D a s Ausrufezeichen im O.Ö. Frauenfußball am vergangenen Wochenende setzte das Team von Thomas Hammer; im Ligaportal nimmt der Head-Coach dazu Stellung:
SPG Hellmonsödt / Altenberg-- SPG Ladies Perg / Windhaag 4:0 (1:0)
Tore: Daniela Wolfmayr, Melanie Rader (je 2).
Ligaportal: Herr Hammer, wie haben Sie gemeinsam mit Ihrem „Co“, Jürgen Hainzl, das Team auf das Duell mit der „Torfabrik“ ( zuvor 2 x 12:0-Siegerinnen) vorbereitet?
Thomas Hammer: „Das sind die Spiele gegen Favoriten, in denen man im Grunde am wenigsten verlieren kann. Man kann den Mädels sehr viel Nervosität abnehmen, weil ja die Rollen „angeblich“ klar verteilt sind, aber jedes Spiel beginnt eben bei „Null“. Ebenso ist klar, wenn jede Spielerin ihre Leistung zu 100 % bringt- und das war vorgestern der Fall - kann auch eine Überraschung gelingen. Ob uns die Gegnerinnen vielleicht auch unterschätzt haben, weiß ich nicht….“
Die gefürchteten Torjägerinnen Lisa Kloibhofer und Linda Gschwandtner gingen vollkommen leer aus?
„Uns war bewusst, dass wir diesen Gegnerinnen besonderes „Augenmerk“ schenken müssen, danach haben wir unser taktisches Konzept ausgerichtet. Solange wie möglich wollten wir die beiden Goalgetterinnen von unserem Tor fernhalten, wir haben die Abwehr verstärkt und wollten defensiver als sonst agieren“.
Wie haben Sie dann das Spiel erlebt?
„Wir fanden gut ins Spiel, konnten in der 1. Halbzeit die „Null“ in der Abwehr halten und sogar mit 1:0 durch Daniela Wolfmayr in Führung gehen. Nach ihrer „Babypause“ ist die Torjägerin wieder mit vollem Elan zurückgekehrt und agiert derzeit in Hochform. Mit Glück konnten wir die Führung in die Pause retten, denn nach einem „Indirekten“ in unserem Strafraum konnte unsere Torfrau Katharina Gahleitner gerade noch den Ausgleich verhindern. In der 2. Spielhälfte hatten die Gegnerinnen mehr Spielanteile und dominierten, aber wir schafften durch Kapitänin Melanie Rader das 2:0 und wenig später fielen noch 2 weitere Tore für uns. Wir haben dann hinten „dichtgemacht“ und konnten den Sieg feiern. Letztendlich finde ich, verdient, vielleicht etwas zu deutlich. Natürlich kam auch Spielglück dazu und ich wäre ein schlechter Trainer, würde ich sagen, bei uns hat schon alles perfekt geklappt.“
Reaktionen nach dem Spiel?
„Großer Jubel und große Freude, wir hatten mit einem vollen Erfolg, noch dazu in dieser Höhe, nicht gerechnet. Es war eine ganz starke Leistung, jede Akteurin hat wirklich alles gegeben und es war der Lohn für die harte Vorbereitungsarbeit“.
Wie ordnen Sie den Sieg ein?
„Wir genießen es total, freuen uns alle im Verein riesig, bleiben aber auf dem Boden, denn jede Woche werden wir das nicht wiederholen können. Und wenn es wieder gegen diese starken Gegnerinnen geht, wird der „Ausreißer“ nach oben auch kaum wieder so deutlich gelingen, dessen sind wir uns schon bewusst. Dazu kommt, dass wir eine sehr junge Mannschaft haben mit „Erwachsenen-Unterstützung“, wo Formschwankungen nicht auszuschließen sind“.
Nächste Gegnerinnen sind: 1 „Nachzügler-Team“ und 2 Liga- Neulinge, Ihre Erwartungen?
„Keinesfalls wollen wir in den Fehler verfallen, jetzt von einem „Höhenflug“ zu träumen, denn wir unterschätzen keine der nächsten Mannschaften. Selbstverständlich wurde das Selbstbewusstsein jetzt gestärkt, aber „Luft nach oben“ und Verbesserungsbedarf bestehen weiterhin“.
Wie funktioniert die Spielgemeinschaft mit Altenberg?
„Nach wir vor ausgezeichnet, wir haben junge Talente von dort dazubekommen, die wir gemeinsam ausbilden, das klappt sehr gut, auch mein Co-Trainer Jürgen Hainzl stammt von dort. Am 4. Oktober tragen wir unser nächstes Heimspiel gegen die SPG Hagenberg / Schweinbach / Kefermarkt 1b um 16.00 Uhr im Waldstadion Altenberg aus, überhaupt das e r s t e Frauen-Match in Altenberg!"
In der Frauenklasse Nord/Ost werden 3 Durchgänge gespielt?
„Ja, das ist ein Gruppen-Beschluss, um den Aktiven möglichst viel Spielpraxis zu verschaffen, in der 8-er Liga sollen zusätzliche Spiele für diese Möglichkeit sorgen!
Sie haben mir vor einigen Wochen Ihre Ziele dahingehend definiert: „Es geht jetzt in erster Linie darum, die Trainingsbeteiligung zu erhöhen und die Mannschaft in vielen Bereichen weiterzuentwickeln“, bleibt es auch dabei?
„Ganz sicher, daran ändert auch unser vorgestriges Überraschungs-Resultat nichts, für unsere junge Mannschaft geben wir vorerst weiter kein Saisonziel aus“.
Vielen Dank für Ihre Zeit und die Bereitschaft zum Gespräch, ich wünsche Ihnen noch weitere „Ausreißer“, aber vor allem eine verletzungsfreie Saison!
Helmut Pichler