In diesen Tagen verlängerte die Legionärin ihren Vertrag beim SC Freiburg; das Ligaportal blickt zurück!
Eine Karriere „auf der Hochschaubahn“!
Höhepunkte wechselten sich bisher mit Tiefschlägen ab, aber die „Comeback- Prinzessin“ kämpfte sich immer wieder zurück. „Lisa ist die personifizierte Resilienz“, lobte der damalige ÖFB-Präsident Dr. Leo Windtner, seine oberösterreichische Landsfrau anlässlich der Ehrung als „Beste Fußballerin der Saison 2020/21“ seine oberösterreichische Landsfrau, für ihre Bemühungen, sich vorbildlich trotz langwieriger Verletzungen nicht unterkriegen zu lassen!
Alles begann mit …..dem Jahrhundertfußballer Herbert Prohaska
Ihre LLaufbahn begann die pfeilschnelle Technikerin schon mit sechs Jahren beim Vöcklabrucker SC, spielte dort bei den Buben im gemischten Team und gewann 2012 beim Bundesfinale in Wien in ihrer Altersgruppe den Fußball-Technik-Bewerb „Superdribbler“. Dafür wurde die 12- jährige sogar von Österreichs Fußball-Idol Herbert Prohaska ausgezeichnet. Als „Musterschülerin“ glänzte Lisa im Landesausbildungszentrum (LAZ), Vorkader Gmunden und im Hauptkader des Landesausbildungszentrum Wels in den Saisonen 2013/14 und 2014/15.
Bundesweite Torschützenkönigin
Mit 14 Volltreffern sicherte sich die Torjägerin 2014/15 die „Torschützinnen-Krone“ bei in der U 14- Bundesmeisterschaft, übrigens vor einer gewissen Eileen Campbell (Vorarlberg)……und war damit maßgeblich am Sieg der Oberösterreich-Auswahl beteiligt.
Im Herbst 2015 wurde die Vorzugsschülerin in das „Nationale Zentrum für Frauenfußball in St. Pölten aufgenommen und legte dort 2020 die Matura ab.
Sensationeller Einstand in der U 16
Am 5.2.2016 traf Kolb schon in der 2. Minute zur 1:0-Führung Österreichs im freundschaftlichen Länderspiel gegen Aserbaidschan im Vier-Nationen-Turnier auf Malta. Unter Cheftrainerin Irene Fuhmann siegte die ÖFB-Auswahl 3:0, Jelena Dordic (Parndorf) fixierte mit einem Doppelpack den Endstand.
Weltmeisterin im Schulfußball
Auch dank einiger Treffer von Lisa Kolb krönte sich die Auswahl der Fußball-Akademie St. Pölten im Mai 2016 in Prag mit dem Weltmeistertitel.
Treffsicher in Linz und Graz
Im Juli 2016 wechselte sie zu Union Kleinmünchen, war dort 25 x in 32 Spielen in der Bundesliga erfolgreich (!), ab 2018/19 lief sie für Sturm Graz auf, wo sie im Herbst noch mit 8 Treffern beim Vize-Herbstmeister als beste Torschützin glänzte, aber über zeitweilige Rückenprobleme klagte. Es folgten:
Erste Rückschläge
Eine Rückenverletzung bedeutete vom Frühjahr 2019 bis zum Sommer 2020 eine „Zwangspause“, auch in der ÖFB-U 19, in die sie mittlerweile aufgerückt war. Im Herbst 2019 erfolgte ihr Wechsel zum SV Neulengbach, der ihr trotz Verletzung das Vertrauen schenkte.
Comeback nach 1 ½ Jahren
Im Juni 2020 konnte die Unermüdliche endlich wieder das Training aufnehmen,
und „revanchierte“ sich beim SV Neulengbach mit 19 Toren in 16 Spielen, was Rang 4 in der Meisterschaft bedeutete.
2 große Auszeichnungen
Lohn für die tolle Saison waren die „Wahl zur Spielerin der Saison“ und die „Bruno Pezzey-Trophäe“, worauf der Wechsel in den Breisgau zum deutschen Bundesligisten SC Freiburg erfolgte.
