In der Bezirksliga Ost trennten sich der SPV Kematen-Piberbach/Rohr und der ATSV Neuzeug mit 1:1. Kematen ging nach einer Ecke durch Stefan Feldler in Führung, Kilian Eckerstorfer glich nach der Pause aus. Für Neuzeug-Trainer Stefan Reifenauer war es ein zähes Ringen: "Uns hat der absolute Wille gefehlt." Gleichzeitig lobte er die Reaktion nach der Umstellung und den Teamgeist, der seinem Team den Ausgleich brachte, während Kematen im Abstiegskampf alles in die Waagschale warf.

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Die Partie nahm früh die Richtung eines klassischen Abstiegskrimis an: viele Zweikämpfe, wenig Spielfluss, dafür ständige Alarmbereitschaft bei ruhenden Bällen. "Das Spiel war sehr kampfbetont, zweikampfmäßig geführt, eher weniger spielerisch", schilderte Stefan Reifenauer seine Eindrücke. In der ersten Hälfte hatte Kematen mehr vom Spiel, suchte den Weg über Standards – und wurde dafür belohnt. Nach einem Eckball drückte Stefan Feldler in Minute 29 zum 1:0 ein, zur Pause stand es 1:0. Chancen aus dem Spiel heraus blieben auf beiden Seiten rar, was der Neuzeug-Coach so einordnete: "Vor dem Tor waren sonst wenig Szenen, außer die Standardsituationen auf beiden Seiten." Erst nach einer Stunde wendete sich das Blatt, als Kilian Eckerstorfer in Minute 62 den 1:1-Ausgleich für Neuzeug besorgte und damit den Schlusspunkt setzte.
Neuzeug brauchte, bis der Motor zündete. Reifenauer nahm kein Blatt vor den Mund, warum es vor der Pause hakte: "Wir waren in der ersten Halbzeit vom Kopf her und auch physisch nicht präsent, die zweiten Bälle und Zweikämpfe nicht angenommen." Er sprach von einer Mannschaft, der nach einer langen Saison spürbar die Frische fehlte: "Man hat gemerkt, dass die Luft schon draußen ist." Nach der Pause griff die Korrektur. "Wir haben dann ein bisschen umgestellt, die Halbräume besser bespielt und sind besser rausgekommen", erklärte der Trainer. Der Ausgleich war für ihn daher folgerichtig – trotzdem blieb Selbstkritik: "Uns hat der absolute Wille gefehlt, einen Meter mehr zu machen als der Gegner. Im letzten Drittel hat die Lockerheit und der Spielwitz gefehlt." Was blieb, war der Charaktertest: "Der mannschaftliche Zusammenhalt und der Teamgeist waren das Positivste – dass wir zurückgekommen sind und das 1:1 gemacht haben."
Dass Kematen-Piberbach/Rohr dringend Punkte im Abstiegskampf brauchte, war in jeder Szene spürbar. "Der Gegner war sehr kampfbetont, hat über schnelles Umschaltspiel und hohes Pressing versucht, uns zu stören", beschrieb Reifenauer den Stil der Hausherren. Vor allem die schnellen Tiefenbälle und die Körpergröße bei Standards sorgten für Gefahr: "Sie waren vorwiegend durch Standardsituationen gefährlich und haben alles reingeworfen." Das 1:0 nach dem Eckball passte ins Bild und belohnte den Aufwand der Gastgeber. Gleichzeitig blieb das Duell trotz der Intensität fair. "Es waren keine strittigen Szenen. Der Schiedsrichter war gut", stellte der Neuzeug-Trainer klar. Nach dem Abpfiff fand er versöhnliche Worte in Richtung Kematen: "Ich wünsche ihnen alles Gute für die Relegation, damit wir nächstes Jahr wieder ein Derby spielen können."
Für den ATSV Neuzeug endet eine lange Spielzeit mit einem Auswärtsremis, das zur Leistung passt: solide Moral, ordentliche Reaktion, aber auch sichtbar fehlende Körner. In der Tabelle steht Neuzeug nach 26 Runden auf Rang fünf – eine Basis, auf der sich aufbauen lässt. Reifenauer blickt entsprechend gesammelt nach vorne: "Gesamt sind wir mit der Situation zufrieden. Jetzt heißt es, Abstand gewinnen und den Kopf freibekommen." Die Richtung für die nächste Saison ist ebenfalls gesetzt: "Wir wollen mit unseren eigenen, jungen Spielern weitergehen und nächstes Jahr wieder die Top fünf attackieren." Nach einem Abend, der mehr vom Kampf als vom Spiel lebte, klingt das wie ein klarer Auftrag für den Sommer – regenerieren, justieren, wieder angreifen.