Spielberichte

Vöcklabrucker Sportclub, Trainer Edis Kenjar: „Auf Augenhöhe – ein Punkt wäre verdient gewesen“

SV Hohenzell
Vöcklabrucker SC

Nach einem intensiven Auswärtsspiel ordnete Vöcklabrucks Trainer Edis Kenjar die Lage ein: In der Bezirksliga Süd trat der Vöcklabrucker Sportclub beim SV Bögl Hohenzell an – mit viel Ballbesitz, mutigem Flügelspiel und dennoch bitteren Momenten. Kenjar sprach von einer kampfbetonten Partie auf Augenhöhe, haderte mit vergebenen Möglichkeiten und dem Wirkungstreffer nach einem Standard, lobte aber die Einstellung seines Teams und hielt fest, dass aus seiner Sicht mindestens ein Punkt möglich gewesen wäre.

Fußballspieler mit weißen Stutzen, in die Löcher geschnitten sind

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Führung behauptet – und doch früh egalisiert

Vöcklabruck erwischte den besseren Start und setzte schon vor der Pause klare Akzente. In der 18. Minute brachte Nedin Music die Gäste mit 1:0 in Front, ehe Hohenzell in der 32. Minute durch Simon Ness zum 1:1 ausglich. Zur Halbzeit stand es 1:1 – ein Zwischenstand, der das Duell zweier ebenbürtiger Mannschaften treffend abbildete. Kenjar zeichnete den Verlauf aus seiner Sicht nach: „Wir sind 1:0 in Führung gegangen, haben dann unglücklich das 1:1 bekommen. Nach der Pause waren wir am Drücker, wollten das 2:1 machen, hatten die klar besseren Chancen – und nach einer Ecke kassieren wir das 1:2.“ Seine Kernaussage zur ersten Phase: Die eigenen Abläufe funktionierten, doch Hohenzell blieb mit kompromissloser Physis und schnörkellosen Bällen jederzeit gefährlich.

Nach der Pause am Drücker – und der Knackpunkt Standard

Unmittelbar nach Wiederbeginn sah Kenjar seine Elf im Vorwärtsgang. „Kurz nach der Pause hatten wir zwei, drei sehr gute Möglichkeiten und einen gefährlichen Freistoß – da hätten wir das 2:1 machen können.“ Als diese Chancen ungenutzt blieben, kippte die Partie über eine Standardszene: In der 61. Minute kassierte Vöcklabruck nach einer Ecke das 1:2 durch Tobias Jetzinger – jener Moment, den der Coach als entscheidenden Nackenschlag einstufte. Vöcklabruck öffnete danach konsequent die Flügel, suchte den letzten Pass und riskierte, um den Ausgleich zu erzwingen. Doch die Gastgeber setzten den späten Konterstich: In der 73. Minute stellte Hannes Pramendorfer auf 1:3. „Wir haben’s natürlich probiert, aber mit dem 3:1 war es dann vorbei“, resümierte Kenjar nüchtern. Die Chancenbilanz aus seiner Sicht blieb positiv, das Resultat fühlte sich dennoch hart an.

Ballbesitz, Flügelspiel – und Probleme mit langen Bällen

Taktisch legte Vöcklabruck den Schwerpunkt auf Spielkontrolle, geduldigen Aufbau und Überzahlsituationen über die Außen. „Wir hatten mehr Ballbesitz, wollten Fußball spielen und von hinten heraus über die Seiten kommen – das gelang über weite Strecken gut. Vor dem Tor fehlte jedoch die letzte Konsequenz, um etwas Zählbares mitzunehmen“, erklärte Kenjar. Gleichzeitig blieb eine Schwachstelle offen, die Hohenzell zielstrebig adressierte: viele lange und diagonale Bälle auf den großgewachsenen Stürmer. „Über 90 Minuten hatten wir damit Probleme.“

Über individuelle Auszeichnungen wollte Kenjar nach einem körperlich fordernden Spiel nicht sprechen; stattdessen hob er das Kollektiv hervor. Er verwies zugleich auf herausfordernde Personalfragen: Drei Langzeitverletzte (darunter zweimal Kreuzband, einmal Außenband) fehlen weiterhin, zusätzlich gab es Ausfälle und Sperren. Besonders schmerzlich: Daniel Zivkovic fällt mit einem Seitenbandriss aus; gesperrt war Ramiz Smajlovic. Positiv: Armir Morina ist nach zwei Wochen Pause wieder dabei.

Unterm Strich fasste Kenjar die Stimmung zusammen: viel Einsatz, viel Initiative – und das Gefühl, dass trotz des 1:3 mindestens ein Zähler möglich gewesen wäre, wenn die eigenen Hochphasen konsequenter veredelt und die Standardsituationen resoluter verteidigt worden wären.

Bezirksliga Süd: Hohenzell : Vöcklabruck - 3:1 (1:1)

  • 73
    Hannes Pramendorfer 3:1
  • 61
    Tobias Jetzinger 2:1
  • 32
    Simon Ness 1:1
  • 18
    Nedin Music 0:1