Spielberichte

„Wenn man auswärts drei Tore schießt, muss das reichen“ – Mitterkirchen gibt 1:3 noch aus der Hand

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Sportunion Hofkirchen/Trk
Union Mitterkirchen

In der Bezirksliga Ost hat Sportunion Hofkirchen im Traunkreis gegen Union Mitterkirchen ein 3:3 geholt, obwohl die Gäste schon 3:1 vorne lagen. Für Mitterkirchen-Trainer Kevin Eder bleibt ein bitterer Punkt, weil seine Mannschaft trotz vieler Ausfälle vor der Pause ein starkes Stück Fußball zeigte. Nach seiner Einschätzung verlor sein Team nach dem Seitenwechsel aber den Zugriff und brachte den Vorsprung nicht mit letzter Konsequenz über die Zeit.

Mehrere Paar Trainingsschuhe stehen am Spielfeldrand neben der Bande

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Umgebaut, aber nach dem Rückstand klar im Spiel

Schon vor dem Anpfiff war für Eder klar, dass dieser Auswärtsauftritt kein gewöhnlicher werden würde. „Wir haben die Mannschaft ziemlich umkrempeln müssen“, sagte der Trainer, der gleich vier Ausfälle aus der Stammelf zu beklagen hatte. Eine Verletzung aus dem Derby, ein gesperrter Spieler, ein Kranker und ein verhinderter Kicker zwangen die Gäste dazu, auf junge Kräfte zu setzen. Entsprechend vorsichtig ordnete Eder die Anfangsphase ein, denn auf dem kleinen Platz und schwierigen Untergrund in Hofkirchen war für ihn offen, „wie schnell die Abstimmung in der Mannschaft funktioniert“. Zunächst kassierte Mitterkirchen in der 16. Minute das 0:1 durch Nico-Jan Pilz, nachdem die Zuordnung im Strafraum nicht passte. Eder sprach aber von einem „Weckruf“ für seine Elf. Danach kam sein Team deutlich besser hinein, wurde über die Seiten immer gefährlicher und zog das Spiel nach seiner Wahrnehmung auf die eigene Seite. In der 22. Minute traf Roland Pleimer zum 1:1, ehe Paul Haslinger die starke Phase der Gäste mit dem 2:1 in der 33. Minute und dem 3:1 in der 36. Minute vollendete.


Der Anschlusstreffer direkt nach der Pause brachte einen Bruch

Was vor der Halbzeit nach einer klaren Wendung in Richtung Mitterkirchen ausgesehen hatte, bekam kurz nach Wiederbeginn einen neuen Verlauf. „Wir sind aus der Pause rausgekommen und haben nahezu mit dem ersten Angriff sofort den Anschlusstreffer kassiert“, sagte Eder. Manuel Bayer verkürzte in der 47. Minute auf 2:3, und genau dieser frühe Treffer tat den Gästen spürbar weh. Der Trainer schilderte, dass seine Mannschaft auf der Seite ein Eins-gegen-eins-Duell verlor, Hofkirchen in den Strafraum kam und am zweiten Pfosten schließlich zu viel Platz hatte. Noch schwerer wog für ihn, was danach folgte. „Vom Gefühl her haben wir uns von dem Schock gar nicht mehr so richtig erholt“, meinte Eder. Mitterkirchen versuchte zwar dagegenzuhalten, fand aber nicht mehr in jenen Rhythmus, der vor der Pause noch da gewesen war. Hofkirchen blieb dran, und die Gäste schafften es nicht mehr, das Spiel wieder so an sich zu ziehen wie noch in ihrer besten Phase.

Vorne endlich effizient, hinten diesmal zu leicht zu knacken

Gerade deshalb tat das Remis den Gästen besonders weh, weil Eder in einem Punkt sogar eine Verbesserung gesehen hatte. „Wir haben heute mal das, was in den letzten Wochen das Manko war, besser gemacht, wir haben unsere Torchancen genutzt“, sagte er. Die drei Tore in fremder Umgebung waren für ihn eigentlich eine ordentliche Grundlage, um endlich wieder einen Dreier mitzunehmen. Umso klarer fiel seine Analyse aus: „Wenn man auswärts drei Tore schießt, dann muss das eigentlich reichen.“ Dass es nicht reichte, lag aus seiner Sicht an der anderen Seite des Spiels. Eder sprach von „drei sehr leichtfertigen Gegentoren“ und davon, dass es über 90 Minuten eben in Offensive und Defensive zusammenpassen müsse. Ganz spät kassierte Mitterkirchen dann noch den Ausgleich zum 3:3, erneut durch Manuel Bayer. Der Trainer machte daraus keinen Zufall, sondern eine Frage des Auftretens in engen Phasen. „Der letzte Wille hat uns gefehlt“, sagte er. Dieses letzte Reinhauen, dieses unbedingte Verteidigen eines Vorsprungs, genau das habe in der Schlussphase den Unterschied ausgemacht.

Hofkirchen wollte den Punkt mehr – jetzt zählen für Mitterkirchen nur Siege

Eder fand auch für den Gegner klare Worte. Hofkirchen sei „eine kompakte, laufstarke Mannschaft“ gewesen, vor allem im Zentrum sehr fleißig und im Finish einen Tick entschlossener. „Sie wollten den Punkt am Ende des Tages mehr“, sagte der Mitterkirchen-Coach, der genau dort den kleinen, aber entscheidenden Unterschied sah. Während bei Hofkirchen jeder Meter gegangen worden sei, fehlte seiner Mannschaft dieses geschlossene Dagegenhalten im Moment zu oft. Die Folge ist eine Serie enger Spiele, die Mitterkirchen derzeit nicht auf seine Seite zieht. Eder sprach offen von Unzufriedenheit, wollte daraus aber kein gegenseitiges Zuschiebe-Spiel machen. Vielmehr blickt er auf die nächsten Aufgaben, in denen zwei Heimspiele anstehen. „Wichtig ist jetzt, dass wir es gemeinsam als Mannschaft schaffen, dass jeder für den anderen wieder da ist, jeder für den anderen läuft und kämpft“, so der Trainer. Der Auftrag sei klar: über 90 Minuten in allen Mannschaftsteilen mehr auf den Platz bringen und endlich wieder Siege einfahren.

Bezirksliga Ost: SU Hofkirchen : Mitterkirchen - 3:3 (1:3)

  • 90
    Manuel Bayer 3:3
  • 47
    Manuel Bayer 2:3
  • 36
    Paul Haslinger 1:3
  • 33
    Paul Haslinger 1:2
  • 22
    Roland Pleimer 1:1
  • 16
    Nico-Jan Pilz 1:0