Derbys haben eigene Gesetze – das zeigte sich in der Bezirksliga West beim 2:1 von Union Ziegelwerk Senftenbach gegen SPG Raiffeisen Utzenaich/Antiesenhofen. Die Gäste führten zur Pause, doch Senftenbach drehte nach Wiederanpfiff binnen einer intensiven zweiten Hälfte die Partie. Für Utzenaich/Antiesenhofen überwog am Ende der Ärger über defensive Standards, die beide Gegentore einleiteten. Trainer Harun Sulimani brachte es nach Abpfiff auf den Punkt: "Ganz klar die defensiven Standards – wir wussten, dass Senftenbach da stark ist, und das müssen wir besser verteidigen."

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Utzenaich/Antiesenhofen erwischte den besseren Start. In der 10. Minute stellte Nemanja Ilic mit einem Distanzschuss auf 0:1, ein Treffer, der laut Coach "haltbar oder nicht" gewesen sein könnte, der aber den Matchplan der Gäste zunächst trug. Bis zur Pause stand die Führung, weil die Sulimani-Elf den Gegner eigentlich bis auf zwei Standardsituationen weg vom eigenen Tor hielt. Nach Wiederbeginn wendete sich das Blatt prompt: In Minute 47 glich Jonas Leherbauer zum 1:1 aus – ein Abschluss aus dem Rückraum nach einem ruhenden Ball, den der Trainer als "super getroffen" beschrieb. Senftenbach blieb bei Standards gefährlich und legte in der Schlussphase nach: In der 79. Minute brachte Jonas Reisegger die Hausherren per Kopf nach einem seitlichen Freistoß 2:1 in Front. "Ungehindert zum Kopfball – das darf in dieser Phase so nicht passieren", ärgerte sich Sulimani. Die Führung rettete Senftenbach konzentriert ins Ziel.
Im Gespräch wirkte Harun Sulimani gefasst, aber deutlich. Er sah sein Team im ersten Abschnitt "grundsätzlich gut", mit der großen Chance, das Spiel frühzeitig in ruhigere Bahnen zu lenken: "Wir sind in Führung gegangen und hätten auch die Möglichkeit gehabt, auf 2:0 zu stellen." Den Knackpunkt legte er kompromisslos fest: "Ganz klar die defensiven Standards." Seine Analyse ging aber weiter als nur auf die beiden Gegentreffer: "Ich glaube, dass wir generell körperlich nicht auf dem Niveau der letzten Wochen waren. Die vergangenen Wochen waren sehr intensiv mit dem Vereinsfest – wir wirkten müde, nicht so spritzig." Dazu kam die besondere Derby-Lage: "Der eine oder andere war vielleicht ein bisschen zu nervös." Am Ende fehlten seinem Team Tugenden, die in solchen Spielen entscheiden: "Uns ist dieses Mal ein bisschen der Wille und die Mentalität abgegangen."
Bei allem Ärger über die Standards fand Sulimani auch klare Worte für den Gegner: "Senftenbach ist meiner Meinung nach eine sehr gute Mannschaft, die auch schon vor einem Spiel eine Idee hat." Darauf habe man sich vorbereitet, vieles sei aufgegangen – "bis eben auf die Standardsituationen. Bei den Standards ist Senftenbach wirklich gefährlich." Für Diskussionen rund um den Unparteiischen sah er keinen Grund: "Es war intensiv mit vielen Zweikämpfen, aber nicht unfair. Die Gastschiedsrichter aus Bayern haben das im Großen und Ganzen nicht schlecht gemacht. Vielleicht waren die gelben Karten am Ende auf beide Seiten etwas zu einfach, das ist das Einzige." In der Tabelle liegt Senftenbach nach der 22. Runde im gesicherten Mittelfeld, Utzenaich/Antiesenhofen rangiert dahinter. Für Sulimani ist die Marschroute klar: "Das müssen wir besser verteidigen." Heißt: frischer werden, Standards schärfer verteidigen – und die guten Phasen wieder mit Punkten belohnen.