Die ASKÖ Doppl-Hart 74 hat in der vergangenen Saison in der Bezirksliga Ost mehr erreicht, als viele nach der Hinrunde erwartet hatten. Aus einer Mannschaft, die zunächst im erweiterten Spitzenfeld unterwegs war, wurde im Frühjahr ein ernsthafter Anwärter auf den Aufstieg. Trainer Gerald Dickinger-Neuwirth zieht im Gespräch mit Ligaportal deshalb eine positive Bilanz, spricht aber zugleich über einige Abgänge, verletzungsbedingte Fragezeichen und über ein Ziel, das für die kommende Saison offen ausgesprochen wird.

Foto von Mick Haupt auf Unsplash
Die Ausgangslage war nach der Hinrunde noch vergleichsweise ruhig. Doppl-Hart lag auf Platz fünf, nach vorne wie nach hinten mit etwas Abstand, die ganz große Spannung schien zunächst auszubleiben. Gerade deshalb fällt die Rückschau im Verein so positiv aus. „Grundsätzlich war man mit dem Abschneiden sehr zufrieden“, sagt Dickinger-Neuwirth. Vor allem die starke zweite Saisonhälfte habe das Bild noch einmal verändert.
Aus der ordentlichen Herbstsaison wurde ein Erfolgslauf im Frühjahr. „Durch die starken Leistungen sind natürlich die Erwartungen gestiegen und man hat bis zum Schluss um den Aufstieg mitgekämpft“, so der Trainer. Ganz gereicht hat es am Ende zwar nicht, der Tenor ist dennoch eindeutig: Der Verein sieht sich in seiner Entwicklung bestätigt und will genau dort weitermachen, wo er sportlich zuletzt angekommen ist.
Personell ist bei der ASKÖ im Sommer einiges passiert. Verlassen haben den Verein mit Kürsat Kaya, Marcel Topf und Miloš Crnomarkovic gleich drei Defensivspieler. Dazu kommen im Mittelfeld Timo Reiter und Kilian Wehrl sowie mit Miloš Jotanovic ein Offensivmann. Das Grundgerüst muss also einige Abgänge auffangen. Im Trainerteam, in der sportlichen Leitung und im Gesamtverein ist laut Dickinger-Neuwirth alles unverändert geblieben.
Gleichzeitig wurde der Kader breit ergänzt. Neu dazugekommen sind Filip Pavlovic von Wartberg/Krems, Filip Radakovic aus Hörsching, Ammar Hamidovic von den Hertha Wels Juniors, Rückkehrer Andreas Sippl aus Grammastetten, Fabian Grubeck aus Neuhofen/I., Marcel Freilinger von ASKÖ Leonding und Tormann Milan Karimi von Edelweiss Linz. Dazu rücken mit Luca Skrasek und Mitar Vidic zwei junge Spieler aus der eigenen U18 nach. Gerade diese Mischung aus externen Verstärkungen und internen Lösungen soll helfen, die Abgänge aufzufangen, ohne die Balance im Kader zu verlieren.
Inhaltlich ist die Richtung in der Vorbereitung klar definiert. Wie in vielen Sommern steht zunächst der athletische Bereich im Fokus, daneben arbeitet der Trainerstab aber gezielt an den Abläufen mit und gegen den Ball. „In der Defensive wollen wir noch weniger Tore bekommen und auf der anderen Seite in der Offensive klare Spielkonzepte entwickeln“, erklärt Dickinger-Neuwirth. Auch Standardsituationen spielen in den Überlegungen eine wichtige Rolle. „Das ist immer eine gute Waffe zum Erfolg.“
Nicht alle Spieler können diesen Weg derzeit ohne Einschränkung mitgehen. Marvin Asllani ist nach muskulären Problemen auf dem Weg zurück. Fabian Grubeck ist nach einer Kreuzband-Operation noch nicht bei hundert Prozent, ebenso Elias Dornetshumer. Abgesehen davon ist der Rest des Kaders voll im Trainingsbetrieb. Für einen Trainer, der viele neue Spieler integrieren muss, ist das ein wesentlicher Punkt.
Nach dem starken Frühjahr formuliert die ASKÖ Doppl-Hart ihre Ambitionen diesmal deutlich offensiver. „Man will ganz klar um den Aufstieg mitspielen“, sagt Dickinger-Neuwirth. Auch der Umstand, dass mit Enns und Ansfelden starke Teams nicht mehr dabei sind, verändert die Ausgangslage. Die Mannschaft will sich wieder im Spitzenfeld festsetzen und von Beginn an im Rennen um ganz vorne dabei sein.
Entscheidend wird sein, wie rasch die neuen Spieler ihre Rollen finden und wie schnell die angeschlagenen Kräfte wieder vollständig zur Verfügung stehen. Für die Wochen bis zum Meisterschaftsstart ist die Richtung jedenfalls klar: „Wir wollen mit der Mannschaft angreifen.“ Doppl-Hart geht diesmal nicht mehr als Außenseiter in die Saison, sondern als Mannschaft mit klar formulierten Ambitionen.