Bezirksliga Süd

„Wir wollten in erster Linie nicht absteigen“ – Vöcklabrucker SC zieht eine zufriedene Bilanz

Vöcklabrucker SC

In der Bezirksliga Süd hat sich der Vöcklabrucker Sportclub als Aufsteiger ordentlich behauptet und die Saison am Ende auf Rang neun abgeschlossen. Trainer Edis Kenjar zieht deshalb eine positive Bilanz, obwohl sich im Verlauf des Jahres klare Baustellen gezeigt haben. Vor allem das Spannungsfeld zwischen starker Defensive und zu wenig Durchschlagskraft nach vorne hat den VSC beschäftigt – und prägt nun auch den Blick auf den Sommer.

Fußball und die Beine von zwei Spielern unterschiedlicher Mannschaften

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Klassenerhalt war das große Ziel

Kenjar macht bei seiner Bilanz sofort klar, woran sich diese Aufstiegssaison messen lässt. „Wir wollten in erster Linie nicht absteigen. Wir wollten die Klasse halten. Das haben wir geschafft“, sagt der Trainer und ordnet damit auch Platz neun mit 30 Punkten ein. Der VSC war über die 26 Runden kein Team für extreme Ausschläge, sondern bewegte sich meist zwischen gesichertem Mittelfeld und hinteren Plätzen. Gerade das passt zu Kenjars Rückblick, denn als Aufsteiger habe man „sehr gut mithalten können“. Dass die Mannschaft zum Schluss mit einem 2:0 bei Union Thalheim abgeschlossen hat, rundet diesen Gesamteindruck ab, auch wenn davor mit 0:5 gegen Allhaming/Weißkirchen 1b, 4:1 gegen die SPG Windischgarsten/Spital, 1:1 gegen Union Schlierbach und 1:2 gegen die Union Mondsee Juniors noch einmal die ganze Schwankungsbreite dieser Saison zu sehen war.

Im Frühjahr wurde vorne mehr investiert

Besonders offen spricht Kenjar über die zwei Gesichter seiner Mannschaft. Im Herbst, sagt er, habe der VSC „die beste Defensive gehabt“, während in der Offensive „die Ausbeute Mangelware“ gewesen sei. Genau dort wollte man in der Wintervorbereitung ansetzen. „Wir haben uns vorgenommen, dass wir in der Offensive mehr investieren und uns da verbessern“, erklärt der Trainer. Laut Kenjar hat das auch funktioniert, allerdings nicht ohne Preis. „Leider hat dann die Defensive drunter leiden müssen“, sagt er. Für ihn hängt das nicht nur mit einer veränderten Ausrichtung zusammen, sondern auch mit personellen Problemen. Vor allem auf der Innenverteidiger-Position habe Verletzungspech die Möglichkeiten eingeschränkt, der Kader sei dadurch dünn geworden und mehrere Spieler hätten länger gefehlt. 

Drei Wunschspieler und eine klare Baustelle

Im Sommer reagiert der Verein nun gezielt auf diese Punkte. Kenjar spricht von „drei Wunschspielern“, die er bekommen hat. Mit Dino Foric kommt ein Tormann aus Schwanenstadt, Adnan Foric soll im defensiven Mittelfeld als Sechser für Stabilität sorgen und Philipp Wögerer verstärkt die Innenverteidigung, eine Position, die im vergangenen Jahr besonders anfällig war. Dazu kommt, dass Fatmir Morina verliehen wurde und es weitere Abgänge gibt, unter anderem im Tor. Auch im Trainerstab wurde nachgeschärft, weil sich auf der Co-Trainer- und 1b-Position etwas verändert hat. Einen zusätzlichen Dämpfer zum Start in den Sommer gibt es dennoch: Dragan Calic fällt nach einem Knorpelschaden laut Kenjar „sicher die nächsten drei, vier Monate aus“ und wird dem VBSC im Herbst fehlen. Damit ist auch klar, dass die Kaderbreite wieder ein Thema werden kann, wenn der Herbst ähnlich fordernd verläuft wie weite Teile der Vorsaison.

Gute Stimmung bleibt die Basis für den nächsten Schritt

Trotz aller Baustellen hebt Kenjar einen Punkt hervor, der ihm wichtig ist: das Innenleben der Mannschaft. „Die Stimmung in der Mannschaft war bis zum letzten Spiel sehr gut“, betont er. Gerade in einer Saison, in der es immer wieder darum ging, Abstand zu den unteren Rängen zu halten, war das für ihn keine Kleinigkeit. „Natürlich gibt es in einem Abstiegskampf Meinungsverschiedenheiten, aber im Ganzen hat es gepasst", sagt der Trainer. Mit Blick auf die Liga zeigt er Respekt vor Meister St. Marienkirchen/Wallern 1b, weil dieser Verein „bis zum Schluss konstant die Leistung gebracht“ habe. Gleichzeitig hatte er von den FC Hertha Wels Juniors nach dem ersten Eindruck mehr erwartet. Beim VSC ist die Vorbereitung bereits angelaufen, alle anderen Spieler sind laut Kenjar an Bord, und das erste Testspiel steht schon kommende Woche an.