Spielberichte

„Wir schenken zu viele Tore her“ – Saxen bringt ein 5:2 gegen Blaue Elf Linz nur knapp ins Ziel

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Union Saxen
Blaue Elf Linz

In der Bezirksliga Ost hat Union WABS Saxen ein völlig verrücktes Heimspiel gegen ASKÖ Blaue Elf Linz mit 5:4 gewonnen. Nach einer 5:2-Führung wurde es in der Schlussphase noch einmal eng, weil die Gastgeber laut Trainer Marian Haider zu viele Eigenfehler einbauten. Der Saxen-Coach sprach trotz der drei Punkte von einem Spiel, das mehrfach kippte und gerade defensiv viele Warnzeichen hinterließ.

Weiß-Roter Fußball auf Rasen

Foto von Marcel Strauß auf Unsplash

Starker Beginn, dann kippte die Partie früh

Saxen war sofort da und belohnte sich schon in der 2. Minute. Philipp Mühlehner brachte die Gastgeber nach einer Standardsituation mit 1:0 in Führung, genau so, wie es Haider im Rückblick hervorhob. „Wir haben super gestartet, durch eine Standardsituation gleich 1:0 gemacht“, sagte der Trainer. Auch die ersten Minuten danach gefielen ihm: „Die ersten zehn Minuten waren ganz gut von uns. Wir waren präsent, auch in den Zweikämpfen.“ Gerade deshalb ärgerte ihn, wie schnell seine Mannschaft durch kapitale Eigenfehler die Linie verlor. In der 23. Minute glich Calvin Diallo für die Linzer zum 1:1 aus, ehe Nico Aichhorn die Gäste in der 35. Minute sogar mit 2:1 in Front brachte. Haider brachte diese Phase klar auf den Punkt: „Dann haben wir komplett den Faden verloren.“ Umso wichtiger war für ihn die Reaktion vor der Pause. Felix Halbartschlager stellte in der 38. Minute auf 2:2, und kurz vor dem Seitenwechsel traf Mühlehner noch einmal zum 3:2. „Das Gute war, dass wir nicht aufgegeben haben und vor der Halbzeit das Spiel noch gedreht haben“, sagte Haider. Genau diese Wende noch vor dem Pausenpfiff bezeichnete er als ganz wesentlichen Teil des späteren Heimsiegs.


Nach dem 5:2 schien alles entschieden

Was Saxen in der ersten Hälfte gut beendet hatte, setzte die Mannschaft nach dem Seitenwechsel zunächst fort. Julian Karl erhöhte in der 50. Minute auf 4:2, und als in der 64. Minute ein Eigentor von Ismail Muratspahic das 5:2 brachte, schien die Partie gelaufen zu sein. Haider sah das ähnlich: „Wir sind in die zweite Halbzeit wieder gut reingestartet, haben dann gleich das 4:2 gemacht und nachher noch das 5:2. Im Endeffekt war das Spiel gelaufen.“ Genau diese starken Einstiege in beide Halbzeiten nannte er später auch als einen der Knackpunkte. Doch Ruhe kehrte trotzdem nicht ein. Riste Atanasov verkürzte in der 73. Minute auf 5:3, und in der 90. Minute machte Dominik Neuhold mit dem 5:4 die Schlussphase noch einmal brenzlig. Aus einem Spiel, das Saxen klar im Griff zu haben schien, wurde also doch noch eine enge Angelegenheit. Haider sprach deshalb von einer Partie, die „generell mehrfach gekippt“ sei. Erst 1:0 für Saxen, dann 1:2, zur Pause wieder 3:2, später 5:2 und am Ende doch noch einmal Zittern – der Verlauf passte genau zu dieser Beschreibung.

Haider legt den Finger auf die Eigenfehler

Der Trainer suchte die Erklärung für dieses wilde 5:4 nicht beim Gegner und auch nicht bei äußeren Umständen, sondern fast ausschließlich bei der eigenen Mannschaft. „Es war geprägt von sehr vielen individuellen Fehlern“, sagte Haider, und er wurde in seiner Analyse sehr deutlich. Vor allem die Gegentore ärgerten ihn, weil sie aus seiner Sicht zu billig fielen. „Wir haben die Tore einfach hergeschenkt. Wenn das nicht passiert, geht das Spiel wahrscheinlich schlussendlich 5:2 aus und das passt“, meinte er. Gleichzeitig beschrieb Haider auch, was seiner Mannschaft in einer schwierigeren Phase des Spiels geholfen hat. „Wir haben ab der 20. Minute umgestellt und versucht, über die zweiten Bälle ins Spiel zu kommen. Das war ganz okay“, sagte er. Im geregelten Aufbau habe es Probleme gegeben, „weil es der Gegner im Anlaufen nicht so schlecht gemacht hat“. Dazu kam seine Einschätzung, dass Blaue Elf viel mit langen Bällen arbeitete, was Saxen grundsätzlich ordentlich verteidigt habe. Für ihn blieb deshalb der Kern der Geschichte derselbe: Nicht der Gegner habe das Spiel offengehalten, sondern vor allem die eigenen Fehler.

Drei Punkte auf dem Konto, viele Aufgaben bleiben

So stand unter dem Strich zwar ein Heimsieg, zufrieden klang Haider nach dem Schlusspfiff trotzdem nur bedingt. „Wichtig ist, dass es drei Punkte waren. Das ist die Hauptsache“, sagte der Saxen-Coach, verband das aber sofort mit einer klaren Warnung an seine Mannschaft. Gerade defensiv sieht er im Moment ein größeres Thema: „Wir haben in den letzten zwei Spielen jetzt neun Tore kassiert. Wir haben defensiv schon ein massives Problem.“ Für die nächsten Aufgaben verlangt er deshalb vor allem eines: „Wir brauchen hundert Prozent Konzentration, von jedem Einzelnen. Egal ob einer beginnt, eingewechselt wird, Torwart, Stürmer, Verteidiger oder Mittelfeldspieler.“ Dass er nach einem 5:4-Sieg so deutlich wurde, zeigt, wie sehr ihn die Art und Weise der Gegentore beschäftigt. Ich war selten nach einem Sieg so angefressen und das wurde auch gleich nach Abpfiff klar angesprochen!!  Immerhin blieb Saxen mit dem Erfolg in Runde neun bei 16 Punkten und auf Rang vier. Auf den Schiedsrichter wollte Haider die Partie jedenfalls nicht schieben. Der Unparteiische war für ihn „grundsätzlich tadellos“, große Aufreger habe es keine gegeben. Damit blieb nach einem torreichen Nachmittag vor allem ein Eindruck hängen: Offensiv war bei Saxen genug da, aber ohne mehr Ordnung und Konzentration wird es auch künftig unnötig spannend bleiben.

Bezirksliga Ost: Saxen : BE Linz - 5:4 (3:2)

  • 90
    Dominik Neuhold 5:4
  • 73
    Riste Atanasov 5:3
  • 64
    Eigentor durch Ismail Muratspahic 5:2
  • 50
    Julian Karl 4:2
  • 42
    Philipp Mühlehner 3:2
  • 38
    Felix Halbartschlager 2:2
  • 35
    Nico Aichhorn 1:2
  • 23
    Calvin Diallo 1:1
  • 2
    Philipp Mühlehner 1:0