In der Bezirksliga West hat die Union Sanube Diersbach am Sonntagnachmittag gegen den USV Knoblinger Neuhofen/I. mit 2:0 gewonnen und sich den Erfolg vor allem mit disziplinierter Defensivarbeit erarbeitet. Nach einem torlosen ersten Durchgang brachte Tobias Mayrhofer die Gastgeber per Elfmeter auf Kurs, ehe er in der Nachspielzeit per Konter nachlegte. Trainer Christoph Schmidseder machte nach dem Schlusspfiff vor allem das enge Verteidigen als Schlüssel aus.
Auch wenn das Ergebnis am Ende klar aussieht, schilderte Schmidseder die Partie nicht als einseitige Angelegenheit. "Über 90 Minuten war es fußballerisch ausgeglichen, aber wir hatten in der ersten wie in der zweiten Halbzeit die besseren Chancen", sagte der Coach. Das zeigte sich schon vor der Pause, als die Gastgeber zwei gute Möglichkeiten vorfanden, aber noch nicht an Neuhofens Schlussmann vorbeikamen. So ging es mit einem 0:0 in die Kabinen, obwohl Diersbach nach Einschätzung des Trainers schon bis dahin näher an der Führung war. Der entscheidende Moment folgte dann in der 66. Minute: Nach einem Abstimmungsfehler zwischen Verteidiger und Tormann ging ein Diersbacher Angreifer dazwischen, drang in den Strafraum ein und wurde nur noch durch ein Foul gestoppt. Den fälligen Elfmeter verwandelte Tobias Mayrhofer trocken zum 1:0. "Das 1:0 war sicher der Schlüssel zum Erfolg", ordnete Schmidseder diese Szene ein. In der 68. Minute wurde es an der Seitenlinie hektisch, weil der Diersbacher Trainer die Rote Karte sah. Schmidseder erklärte danach, er habe offenbar die Coaching Zone verlassen, sprach von einer harten Entscheidung, nahm die Szene aber auf sich: "Das war dann ein Fehler von mir." Auf dem Platz brachte seine Mannschaft die Führung trotzdem ohne Wackler durch und setzte in der Nachspielzeit noch nach. Wieder war Tobias Mayrhofer zur Stelle und vollendete einen Konter zum 2:0-Endstand.
Der eigentliche Grundstein für den Heimsieg lag für Schmidseder aber nicht allein in den beiden Treffern, sondern in der Arbeit gegen den Ball. "Sehr gut hat funktioniert, dass wir ganz wenige Chancen oder eigentlich keine einzige richtige Chance zugelassen haben", sagte er. Der Trainer ging sogar noch weiter und sprach von nur einer Halbchance für den Landesliga-Absteiger über die gesamte Spielzeit. Genau diese Disziplin gefiel ihm besonders, weil Neuhofen aus seiner Sicht sehr wohl Qualitäten mitbringt. "Neuhofen ist mit einem guten Trainer eine fußballerisch gute Mannschaft, wenn man sie lässt", meinte Schmidseder. Diersbach tat allerdings genau das nicht. Die Räume wurden eng gemacht, die Zweikämpfe sauber geführt und vor allem im gefährlichen Bereich konsequent verteidigt. "Wir haben Neuhofen in keiner Phase des Spiels Fußball spielen lassen, jedenfalls nicht im letzten Drittel, wo es gefährlich wird", fasste der Trainer zusammen. Damit erklärte er auch, warum die Partie trotz fußballerischer Ausgeglichenheit am Ende doch recht klar in Richtung der Gastgeber kippte. Diersbach ließ hinten wenig zu und war vorne in den entscheidenden Situationen konsequent. "Wir haben aus unseren drei, vier guten Chancen zwei Tore gemacht und das war heute der Unterschied", sagte Schmidseder. Gerade im Unterhaus ist das oft der einfachste und zugleich treffendste Satz für so ein Spiel.
Ganz ohne Kritik wollte der Trainer den Nachmittag trotz des verdienten Erfolgs nicht abhaken. Bei aller Zufriedenheit sprach er auch einen Punkt an, der seiner Mannschaft in den kommenden Wochen noch helfen kann. "Wo wir noch besser werden können, ist im eigenen Ballbesitz, vor allem dann auch über außen, dass wir hier noch mehr Druck erzeugen", erklärte Schmidseder. Das passt zu seiner Einordnung eines Spiels, in dem die Union Diersbach sehr kontrolliert auftrat, aber nicht aus jeder guten Phase sofort noch mehr Ertrag herausholte. Gleichzeitig fiel sein Gesamturteil klar positiv aus. "Ansonsten kann ich heute wenig Negatives sagen, weil der Sieg sehr verdient war", sagte er. Für Diersbach ist das 2:0 damit nicht nur ein sauber herausgespielter Heimerfolg, sondern auch ein Auftritt, der die Mannschaft nach sechs Runden mit zehn Punkten auf Rang fünf bringt. Vor allem die Mischung aus Disziplin, klarer Defensivarbeit und einer besseren Chancenverwertung als der Gegner war an diesem Nachmittag ausschlaggebend. Wenn die Gastgeber diesen Stil mitnehmen und im eigenen Ballbesitz noch zulegen, war dieser Auftritt mehr als nur ein gewöhnlicher Heimsieg.