In der Bezirksliga West hat die SPG Raiffeisen Utzenaich/Antiesenhofen bei der Union Raiffeisen Gurten 1b eine 2:0-Führung noch aus der Hand gegeben und am Ende 2:5 verloren. Sportchef Tobias Dietrich sah seine Mannschaft lange auf gutem Weg, machte aber das schnelle Gegentor nach dem zweiten Treffer, die zunehmende Passivität und die rote Karte als entscheidende Punkte aus.

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Aus Sicht der Gäste war es über weite Strecken eben nicht von Beginn an eine klare Angelegenheit für Gurten. Dietrich schilderte den Auftritt seiner Mannschaft vielmehr so, dass Utzenaich/Antiesenhofen vor allem in der ersten Stunde vieles ordentlich umgesetzt habe. „Die ersten sechzig Minuten haben wir einen guten Fußball gespielt. Gurten hatte insgesamt mehr vom Spiel, aber die besseren Chancen fanden wir vor“, sagte er. Dass es zur Pause noch 0:0 stand, passte zu diesem Bild. Kurz nach Wiederbeginn belohnte sich die SPG dann: In der 53. Minute brachte Leon Winklhofer die Gäste mit 1:0 in Führung, neun Minuten später legte Ivan Grabovac das 2:0 nach. Gerade dieser Abschnitt war für Dietrich auch der Beleg dafür, dass seine Mannschaft in der Offensive durchaus Lösungen gefunden hatte. Zum ersten Treffer meinte er, dieser sei „etwas glücklich“ gewesen, den zweiten bezeichnete er dagegen als „schön herausgespielt“.
Genau dieser Moment, in dem die Partie eigentlich in Richtung der Gäste hätte kippen können, wurde aus Sicht von Dietrich zum Beginn des Problems. Denn die Führung hatte kaum Bestand. Schon in der 64. Minute verkürzte Fabian Baumgartner für Gurten auf 1:2, und damit war das Spiel sofort wieder offen. Dietrich brachte es klar auf den Punkt: „Leider konnten wir das 2:0 nicht lange halten und bekamen gleich ein Gegentor.“ Noch schwerer wog für ihn, was danach mit seiner Mannschaft passierte. „Wir wurden zu passiv und haben dem Gegner zu viele Räume gelassen“, sagte der sportliche Leiter. Diese Einschätzung deckt sich mit dem weiteren Verlauf, denn Gurten blieb dran und kam in der 72. Minute durch Sebastian Baier auch noch zum 2:2. Innerhalb von nur acht Minuten war der Vorsprung damit komplett dahin, obwohl Utzenaich/Antiesenhofen die Partie davor aus seiner Sicht gut im Griff gehabt hatte.
Als eigentlichen Knackpunkt nannte Dietrich dann zwei Dinge, die für ihn eng zusammenhingen. „Der Knackpunkt war definitiv die rote Karte und das schnelle Gegentor nach dem 2:0“, sagte er. Den Ausschluss in der 77. Minute beschrieb er aus seiner Sicht so: Das Foul in der gegnerischen Hälfte, wo definitiv keine Gefahr entstehen kann, war vermeidbar. Für Dietrich war das eine „klare rote Karte“. Er verwies außerdem auf die Szene vor dem ersten Gurtner Treffer und sagte: „Dominic Bauer ging als Sechser in den Angriff mit und unsere Defensive verabsäumte es, die Räume im eigenen Fünfer engzumachen.“ Nach dem Ausschluss kippte die Partie dann endgültig. In der 82. Minute traf Dominic Bauer zum 3:2, in der 89. Minute legte er noch das 4:2 nach. Tief in der Nachspielzeit setzte Luca Wimmer mit dem 5:2 den Schlusspunkt. Aus einer Partie, in der die SPG lange gut im Rennen war, wurde so noch eine deutliche Niederlage.
Besonders interessant war an Dietrichs Einordnung, dass er trotz der fünf Gegentore nicht alles schlechtredete. Im Gegenteil: In der Offensive sieht er bei seiner Mannschaft weiterhin klare Fortschritte. „In den letzten vier Wochen zeigen wir generell einen sehr guten Fußball in die Offensive, erarbeiten uns viele Chancen“, sagte er. Auch diesmal hob er die Chancenproduktion ausdrücklich positiv hervor. Das große Problem lag für ihn in der Defensive. „Definitiv wieder die defensive Ausrichtung: konstant im Spiel zu bleiben, nicht nur 60 Minuten Fußball zu spielen, sondern 90 Minuten, und nicht grob fahrlässig zu verteidigen“, so Dietrich. Dass er den Schiedsrichter dabei ausdrücklich ausnahm, passte ins Bild seiner Analyse. „Referee Koidl zeigte eine sehr gute Leistung, pfiff eine sehr souveräne Partie“, sagte er. Für die SPG Utzenaich/Antiesenhofen bleibt damit ein Spiel, das lange nach etwas Zählbarem aussah, am Ende aber deutlich zeigte, wo die Mannschaft ansetzen muss: Die guten offensiven Phasen müssen über die volle Spielzeit mit mehr Stabilität und engerem Verteidigen abgesichert werden.