Spektakel in der Bezirksliga West: Der SV Luksch Riedau drehte daheim gegen die SPG Raiffeisen Utzenaich/Antiesenhofen ein 0:2 in ein 3:2 und holte in einer dramatischen Schlussphase alle drei Punkte. Bis weit in die zweite Halbzeit hinein schien für die Gäste alles aufzugehen, dann kamen Unwetterpause, Ausschluss und zwei späte Gegentreffer aus Standards – so schildert es Co-Trainer Christoph Vogetseder. „Die letzten zwölf Minuten sind wir auseinandergebrochen“, sagt er, während Riedau den späten Lucky Punch bejubelte.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Zur Halbzeit stand es 0:0, doch unmittelbar nach Wiederbeginn setzten die Gäste das erste Ausrufezeichen: In Minute 49 traf Mate Bajic zum 0:1. Utzenaich/Antiesenhofen blieb am Drücker und legte nach – in der 68. Minute erhöhte Ivan Peric auf 0:2. Riedau steckte nicht auf, verkürzte durch Jannik Wesner (73.) und drängte in den Schlussminuten mit viel Wucht. Der Ausgleich fiel spät durch Lukas Maximilian Eder (88.), und als vieles schon nach einem Remis aussah, stach Riedau in der Nachspielzeit noch einmal zu: Julian Glasner stellte in Minute 90+4 tatsächlich auf 3:2. Aus Gästesicht war das bittere Ende einer lange starken Auswärtsleistung, aus Riedauer Sicht der perfekte Schlusspunkt eines wilden Comebacks.
Christoph Vogetseder wirkte trotz Enttäuschung gefasst, seine Analyse aber war klar. „Es war sicher eines der besten Spiele, die wir im Frühjahr gespielt haben. Die Mannschaft war sehr gut eingestellt“, betonte der Co-Trainer. Schon vor der Pause hätten seine Jungs mehr Kapital schlagen müssen: „Die Defensivarbeit und auch die Offensive waren sehr gut. Wir hätten in der ersten Halbzeit eigentlich 3:1 führen müssen.“ Nach Seitenwechsel klappte es dann: „Das erste Tor für uns war eine Standardsituation vom Sechzehnereck. Das zweite war ein Elfer.“ Danach kippte die Partie – aus seiner Sicht aus drei Gründen: „In der Schlussphase war unser Problem die zwanzigminütige Wetterunterbrechung. Dann haben wir einen Ausschluss bekommen, gewechselt, und bei uns ist der Faden gerissen.“ Besonders schmerzte der Verlust eines Leistungsträgers: „Der Ausschluss hat uns einen Schlüsselspieler gekostet, unseren Nemanja. Nach der Umstellung auf ein 5-4 hat die Zuteilung nicht mehr gepasst, wir waren zu ängstlich und konnten vorne keine Akzente mehr setzen.“
Aus Gästesicht lag der Schlüssel des Comebacks in den ruhenden Bällen. „Riedau war bei den Standards stark. Aus meiner Sicht fallen das 2:2 und 3:2 nach ruhenden Bällen“, so Vogetseder, der sogar berichtet: „Auch der Riedau-Trainer hat mir gesagt, die Punkte wären heute eher unsere gewesen.“ Zur Leitung des Unparteiischen blieb er sachlich: „Die Schiedsrichterleistung war insgesamt okay. Der Ausschluss hätte aus meiner Sicht nicht sein müssen.“ In der Tabelle festigt Riedau Rang drei, während Utzenaich/Antiesenhofen als Zwölfter weiter jeden Zähler braucht. Trotz alledem überwiegt beim Co-Trainer das Positive aus 80 starken Minuten: „Die Stimmung war perfekt, alle waren top motiviert.“ Für die nächsten Aufgaben gilt aus seiner Sicht, die Leistung der ersten 80 Minuten über die gesamte Distanz zu bringen – dann werden auch die Punkte wieder auf die eigene Seite fallen.