Ein prominentes Trainerinnen-Duo bemüht sich um die „heimatlos“ gewordenen Fußballerinnen des SV Neulengbach: die frühere Deutschland-Legionärin Nadine Prohaska und die ehemalige Torjägerin Stefanie Enzinger:
Update: Wie nicht anders zu erwarten, wurde die für morgen, Samstag, geplante Begegnung in der ADMIRAL-Frauen-Bundesliga, Qualifikations-Gruppe,
LASK- SV Neulengbach
ABGESAGT!
Unterstützung durch die younion-Sportgewerkschaft!
Wie die younion-Sportgewerkschaft mitteilte, setzte sie in Reaktion auf das bevorstehende Ende des professionellen Frauenfußballs beim SV Neulengbach einen „Anker“: seit Dienstag, 21. April, installierte die Gewerkschaft im ÖFB-Campus ein Trainingscamp für vereinslose Spielerinnen. Bis zum Saisonende wird dort dreimal pro Woche unter professionellen Bedingungen trainiert.
Das Angebot verbindet sportliche Praxis, Tagesstruktur und gewerkschaftliche Begleitung.
Geleitet werden die Einheiten von der Fußballbeauftragten der younion-Sportgewerkschaft, Stefanie Enzinger, gemeinsam mit Co-Trainerin Nadine Prohaska.
Torjägerin und Mittelfeldregisseurin mit jeder Menge „know- how“!
Die Salzburgerin Stefanie Enzinger begann ihre Karriere beim SC Mittersill, die „Knipserin“ glänzte beim USK Hof, Wacker Innsbruck, Sturm Graz und dem SKN St. Pölten und erzielte nicht weniger als 166 Tore in 270 Spielen!
Dreierpack in Rekordzeit
Im ÖFB-A-Team brachte es die mannschaftsdienliche Meisterschützin in 30 Länderspielen auf sechs Tore, darunter einen speziellen „Rekord“: am 30. November 2021 brachte sie das ÖFB-A-Team gegen Luxemburg zwischen der 16. und 23. Minute mit ihrem „lupenreinen Hattrick“ mit 3:0 in Führung, nach weiteren Toren von Srah Zadrazil (2), Barbara Dunst, Marie-Theres Höbinger und Nicole Billa 8:0 (4:0).
„Legionärin“ Nadine Prohaska mit 2 Ansätzen in Deutschland
Die Edeltechnikerin begann ihre fußballerische Laufbahn als 9- jährige mit den Burschen beim Post SV Wien, schloss sich dann für 2 Saisonen dem USC- Landhaus an, wechselte 2007 zum SV Neulengbach und konnte mit der Wienerwaldelf 2 „Doubles“ (Sieg in Meisterschaft und Cup) feiern. 2009 wagte die Mittelfeld-Allrounderin erstmals den Schritt ins Ausland zu Bayern München II. Im Sommer 2011 wurde sie in Bayerns „Erster“ hochgezogen, und konnte mit dem A-Team den Sieg im „Bundesligacup“ feiern ( 2:0 -Finalsieg gegen Turbine Potsdam durch einen „Doppelpack“ von Landsfrau Nina Aigner!) Im Dezember 2011 kehrte sie nach Österreich, zum ASV Spratzern, dem Vorgänger-Verein des SKLN St. Pölten, zurück und konnte dort ebenfalls 2 Meistertitel parallel zum Pokalsieg feiern.
Im August 2018 folgte ihr zweites Deutschland-Engagement, diesmal beim SC Sand, nach 44 Spielen beendete sie im September 2020 ihre Karriere,
ÖFB- A-Teamberufungen mit dem Höhepunkt: EM- Halbfinale!
94 Länderspiele absolvierte Prohaska für die Nationalelf, scorte 7 Tore und konnte mit ihren Teamkolleginnen 2017 mit dem Einzug unter die 4 besten Teams Europas den bisher größten Erfolg eines Teams aus Österreich feiern.
Beide Fußballgrößen mit starkem Engagement bei der younion Sportgewerkschaft!
Ihren Einsatz begründen beide so: „Immer mehr Spielerinnen schließen Profiverträge ab, und die Professionalisierung schreitet voran. Das bringt aber auch neue Herausforderungen mit sich – gerade im Hinblick auf faire Verträge, soziale Absicherung und berufliche Perspektiven. younion ist hier eine gefragte Anlaufstelle“, meinte Stefanie Enzinger und zum Einstieg von Nadine Prohaska:
„Mit ihr haben wir eine erfahrene und bestens vernetzte Kollegin gewonnen, die die Anliegen der Spielerinnen aus eigener Erfahrung kennt. Ich freue mich sehr, sie im Team begrüßen zu dürfen.“ Die Top-Juristin Prohaska vertritt die Spielerinnen in der Gewerkschaft. „Ich war schon beim Frauenfußball dabei, als man um alles kämpfen musste, und habe dann die Professionalisierung miterlebt. Seit meinem Karriereende vor fünf Jahren war die Entwicklung schon rasant – aber in Österreich gibt es noch so viel Potenzial. Es wäre großartig, wenn die Frauen in der Bundesliga wirklich die Möglichkeit hätten, sich nur auf den Fußball zu konzentrieren – ohne gezwungen zu sein, nebenbei einen Beruf auszuüben, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Es fehlt zu oft an Unterstützung, besseren Rahmenbedingungen und struktureller Wertschätzung. Unser Ziel muss sein, dass wir auch hierzulande eine echte Profiliga haben – mit angestellten, versicherten Spielerinnen in einem professionellen Umfeld“.
Helmut Pichler