Mit dem 3:1 zum Abschluss gegen Putzleinsdorf/Hofkirchen hat SV Gallneukirchen die Saison in der Landesliga Ost positiv beendet und den Klassenerhalt abgesichert. Trainer Michael Mehlem blickt deshalb zufrieden zurück, spricht aber zugleich die größte Baustelle offen an: „Wir schießen viel zu wenig Tore.“ Genau dort sieht er vor dem Herbst den wichtigsten Ansatzpunkt.
Dass der Sommer in SV Gallneukirchen diesmal nicht von Sorgen, sondern von einem halbwegs ruhigen Rückblick begleitet wird, hängt vor allem mit dem Saisonende zusammen. Michael Mehlem verwies ausdrücklich darauf, dass seine Mannschaft „Gott sei Dank positiv abgeschlossen“ habe, die Liga halten konnte und am Ende sogar noch auf Platz 13 gelandet sei. Diese Einschätzung deckt sich auch mit dem Verlauf der letzten Wochen, in denen SV Gallneukirchen drei der letzten fünf Spiele gewann. Siege gegen ASKÖ Schwertberg, Viktoria Marchtrenk und zuletzt Putzleinsdorf/Hofkirchen sorgten dafür, dass der Verein die Saison mit einem besseren Gefühl beenden konnte. Mehlem machte aber auch klar, warum aus seiner Sicht trotz des positiven Abschlusses nicht noch mehr möglich war. „Defensiv sind wir ganz gut gestanden, aber bei den Abschlüssen müssen wir uns verbessern“, sagte der Trainer. Gerade dort sieht er den Punkt, an dem in der kommenden Saison mehr Zähler drinnen sein könnten.
In der Analyse von Mehlem ist auffällig, dass er den Auftritt seiner Mannschaft nicht grundsätzlich schlechtredet. Im Gegenteil: Er unterscheidet klar zwischen dem, was über weite Strecken schon funktioniert hat, und jenem Bereich, der dem Team immer wieder Grenzen gesetzt hat. „Im Angriff, auch beim Toreschießen, müssen wir uns ganz klar verbessern“, sagte er. Das Problem liege aus seiner Sicht nicht einmal zwingend im generellen Spiel nach vorne, sondern viel konkreter im letzten Schritt. „Nicht im Spiel nach vorne, sondern direkt bei den Abschlüssen müssen wir uns einfach verbessern“, brachte es Mehlem auf den Punkt. Damit beschreibt er ziemlich genau das Bild, das sich über die Saison gezogen hat: SV Gallneukirchen stand hinten meist ordentlich, konnte sich dafür aber vorne zu selten belohnen. Für die neue Spielzeit ist das intern offenbar klar benannt, und genau deshalb wirkt die Sommeranalyse auch so deutlich.
Zu dieser sportlichen Baustelle kommt nun auch noch Bewegung im Kader. Mit Markus Beneder, Taner Kalem, Thomas Gangl und Richard Ruthner verliert SV Gallneukirchen vier Spieler. Besonders ins Gewicht fällt laut Mehlem, dass drei davon schon im Vorfeld als routinierte Kräfte eingeordnet wurden, bei denen klar war, dass sie ihre Karriere beenden würden. „Das ist natürlich jetzt ein bisschen Umbruch in der Mannschaft, aber das werden wir versuchen zu kompensieren“, sagte er. Ganz ohne Reaktion bleibt der Verein auf dem Transfermarkt aber nicht. Neu dazu kommen mit Burak Katar von Donau ein Stürmer, mit Tambi Elias von Frankviertel ein 16-jähriger Spieler mit Potenzial sowie mit Konrad Walaszek von Pregarten ein routinierter Defensiv-Allrounder. Gerade diese Mischung ist aufschlussreich: SV Gallneukirchen will Erfahrung nachbesetzen, gleichzeitig aber auch bewusst verjüngen. Nach dem Ende mehrerer langjähriger Spieler wird es deshalb nicht nur darum gehen, einzelne Positionen zu füllen, sondern auch neue Rollen innerhalb der Gruppe zu verteilen.
Genau dort setzt Mehlem mit seinem Ausblick an. Er sprach davon, dass SV Gallneukirchen die jungen Spieler nicht nur weiter fördern wolle, sondern ihnen jetzt auch mehr Verantwortung geben müsse. „Sie müssen jetzt schon zeigen, dass sie anklopfen, dass sie spielen wollen“, sagte er. Dieser Satz beschreibt den Weg, den der Verein einschlagen will, ziemlich treffend. Die Talente aus dem eigenen Nachwuchs sind längst im Training eingebunden, nun sollen sie Schritt für Schritt auch näher an die Landesligamannschaft heranrücken. Gleichzeitig betonte Mehlem, dass neben dem Sportlichen auch das Innenleben der Gruppe wichtig bleibt. „Wir sind menschlich zu einer super Einheit zusammengewachsen“, sagte er, auch wenn es natürlich schade sei, dass gerade Spieler aufgehört haben, die die Truppe über Jahre mitgetragen hätten. Umso wichtiger sei es nun, wieder rasch eine gute Einheit zu formen. „Es zeichnet uns in Gallneukirchen aus, dass wir sehr familiäre Verhältnisse haben und einen guten Umgang miteinander“, meinte Mehlem. Dieser Zusammenhalt soll auch den Neuen helfen, schnell hineinzufinden.
Abseits des Kaders setzt SV Gallneukirchen auf Kontinuität. Mehlem betonte, dass es derzeit keinen Umbruch im Trainerteam gebe und sich auch im Vereinsumfeld nichts verändert habe. Gerade in einer Phase, in der mehrere routinierte Spieler wegfallen, ist diese Konstanz ein Punkt, auf den der Verein bauen kann. Ganz sorgenfrei geht SV Gallneukirchen aber dennoch nicht in die Vorbereitung. Mit Jakob Gstöttenmair und Jonas Hinterreitner gibt es zwei verletzte Spieler, deren Entwicklung weiter beobachtet werden muss. Bei Gstöttenmair, der schon seit Monaten mit Problemen im Knöchelbereich kämpft, sollen die nächsten Untersuchungen Klarheit bringen. Hinterreitner hat nach seinem Kreuzbandriss immerhin schon teilweise wieder mittrainiert, auch wenn laut Mehlem erst der Herbst zeigen wird, wie weit er wirklich ist. Der Ausblick ist damit klar umrissen: SV Gallneukirchen hat die Saison ordentlich zu Ende gebracht, muss nun aber den personellen Umbruch auffangen, die Jungen stärker einbinden und vor allem an jener Stelle zulegen, die der Trainer ohne jedes Drumherum benannt hat: beim Toreschießen.