In der Winterpause war Andreas Maderthaner auf Herbstmeister-Coach Fritz Trnka bei Maria Neustift gefolgt, am Freitag konnte er mit seinem Team den Ansturm von Ottensheim 1 b mit Cheftrainerin Judith Riederer erfolgreich abwehren; „Lady first“ im Ligaportal -Interview:
Frauenklasse Nord/Ost:
Union Maria Neustift-- Ottensheim 1b 3:1 (2:0) Tore: Katharina Holzner (Freistoß), Melanie Schweighuber, Valentina Floria Klauser; Lisa Marie Halbweiß.
Ligaportal: Judith, habt Ihr Euch Chancen ausgerechnet, durch einen Auswärtssieg doch noch die Heimelf abzufangen?
Judith Riederer (TSV Ottensheim 1b): „Unbedingt, nachdem wir in der vorletzten Runde in der 1. Hälfte gegen Kematen 1 b sehr gut gespielt hatten und uns im Training auch schon auf die Platzverhältnisse in Maria Neustift eingestellt hatten und uns gut vorbereitet hatten. Wir wussten, dass wir unter normalen Umständen jedenfalls mithalten können.“
Ihr seid mit der Standardelf angetreten, ohne mögliche „Verstärkung“ aus dem Ottensheim-A-Team?
„Ja, ich fände das auch aus 2 Gründen höchst unfair: 1. weil einige meiner Spielerinnen dann vergeblich trainieren würden und 2. weil es auch höchst unsportlich gegenüber den Gegnerinnen wäre.“
Das Spiel verlief dann unglücklich für Euch?
„Es begann auf beiden Seiten sehr nervös, weil viel auf dem Spiel stand, schon nach 10 Minuten bekam meine rechte Außenverteidigerin einen Ball voll ins Gesicht, wir benötigten 5 Minuten, um die Nasenblutung zu stoppen, das war der erste Zwischenfall. Nach etwa 20 Minuten kam unserer Torhüterin Leonie
(Pflügler) bei einem Vorstoß der gegnerischen Stürmerin Carmen Wimmer um Sekunden zu kurz, kassierte die rote Karte wegen „Tor-Raub“ und wir mussten statt ihr eine Feldspielerin ins Tor stellen, die wir aus der Viererkette herauslösen mussten. Dazu bekamen wir als „doppelte“ Bestrafung noch das 0:1 aus dem Freistoß.Damit noch nicht genug, schied Emily (Rechberger) wenige Minuten später nach einem Pressball mit Schienbeinverletzung aus und wurde von der Rettung abtransportiert.
In unser aller Namen möchte ich an die beiden SANITÄTER ein großes Dankeschön richten, weil sie sich so gut um unsere verletzte Spielerin gekümmert haben!
Wie geht es ihr jetzt?
„Nach unseren Informationen bekam sie einen Gips, die „gute“ Nachricht: sie hat sich offenbar keinen Bruch zugezogen! Nach längerer Pause wurde das Spiel fortgesetzt, das 0:2 kassierten wir dann noch aus einem Kopf-Tor nach einem Eckball vor der Halbzeit“.
Mit 2 Toren ging es in der 2. Spielhälfte weiter?
„Es fiel auch noch das 0:3 aus einem Weitschuss, aber wir konnten auf 1:3 verkürzen und in den letzten 25 Minuten haben die 10 Mädels noch einmal alles gegeben, mit ungeheurem Kampfgeist, mein Kompliment, was mein Team da in Unterzahlt noch für eine Leistung erbracht hat“.
Wie war die Reaktion auf die Niederlage, die Euch auch noch auf Platz 3 zurückfallen ließ?
„Ob 2.oder 3. ist Nebensache, die Mädels waren zwar enttäuscht, sich aber auch einig: „Heute ist wirklich alles gegen uns gelaufen, wir sind mit einer 50:50-Chance angetreten und nehmen jetzt alles Positive aus der ganzen Saison mit.
Vielleicht war die Niederlage ein Zeichen, dass wir noch eine Saison in der Frauenklasse „reifen“ sollen und wir greifen 2026/27 wieder voll an“.
Würdest Du sagen, dass Maria Neustift das „reifere“ Team stellte?
„Ja, sie stehen schon seit 3 Jahen im Meisterschaftsbetrieb, haben sich auch schon auswärts den Herbst-Titel gesichert, ihre Spielerinnen sind routinierter, körperlich robuster und zweikampfstärker. Sie wollten dem Augenschein nach unbedingt gewinnen und haben sich verdient nach einer sehr konstanten Saisonleistung den Titel geholt,
meine Gratulation und alles Gute für die Landesliga!
