In der Bezirksliga Süd haben die FC Hertha Wels Juniors dem Vöcklabrucker Sportclub in der Nachspielzeit ein 1:1-Unentschieden abgerungen. Die Gäste führten nach dem Treffer von Dragan Marojevic lange mit 1:0, ehe Ahmmad Rahimi in Minute 92 ausglich. Co-Trainer Edis Kenjar sah viel Ballbesitz beim Gegner, lobte die eigene Defensivarbeit und machte am Ende die fehlende Konzentration in Unterzahl als Grund dafür aus, dass der Sieg nicht über die Zeit gebracht wurde.
Aus Sicht der Vöcklabrucker war der Plan von Beginn an klar. „Wir haben uns auf eine defensive Arbeit eingestellt und wollten auf Konter spielen“, sagte Kenjar nach dem Spiel. Dass die Hertha mehr vom Ball haben würde, nahm sein Team bewusst in Kauf. Genau so entwickelte sich die Partie dann auch. Die Welser waren nach seiner Einschätzung über weite Strecken in der gegnerischen Hälfte präsent, während sich die Gäste auf eine kompakte Ordnung konzentrierten und auf Umschaltmomente lauerten. In der ersten Halbzeit kamen laut Kenjar nur „zwei, drei Halbchancen“ zustande, doch eine dieser wenigen Situationen reichte zur Führung. In der 31. Minute traf Dragan Marojevic zum 1:0, wobei der Co-Trainer davon sprach, dass dem Treffer ein Tormannfehler der Gastgeber vorausgegangen sei. Mit diesem Vorsprung ging Vöcklabruck dann auch in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel wollte Vöcklabruck an dieser Ausrichtung nichts ändern. „Wir haben gesagt, wir spielen weiter so und lauern auf unsere Konterchancen“, erklärte Kenjar. Der Gegner blieb aus seiner Sicht das aktivere Team. „Hertha Wels hat sicher mehr vom Spiel gehabt und auch klarere Chancen“, sagte er offen, ohne das eigene Auftreten deswegen kleinzureden. Denn ebenso deutlich betonte er, warum es trotzdem lange bei der knappen Führung blieb: „Der Tormann hat sehr gut gehalten und im Großen und Ganzen hat die ganze Defensive, die ganze Mannschaft defensiv super gearbeitet.“ Kenjar hob vor allem Einsatz, Laufbereitschaft und das kompakte Stehen im Block hervor. Genau diese Tugenden sorgten dafür, dass die Welser trotz ihrer Vorteile nicht schon früher zum Ausgleich kamen. Aus seiner Sicht war das 1:1 deshalb kein Ergebnis, das seiner Mannschaft die Leistung kaputtmachte, sondern eines, das „im Großen und Ganzen okay“ sei.
Besonders bitter war für die Gäste der Zeitpunkt des Gegentreffers. Kenjar meinte, seine Mannschaft habe das Spiel bis tief in die Nachspielzeit so halten können, ehe einmal nicht aufgepasst worden sei. Offiziell fiel der Ausgleich in Minute 92, als Ahmmad Rahimi für die Hertha zum 1:1 traf. Dazu kam aus Sicht der Vöcklabrucker noch die schwierige Schlussphase in Unterzahl nach einer Gelb/Roten Karte für Daniel Zivkovic in Minute 88. „Mit einem Mann weniger müssen wir vielleicht cleverer spielen und mehr verteidigen“, sagte der Co-Trainer. Auch mit einigen Entscheidungen von Schiedsrichter Hüttler war er nicht einverstanden, grundsätzlich wollte er das Thema aber nicht in den Mittelpunkt stellen. Wichtiger war ihm seine Einordnung des Spiels: Hertha Wels habe sich den Ausgleich verdient, weil die Gastgeber viel investierten, der Vöcklabrucker SC habe aber mit viel Disziplin und geschlossener Defensivarbeit ebenfalls seinen Anteil an diesem Punkt. Nach acht Runden bleibt der VSC damit bei 13 Punkten und hält in der Spitzengruppe weiter Anschluss.