Noch hinter ihren Erwartungen in der Google-Pixel Frauenbundesliga blieb das Frauenteam aus Sachsen im Herbst zurück; dem Ligaportal gab die Oberösterreicherin folgendes ausführliche Interview:
Ligaportal: Annabel, an Deinem Einsatz kann es nicht liegen, dass Ihr in der Tabelle als Elfte nach dem Herbst noch die berühmte „Luft nach oben“ habt?
Annabel Schasching:“ Das würde ich so nicht sagen. Wir alle waren über weite Strecken nicht an unserem Leistungsmaximum und das hat sich mit Fortlauf der Saison auch in unseren Ergebnissen widergespiegelt. „Luft nach oben“ ist da fast ein bisschen „zu lieb“ ausgedrückt, der 11. Platz entspricht definitiv nicht unseren Ansprüchen“.
Zahlreiche Neuzugänge haben bei Euch eine längere Konsolidierungsphase verursacht, oder irre ich da?
„Mit Sicherheit spielt der Kaderumbruch auch eine Rolle. Wir müssen schleunigst einen Weg finden, um auf dem Platz als Einheit zu agieren“.
War der Hauptgrund Deines Wechsels zu RB der Wunsch, Deinen sportlichen Horizont zu erweitern?
„Ich habe im Sommer bewusst die Entscheidung getroffen, den SC Freiburg zu verlassen, weil ich mich einem Verein anschließen wollte, der auf längere Sicht größere Ziele anstrebt, als es beim SC der Fall war. Natürlich gebe ich mich mit unserer aktuellen sportlichen Lage nicht zufrieden, aber so ist der Sport“.
Mit 3 Toren bist Du als Mittelfeld-Ass hinter Emilía Ásgeirsdóttir (4 Treffer) zweitbeste Torschützin, bist Du persönlich mit der 1. Saison-Hälfte zufrieden?
„Im Großen und Ganzen ja, wobei man eigentlich nie ganz zufrieden ist. Ich habe gut und schnell Anschluss in der Mannschaft gefunden und durfte von Anfang an viel Verantwortung übernehmen. In der zweiten Hälfte der Saison gilt es, daran weiterzuarbeiten und Ergebnisse zu liefern“.
Hast Du es je bereut, den großen Schritt in die deutsche Bundesliga gewagt zu haben?
„Nein, bereut habe ich es nie. So ein Schritt bringt einen persönlich auf unterschiedlichsten Wegen voran“.
Zählt zu Deinen schönsten Erinnerungen an den SC Freiburg das DFB- Cupfinale gegen den VfL Wolfsburg (1:4) dazu?
„Mit Sicherheit ist es eines der tollen Erlebnisse. Tatsächlich bin ich aber eher der Typ, dem kleine, unscheinbare Momente eher im Kopf bleiben“.
Just gegen Deine ehemaligen Vereinskolleginnen vom SC Freiburg hast Du das zwischenzeitliche 3:0 für RB erzielt, welches Gefühl hat man dabei?
„Das Wiedersehen in Freiburg war wirklich schön. In dem Moment war ich einfach erleichtert, das alles auf unseren Sieg hinausläuft.
In Österreich hast Du eigentlich nach Belieben getroffen, in der Google Pixel-Bundesliga hast Du es auch schon wieder auf 10 Volltreffer gebracht, woher nimmst Du die Treffsicherheit: Instinkt, Technik, Training……?
„Um ehrlich zu sein, dürften es in der deutschen Liga ruhig mehr Tore werden. In Österreich waren es ja doch mehr Tore in 1 Saison, als jetzt in 3 Jahren deutscher Bundesliga. Es wird also an der Zeit sein, an meiner „Torgefahr“ wieder ein bisschen zu arbeiten (schmunzelt)“.
Du bist in Leipzig mit „Landsfrau“ Julia Magerl und Spielerinnen aus Ungarn, Deutschland, Schweiz, Norwegen, Island, Japan, und England beisammen, wie unterhält ihr Euch im Training, im Spiel und in der Kabine?
„Wir sprechen sehr viel Englisch, auf und neben dem Platz“.
Mit dem Sieg gegen Tschechien ist Euch international mit dem ÖFB-Team ein beachtlicher Erfolg gelungen, bleibt Euer (und Dein) großes Ziel die WM-Teilnahme?
„Ja, definitiv. So oft bekommt man nicht die Chance, an einer Weltmeisterschaft teilzunehmen. Ich denke, niemand möchte so ein Großereignis missen“.
In Deutschland sind in der aktuellen Saison so viele ÖFB- Legionärinnen wie schon lange nicht tätig, hältst Du mit allen Teamkolleginnen Kontakt?
„Ich habe nicht mit allen Spielerinnen regelmäßigen Kontakt, aber nach den Spielen gegeneinander nehmen wir uns alle eigentlich immer Zeit, um uns kurz auszutauschen“.
In den Herbst- Ranglisten führst Du die Liste der laufstärksten Spielerinnen an, Larissa Russek (Nürnberg) glänzte mit den meisten Paraden, Melanie Brunnthaler (HSV) führte die meisten Zweikämpfe und wurde am meisten gefoult, auch Eileen Campbell zeigte auf,…..usw…sind die Legionärinnen aus Österreich in der BULI nicht mehr zu übersehen?
„Es ist schön, zu sehen, dass immer mehr Aktive aus dem eigenen Land den Schritt in die Bundesliga wagen und dabei erfolgreich sind. Es zeigt auch, dass jungen, talentierten Spielerinnen in Österreich die Möglichkeiten geboten werden, sich weiterzuentwickeln, um dann zum Beispiel den nächsten Entwicklungsschritt in einer anderen Liga zu machen“.
Wie oft bist Du im Innviertel auf „Heimatbesuch“?
„Die Besuche wurden mit der Zeit immer weniger, aber die Sommer- und Winterpause nütze ich dann meistens immer, um kurz „Heimatluft“ zu schnuppern“.
Dein größter Wunsch für die nahe Zukunft?
„Der wird sich nie ändern: Gesund zu bleiben“.
Vielen herzlichen Dank, dass Du Dir für das Ligaportal Zeit genommen hast, für das noch junge Jahr wünsche Ich Dir vor allem, dass Dein größter Wunsch in Erfüllung geht, aber auch sehr, dass Dir großer Erfolg mit Deinem neuen Team und der ÖFB-Auswahl beschieden ist!
Helmut Pichler