Debüt im A-Team, erster Treffer und eine geplatzte EM-Teilnahme
Von ÖFB-Teamchefin Irene Fuhrmann wurde Kolb erstmals in den ÖFB-Kader für das EM-Qualifikationsspiel gegen Frankreich im Oktober 2020 in Wiener Neustadt einberufen, ihr Debüt schaffte sie dann im November 2020 bei der 0:3-Niederlage im Rückspiel auswärts gegen Frankreich.
Erstes Tor im A-Team
In den ÖFB-Nachwuchsteams U 16, U 17 und U 19 hatte die Torjägerin fast nach Belieben getroffen, in der 2ERsten“ war ihr erst im Februar 2022 das Führungstor in Marbella gegen die Schweiz gegönnt. „Landsfrau“ Laura Wienroither aus Frankenburg hatte in der 64. Minute aus halblinker Position diagonal die Vöcklabruckerin eingesetzt, die den Ball zum 1:0 unter die Latte setzte, Endstand 3:0.
Für die EM-Endrunde nominiert, aber….
Im Juni 2022 war Lisa Kolb fix für Österreichs Aufgebot für die Europameisterschaft in England nominiert, 3 Tage vor der Abreise verhinderte ein positiver Corona-Test ihre Teilnahme an den Titelkämpfen.
Bisher größter Erfolg in Deutschland
Im Mai 2023 erreichte der SC Freiburg mit den beiden Oberösterreicherinnen Lisa Kolb und Annabel Schasching das DFB-Cupfinale gegen den VfL Wolfsburg.
Verletzung beim Saisonhöhepunkt
Vor 45.000 ZuschauerInnen kassierten die „Underdogs“ schon in der 4. Minute unglücklich das 0:1, mannschaftsdienlich klärte Kolb klärte in der 31. Minute „in extremis“ vor der einschussbereiten Lena Oberdorf, eine Flanke der Vöcklabruckerin wurde in der 37. Minute abgefälscht. Nachdem Lisa Karl in der 41. Minute noch knapp vor dem Wolfsburger Tor gescheitert war, köpfte Janna Minge zum zwischenzeitlichen 1:1 ein. Nach der Pause zog sich Kolb bei einem scharfen Sprint in der 53. Minute eine Zerrung zu, das Spiel endete 1:4.
Bundesligist setzt auf die Österreicherin
Seit Sommer 2021 gelangen der uneigennützigen Flügelflitzerin in 77 Spielen 6 Treffer, bei 8 Toren leistete sie maßgebliche Vorarbeit und war auch in dieser Zeit immer wieder von Blessuren geplagt.
"Wir sehen bei Lisa weiterhin großes Entwicklungspotenzial und freuen uns daher, dass sie den gemeinsam eingeschlagenen Weg weiter fortsetzen will", sagte Birgit Bauer-Schick, Bereichsleiterin des Freiburger Frauen- und Mädchenfußballs, anlässlich der aktuellen Vertragsverlängerung.
Wieder im Einsatz für die Mannschaft von Alexander Schriebl
Im Mai 2025 fiel die Freiburg-Legionärin in der Nations League gegen die Niederlande noch wegen muskulärer Probleme aus, ihr Comeback nach langer Verletzungspause verzögerte sich somit bis zum Herbst.
Wichtiges Ausgleichstor gegen Finnland
Beim 1:1 (0:1) der ÖFB-Auswahl im freundschaftlichen Länderspiel gegen die Nordländerinnen im letzten November erzielte Kolb ihr zweites Tor für Österreichs A- Garnitur.
Es wäre der ehrgeizigen Vorzeigesportlerin von Herzen zu gönnen, im bevorstehenden Länderspiel-Doppel gegen Norwegen und Slowenien ihr Torkonto „aufzubessern“ oder zumindest bei voller Fitness ihre beste Leistung erbringen zu können.
Helmut Pichler