Ein intensives Duell in der Bezirksliga West endete für Union Raiffeisen Gurten 1b mit einer 1:2-Heimniederlage gegen SV Ritterbräu Neumarkt/Pötting. Nach starkem Beginn der 1b-Elf stach das Umschaltspiel der Gäste, Doppeltorschütze Artem Atamas traf vor und nach der Pause. Sebastian Obermair glich zwischenzeitlich aus, doch ein weiterer Konter entschied die Partie. Trainer Mario Krämer sprach von einem ausgeglichenen Spiel, haderte mit zwei aberkannten Treffern nach Wiederbeginn und betonte zugleich: „Neumarkt war heute nicht unverdient vorne, sie waren in den entscheidenden Momenten cleverer als wir.“

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Gurten 1b kam mit Energie ins Spiel und hatte laut Trainer gleich zu Beginn Vorteile. „Wir hatten in den ersten zehn, 15 Minuten zwei, drei gute Chancen, die ihr Tormann gut gehalten hat“, schilderte Mario Krämer. Dann der Dämpfer: Nach rund 22 Minuten lief seine junge Truppe in einen Konter, Artem Atamas vollendete zur 0:1-Führung für Neumarkt/P., mit der es auch in die Pause ging. Direkt nach Wiederanpfiff jubelten die Hausherren zweimal – beide Male blieb der Treffer wegen Abseits aus. „Gleich nach der Pause machen wir ein Tor, das klar Abseits war, wenig später dann noch eines. Im Video sieht man im Nachhinein ganz klar, dass es dabei kein Abseits war. Das tut extrem weh“, ärgerte sich Krämer, ohne dem Unparteiischen generell Vorwürfe zu machen. In der 71. Minute belohnte sich Gurten 1b endlich: Sebastian Obermair traf zum 1:1. Die Antwort der Gäste folgte jedoch schnell. Fünf Minuten später nutzte Neumarkt/P. erneut einen Umschaltmoment, Atamas traf zum 1:2 – der entscheidende Stich in einer Phase, in der Gurten eigentlich „gut drin“ war.
In seiner Analyse nahm Mario Krämer den mutigen Ansatz der 1b in Schutz – und zugleich in die Pflicht. „Wir haben vor dem Spiel über Konterabsicherung gesprochen. Das hat nicht über die ganze Distanz gehalten. Gegen so einen Gegner wird das eiskalt bestraft“, erklärte der Trainer. Dass seine Mannschaft nach dem Ausgleich weiter konsequent auf das 2:1 spielte, kann er nachvollziehen, auch wenn daraus das entscheidende Gegentor entstand: „Das ist die junge Unbekümmertheit, die uns oft auszeichnet – heute sind wir damit in den nächsten Konter gelaufen.“ Besonders wichtig war ihm, den Charakter der Truppe hervorzuheben: „Ich ziehe den Hut vor dem einzigartigen Charakter dieser Mannschaft. Ich bin extrem stolz auf mein Team.“ sprach Krämer offen die Unruhe im Umfeld an: „Wir absolvieren unsere Spiele derzeit unter extremen Voraussetzungen, die mit Fußball leider wenig zu tun haben. Das macht normales, fokussiertes Arbeiten fast unmöglich. Als Trainer unserer 1B-Mannschaft liegt für mich die sportliche und vor allem menschliche Entwicklung unserer jungen Perspektivspieler und Talente absolut im Vordergrund. Das macht unseren Verein in den letzten Jahrzehnten aus, darauf können wir in Gurten stolz sein! Gerade diese Aspekte machen mir gemeinsam mit den Jungs unglaublich viel Spaß. Leider wird diese Entwicklung derzeit „etwas gebremst“. Die Jungs tun mir da im Moment extrem leid, weil sie mit Dingen klarkommen müssen, die mit dem Sportlichen absolut nichts zu tun haben. Trotzdem versuchen sie Woche für Woche ihr Bestes zu geben und ich ziehe den Hut vor dem einzigartigen Charakter, den diese tolle Truppe hat!
Die Union Gurten kann stolz auf diese Mannschaft sein!" Zur Leitung des Unparteiischen blieb er fair: „Die Schiedsrichterleistung war insgesamt gut. Die Abseitsentscheidung war bitter, aber der Schiedsrichter war nicht an unserer Niederlage schuld.“
Aus Trainersicht lag der Schlüssel klar beim Umschaltspiel der Gäste. „Neumarkt baut momentan stark auf Konter – und sie haben die Qualität dafür. Wenn wir da nicht über 90 Minuten sauber absichern, nutzen sie das“, sagte Krämer. Genau das zeigte sich an beiden Treffern von Artem Atamas, der die wenigen offenen Räume resolut verwertete, während Gurten trotz Aufwand zu selten zwingend wurde. In der Tabelle bleibt Union Gurten 1b mit 49 Punkten auf Rang zwei und damit im Spitzenfeld, Neumarkt/P. hält bei 34 Zählern auf Platz vier. Für Krämer steht fest, woran er mit seiner jungen Elf ansetzen will: „Wir müssen unsere Konterabsicherung konsequent durchziehen – der Wille ist da, den sehe ich jede Woche. Wenn wir ruhiger arbeiten können, werden wir uns wieder belohnen.“