In der Bezirksliga Ost hat sich der SC St. Valentin trotz guter Phasen nicht belohnt und musste sich der Union Freller Dach Schiedlberg mit 1:2 geschlagen geben. Thomas Hinterreiter brachte den Unterschied danach knapp auf den Punkt: „Wir haben die zwei Chancen, die wir gehabt haben, genützt.“ Dass die Entscheidung erst in der Nachspielzeit fiel, passte dabei zu einer Partie, die laut Trainer über weite Strecken offen und lange auf Messers Schneide war.

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Aus Sicht von Schiedlbergs Trainer begann die Partie nicht so, dass seine Mannschaft das Geschehen klar an sich gezogen hätte. Hinterreiter sprach vielmehr von einem offenen Spiel, in dem es insgesamt nicht viele Möglichkeiten gab, in dem St. Valentin aber zunächst die besseren Chancen hatte. „Es war eigentlich eine offene Partie. Es gab nicht sehr viele Chancen, aber St. Valentin hatte eigentlich die besseren Chancen, bis wir dann durch ein Tor in Führung gegangen sind“, sagte er. Diese Führung gelang den Gästen in Minute 42, als Fabio Nagler zum 0:1 traf. Für Schiedlberg war das ein wichtiger Treffer vor der Pause, weil das Spiel bis dahin eng geblieben war und sich die Gastgeber nach Einschätzung des Trainers eher ein Plus erarbeitet hatten. Mit dem 0:1 zur Halbzeit nahm Schiedlberg dennoch genau das mit in die Kabine, was in solchen Partien oft zählt: einen Vorsprung, obwohl nicht alles nach Wunsch gelaufen war.
Auch nach dem Seitenwechsel sah Hinterreiter lange kein Spiel, das in eine klare Richtung lief. „Zweite Halbzeit dann auch wieder ein Hin und Her, aber ohne wirklich konkrete Chancen“, fasste er diese Phase zusammen. Der Ausgleich fiel dann nicht aus einem langen Druck der Gastgeber heraus, sondern nach einer Situation, mit der der Schiedlberg-Coach besonders unzufrieden war. „Dann haben wir Standards nicht gut verteidigt. Dann der Abpraller zum 1:1“, sagte er über die Szene, an deren Ende Cihan Koc in der 64. Minute zum 1:1 traf. Dieses Gegentor veränderte die Partie insofern, als St. Valentin danach laut Hinterreiter noch mehr zu seinem Spiel fand. „Dann hat eigentlich auch St. Valentin Chancen erzeugen können“, meinte er. Umso bemerkenswerter war es aus Sicht der Gäste, dass sie trotz dieser Phase nicht mehr entscheidend nachgaben. Gleichzeitig sparte Hinterreiter nicht mit Anerkennung für den Gegner: Für ihn war das 1:2 aus Sicht von St. Valentin „eher unglücklich“, und er meinte auch offen, dass die Hausherren an diesem Tag „mehr Punkte verdient gehabt hätten“.
Die entscheidende Szene hob Hinterreiter im Gespräch klar hervor, weil sie für ihn nicht nur das Siegtor brachte, sondern auch den Willen seiner Mannschaft zeigte, am Ende doch noch alles mitzunehmen. In der ersten Minute der Nachspielzeit traf Simon Arthofer zum 1:2 und machte damit aus Schiedlberger Sicht aus einem möglicherweise zu wenig empfundenen Punktgewinn doch noch einen vollen Erfolg. Hinterreiter schilderte die Aktion so: „Es war eine super Balleroberung, dann ein gutes Dribbling und ein super Pass in die Tiefe. Der Gegner ist nicht mehr dazugekommen, und unser jüngster Spieler war Eins-gegen-Eins mit dem Tormann und hat ihn seitlich reingeschoben.“ Viel mehr wollte der Trainer zu diesem Treffer gar nicht sagen, weil die Szene für ihn ohnehin für sich sprach. „Das war eine super Aktion zum Schluss und bringt uns die ganz, ganz wichtigen drei Punkte“, betonte er. Gerade weil Schiedlberg nach dem Ausgleich einiges auszuhalten hatte, bekam dieses späte Tor noch einmal zusätzliches Gewicht.
Bemerkenswert war nach dem Schlusspfiff vor allem, dass Hinterreiter den Sieg zwar gerne mitnahm, mit der eigenen Leistung aber keineswegs rundum zufrieden war. „Ich war eigentlich nicht sehr zufrieden mit dem Zweikampfverhalten, mit der Intensität und der Bewegung ohne Ball“, sagte der Coach deutlich. Auch das gemeinsame Anlaufen und die nötige Schärfe gefielen ihm nicht. Dazu kam, dass seine Mannschaft aus seiner Sicht zu selten den einfachen Fußball spielte, den sie sich vorgenommen hatte. „Wir hätten uns eigentlich vorgenommen, dass wir mehr Fußball spielen, mehr den Ball am Boden lassen. Da haben wir dann doch viele Bälle nach vorne gechippt“, erklärte er. Diese langen Bälle verteidigte der SC St. Valentin laut Hinterreiter gut, auch bei den zweiten Bällen sah er sein Team oft im Nachteil. Schiedsrichter Shushura bewertete er nüchtern mit den Worten: „In Summe war es okay. Es gab keine spielentscheidenden Interventionen.“ So blieb am Ende vor allem eine Erkenntnis, die Hinterreiter selbst am klarsten formulierte: „Ein Punkt wäre heute von der Grundausgangslage zu wenig gewesen.“ Die Union Schiedlberg fährt daher mit drei späten, aber umso wichtigeren Punkten heim, während St. Valentin nach einer kämpferischen Leistung am Sonntagvormittag ohne echten Lohn dasteht.