die 50:50-Spiele sind irgendwie gegen uns gekippt. Wir haben nur ein Spiel mit zwei Toren Unterschied verloren, sonst alles ganz knapp.“ Genau darin liegt aber auch das Problem: Die Union war meist dran, aber zu selten effizient – und musste dadurch länger als geplant in der unteren Tabellenregion verharren.
Mit Blick auf die Entscheidung, Leitner zu ersetzen, spricht Hüttner nicht von einem kurzfristigen Reflex, sondern von einem notwendigen Impuls. Man sei mit dem Herbst „einfach nicht zufrieden“ gewesen und habe deshalb bewusst einen Schritt gesetzt – mit klarer Zielsetzung. „Wir wollen so schnell wie möglich von den Abstiegsrängen wegkommen“, lautet das zentrale Anliegen der sportlichen Leitung. Mit Thomas Hinterreiter holte man dabei laut Hüttner einen Kandidaten, der nicht nur fachlich, sondern auch von der Energie her perfekt passe. „Thomas ist von Beginn an Feuer und Flamme, sehr akribisch.“ Dieser neue Drive sei im Verein sofort spürbar gewesen. Die Rückmeldungen aus der Mannschaft seien bisher klar positiv. „Bis jetzt hat man nur gutes Feedback gehört. Die Spieler dürften also voll mit dem neuen Coach mitziehen.“
Trotz der Trennung hält man in Schiedlberg fest, dass die gemeinsame Zeit mit Leitner sportlich sehr erfolgreich war. „Wir hatten trotzdem eine super Zeit, die sehr erfolgreich war. Wir sind Fabian Leitner für seinen Anteil an der erfolgreichen Zeit natürlich dankbar.“ Entscheidend sei nun, mit frischer Energie und einem klaren Kurs das Potenzial des Kaders wieder auf den Platz zu bringen.
Auch personell dürfte sich im Winter noch etwas tun – allerdings mit Augenmaß. Fix ist laut Hüttner praktisch die Verpflichtung eines neuen Tormanns, die Formalitäten stehen jedoch noch aus. „Wenn sich darüber hinaus etwas ergibt, kann in der Offensive noch etwas passieren – aber zu vermelden gibt es hier noch nichts.“
Der Trainingsstart ist für Montag, 12. Jänner, angesetzt. Ein Trainingslager ist ebenfalls fixiert: Von 25. Februar bis 1. März will sich die Mannschaft in Kroatien gezielt auf den Frühjahrsstart vorbereiten.