In der Bezirksliga Süd kam die ASKÖ Vorchdorf gegen die SPG Windischgarsten/Spital nicht über ein 0:0 hinaus. Der Aufsteiger hatte nach Einschätzung von Co-Trainer Wolfgang Wagner zwar mehr vom Spiel, konnten diesen Vorteil aber nicht in Tore ummünzen. Weil auch die Gäste mit ihrer klaren Ausrichtung immer wieder gefährlich wurden, ordnete Wagner das Remis am Ende als Ergebnis ein, mit dem beide Seiten leben konnten.
Vorchdorf hatte über weite Strecken mehr vom Spiel, ohne daraus Kapital zu schlagen. Wolfgang Wagner brachte die Partie aus Sicht der Heimischen recht klar auf den Punkt: „Wir hatten den größten Spielanteil, konnten diese Spielanteile aber nicht in Tore ummünzen.“ Genau das zog sich durch den Abend. Die Gastgeber waren bemüht, hatten viel den Ball und suchten ihre Lösungen, doch schon zur Pause stand es 0:0. Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich am Endergebnis nichts mehr. Vorchdorf war das aktivere Team, spielte seine Situationen laut Wagner aber nicht sauber genug zu Ende und kam deshalb nie in jene Lage, aus der ein Spiel klar auf die eigene Seite kippt.
Dass dieses torlose Remis nicht nur an Vorchdorfs fehlender Durchschlagskraft lag, sprach Wagner ausdrücklich an. Die Gäste legten die Partie anders an und warteten auf ihre Momente. „Der Gegner war auf Zerstörung aus, spielte den Ball immer weit nach vorne und versuchte, mit Kontern gefährlich zu werden“, sagte der Co-Trainer. Gerade dann, wenn Vorchdorf schlampig spielte oder Fehler einbaute, wurde es laut Wagner unangenehm. Deshalb wollte er den Punkt des Gegners auch nicht kleinreden. „Sie haben sich den Punkt verdient“, meinte er und verwies darauf, dass auch Windischgarsten/Spital einige gute Möglichkeiten hatte, die der Vorchdorfer Torwart vereitelte. Ein völlig einseitiges 0:0 war es also nicht, auch wenn die größeren Spielanteile bei den Heimischen lagen.
Auffällig war aus Vorchdorfer Sicht vor allem, dass im letzten Drittel der Nachdruck fehlte. Wagner sagte offen: „Wir hatten keine so große hundertprozentige Chance.“ Gleichzeitig wollte er seiner Mannschaft die Grundtugenden nicht absprechen. „Was immer gut funktioniert, ist die Einstellung und der Wille“, betonte er. Der entscheidende Unterschied lag für ihn vielmehr in den letzten Metern und in der Klarheit vor dem Tor. „Gefehlt hat vielleicht der letzte entscheidende Druck und die letzte Überzeugung: Jetzt wollen wir ein Tor erzielen.“ Deshalb blieb es bei einem Abend, an dem Vorchdorf zwar viel investierte, sich für den Aufwand aber nicht belohnte und mit einem Punkt statt mit drei vom Platz ging.
Am Ende überwog deshalb keine große Enttäuschung, sondern eher die nüchterne Einordnung eines Spiels, das in beide Richtungen offen blieb. „Letztendlich muss man mit diesem einen Punkt zufrieden sein“, sagte Wagner, auch weil die Gäste ihre Möglichkeiten hatten. Diskussionen über besondere Aufreger gab es für ihn keine. „Es gab keine strittigen Situationen und Schiedsrichter Fetahagic hat ordentlich gepfiffen“, hielt der Co-Trainer fest. In der Tabelle hält die ASKÖ Vorchdorf nach sechs Runden nun bei zehn Punkten und bleibt damit im oberen Bereich. Der Auftritt zeigte, dass die Basis stimmt. Beim nächsten Mal wird es für die Vorchdorfer aber darum gehen, aus ihren Spielanteilen wieder mehr zu machen als nur ein torloses Remis.