Spielberichte

„Phasenweise stand das Spiel auf Messers Schneide“ – ASKÖ Vorchdorf belohnt sich spät mit 5:1-Sieg

ASKÖ Vorchdorf
Union Mondsee Juniors

In der Bezirksliga Süd hat sich die ASKÖ Vorchdorf am Freitagabend mit 5:1 gegen die Union Mondsee Juniors durchgesetzt. So deutlich das Ergebnis am Ende aussieht, so klar war die Sache über weite Strecken nicht. Co-Trainer Wolfgang Wagner sprach von einem verdienten Sieg, betonte aber auch, dass die Partie lange offen war und seine Mannschaft erst in der Schlussphase wirklich davonzog.

Zwei Spieler und der Schiedsrichter kurz vor dem Anstoß

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Lange offen, obwohl Vorchdorf schon vor der Pause vorlegte

Wagner machte nach dem Spiel keinen Hehl daraus, dass der Gegner die Gastgeber zu Beginn ordentlich forderte. „In den ersten 15, 20 Minuten haben die Mondsee Juniors sehr aggressiv begonnen“, sagte der Co-Trainer. Genau diese Anfangsphase war es auch, in der der Aufsteiger erst einmal ins Spiel finden musste. Danach kamen die Hausherren aber besser hinein, gewannen mehr Anteile und arbeiteten sich Schritt für Schritt in die Partie. Vor der Pause sprang dann auch die Führung heraus, als Dominik Raab in der 34. Minute das 1:0 erzielte. Für Wagner passte dieses Tor zum Verlauf, weil seine Mannschaft nach schwierigem Start mehr Zugriff bekam. Gleichzeitig blieb bei ihm ein klarer Kritikpunkt hängen. „Auch wir hatten in der ersten Halbzeit die eine oder andere Möglichkeit und müssen schon ein, zwei Tore machen. Das ist derzeit unser Manko, dass wir Chancen nicht im Tor unterbringen.“ Genau deshalb ging es trotz des 1:0 mit einem Gefühl in die Kabinen, dass dieses Spiel noch längst nicht entschieden war.

Nach dem 1:1 blieb Aufsteiger dran und zog dann entscheidend weg

Dass es nach Wiederbeginn noch einmal eng werden würde, zeigte sich früh. Nico Feusthuber traf in der 51. Minute zum 1:1 für die Mondsee Juniors und machte damit klar, dass der Favorit an diesem Abend weiter arbeiten musste. Wagner beschrieb diese Phase sehr treffend: „Es hat Phasen gegeben, da war das Spiel auf Messers Schneide.“ Gerade nach dem Ausgleich war spürbar, dass eine Szene das Spiel in die eine oder andere Richtung kippen lassen konnte. Vorchdorf blieb aber dran und verlor laut seinem Co-Trainer nie den Glauben an die drei Punkte. „Das Gefühl war eigentlich immer vorhanden, weil unser Wille sehr groß war, dieses Spiel zu gewinnen. Wir haben nie aufgegeben und dem Gegner immer Paroli geboten.“ Der entscheidende Schritt gelang dann in der 74. Minute. Gregor Steiner stellte auf 2:1, und Wagner hob dieses Tor besonders hervor: „Besonders das 2:1 von Gregor Steiner war wichtig. Der Pass ist von der rechten Seite gekommen und Steiner hat dann das 2:1 erzielt.“ Fünf Minuten später folgte schon der nächste Stich. Stefan Kronberger kam ins Spiel und traf laut Wagner „bei der ersten Ballberührung sofort“ zum 3:1. Spätestens da war für ihn die Sache klar: „Dann war mir persönlich klar, das werden drei Punkte.“ In der Schlussphase legte Vorchdorf noch nach. Ein Eigentor von Alois Starlinger in der 87. Minute brachte das 4:1, in der 92. Minute sorgte Kronberger mit seinem zweiten Treffer schließlich für den Endstand von 5:1.

Viel Lob für den Willen, aber auch ein klarer Hinweis auf die Arbeit der nächsten Wochen

So zufrieden Wagner mit dem Ergebnis auch war, er beließ es nicht beim reinen Jubel über fünf Tore. Vielmehr schilderte er eine Mannschaft, die ihre Stärken kennt, in manchen Phasen aber noch sauberer werden muss. „Unsere Mannschaft weiß, was sie leisten kann. Aber die Umsetzung muss noch besser werden“, sagte er. Vor allem der Wille, die Ausdauer und der Kampfgeist seien an diesem Abend entscheidend gewesen. Diese Eigenschaften hätten am Ende den Ausschlag gegeben, als das Spiel noch offen war und Vorchdorf in den letzten zwanzig Minuten zulegen konnte. Gleichzeitig stellte Wagner klar, dass der Sieg kein Grund ist, sich zurückzulehnen. „Es gibt immer verschiedene Punkte, wo man arbeiten kann. Aber wir sind auf einem guten Weg und das, was wir noch verändern wollen, werden wir Step by Step im Training beheben.“ Das klingt nach einem Trainerteam, das den Erfolg mitnimmt, aber den Blick sofort wieder auf die tägliche Arbeit richtet. Gerade weil der Spielverlauf gezeigt hat, dass zwischen einer engen Partie und einem klaren Endstand manchmal nur wenige Minuten liegen.

Respekt für den Gegner und Lob an mehrere Vorchdorfer

Bemerkenswert war auch, wie deutlich Wagner den Gegner würdigte. Für ihn waren die Mondsee Juniors alles andere als ein Aufbaugegner. „Der Gegner war gut, körperlich gut, zweikampfstark, läuferisch auch gut“, sagte er und ergänzte, dass die Gäste ebenfalls zu ihren Möglichkeiten gekommen seien. Umso höher bewertete er, dass die ASKÖ Vorchdorf phasenweise sowohl vor als auch nach der Pause mehr Spielanteile hatte. Darin sah er letztlich den Ausschlag für den Heimsieg. Aus seiner eigenen Mannschaft wollte er zwar grundsätzlich das Kollektiv in den Vordergrund stellen, ein paar Namen hob er dann aber doch heraus. Stefan Filzmoser aus der Viererkette und Jonas Traunbauer als rechter Außenverteidiger hätten aus seiner Sicht sehr gut agiert, dazu erwähnte er auch Moritz Leithinger für den vorderen Bereich. „Aber grundsätzlich hat die gesamte Mannschaft sehr gut agiert“, sagte Wagner. Mit dem 5:1 schiebt sich Vorchdorf nach drei Runden auf fünf Punkte und bleibt in der Spitzengruppe dabei. Der Abend war also nicht nur wegen des klaren Resultats wertvoll, sondern auch, weil die Mannschaft gezeigt hat, dass sie selbst in einer lange engen Partie geduldig bleiben kann.

Bezirksliga Süd: Vorchdorf : Mondsee Juniors - 5:1 (1:0)

  • 92
    Stefan Kronberger 5:1
  • 87
    Eigentor durch Alois Hubert Starlinger 4:1
  • 79
    Stefan Kronberger 3:1
  • 74
    Gregor Steiner 2:1
  • 51
    Nico Feusthuber 1:1
  • 34
    Dominik Raab 1:0