Spielerisch und in den Kombinationen würde ich meine Mädels im Vorteil sehen, sie haben sich in dieser Meisterschaft wieder gesteigert und große Fortschritte gemacht.
Irgendwie ist es schade, dass das Spiel unter diesen „besonderen Umständen“ ablief, es wäre sonst „auf Augenhöhe“ ein echtes Highlight“ eines Frauen-Matches geworden!“
Wirst Du Ottensheim 1 b weiter betreuen, welche personellen Veränderungen gibt es bei Euch?
Ich werde sie weiterhin coachen, soviel ich weiß, wird nur Torhüterin Leonie Pflügler in den A-Kader „hochgezogen“!
Vielen Dank für Deine faire Stellungnahme, Alles Gute für Eure weiteren Vorhaben!
Ligaportal: Andreas, gratuliere, dass Ihr es geschafft habt, wurde von Euch mit dem Heimvorteil auf den Titel gehofft?
Andreas Maderthaner: Nach dem Herbstmeister-Titel haben wir mit einem Top-3- Platz gerechnet, und im weiteren Verlauf gesehen, dass etwas machbar wäre. Mit jedem Spiel im Frühjahr wurde der Druck größer, aber wir haben (fast) alles gewonnen. Nachdem die FC McDonald’s Perg Ladies und die SPG Kematen - Piberbach / Neuhofen - Krems / Rohr 1b in der Endphase zurückfielen, blieb nur mehr Ottensheim 1 b als einziger Titelrivale am Ende übrig.“
Wie hast Du das entscheidende Spiel gesehen?
„Es begann mit Chancen auf beiden Seiten, ausgeglichen und umkämpft. Wir wussten, wir mussten alles geben, um diesen starken Gegner zu schlagen. Die „rote Karte“ hat uns natürlich in die Karten gespielt. Als bei den Gästen die Kapitänin ins Tor musste, war das natürlich eine Schwächung. Aber auch nach dem 1:0 für uns blieb das Spiel „auf des Messers Schneide“, keine Mannschaft ging volles Risiko. Dann folgte die schwere Verletzung einer Gegnerin nach dem Pressball. Nach dem zwischenzeitlichen 3:0 war das Spiel entschieden, ein früherer Anschlusstreffer, etwa bei 2:0, wäre noch sehr spannend geworden. So konnten wir schließlich einen verdienten Sieg und den Meistertitel feiern“.
In 3 Jahren habt Ihr den Aufstieg in die zweithöchste Liga geschafft?
„Es begann schon vorher mit der U 15, die ich nach wir vor betreue. Da war schon Qualität sichtbar, dazu kamen Talente aus der Umgebung, auch von einem Team, das sich auflöste. Kontinuierlich war fast halbjährig eine Steigerung festzustellen, auch nah dem Eintritt in den Meisterschaftsbetrieb 2023. 4 Spielerinnen aus der ehemaligen U 15 sind heute wertvolle Stützen der Kampfmannschaft. Es war nur eine Frage der Zeit, wann die Qualität voll zum Tragen kommt“.
Bleibt die Mannschaft beisammen?
„Ja, durch die Aufnahme von U 15-Akteurinnen, die schon Spielpraxis in der Kampfmannschaft sammeln konnten, wird der Kader verbreitet, wir hoffen auch auf die Rückkehr von 3 Verletzten, die teils an schweren Verletzungen laborierten“.
Euer Team zeichnet sich durch Heim-„Power“, aber auch individuelle Kampfstärke aus?
„Das resultiert daher, weil wenige Mädchen sich in der Vergangenheit früh bei den Burschenteams durchsetzen mussten. Wir lassen auch jetzt den Frauenkader gemeinsam mit der MHL trainieren. Da gibt es dann auch Spiele gegeneinander, was das Durchsetzungsvermögen sehr fördert“.
In der Landesliga werdet Ihr weite Reisen antreten?
„Für uns ist das insofern kein Problem, weil wir schon mit den Jüngsten große Entfernungen zurücklegen mussten, die Spielerinnen sind das schon gewohnt. Eher werden die Gegnerinnen bei ihrem ersten Antreten „in der Neustift“ eine schöne neue Gegend kennenlernen (schmunzelt)“.
Dort werdet Ihr auch diesem Gund eine Bereicherung sein, Danke für das Interview, ich wünsche Euch recht viel Erfolg in der neuen Liga!
Helmut Pichler